Fragen und Antworten

RWE Power plant den Bau eines neuen Kraftwerksblocks am Standort Niederaußem. BoAplus soll das modernste und umweltfreundlichste Braunkohlenkraftwerk des Rheinischen Reviers werden. Ein solches Projekt wirft sicherlich Fragen auf.

Warum soll BoAplus nach Niederaußem kommen und welche Auswirkungen wird das Projekt auf die Umgebung und auf die Umwelt haben? Alle Antworten haben wir hier kurz und kompakt für Sie zusammengefasst.

1. Was hat RWE Power konkret in Niederaußem beantragt?

Kleiner, effizienter, flexibler und schonender für das Klima: RWE Power plant den Bau eines neuen Kraftwerksblocks am Standort Niederaußem – als Ersatz für stillzulegende Altanlagen. BoAplus heißt die hochmoderne Anlage – das bedeutet Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik.

Und das Plus im Namen ist Programm. Das geplante Kraftwerk ist eine Weiterentwicklung des benachbarten BoA­Blocks: Mit einem Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent wird BoAplus eine neue Bestmarke in der Braunkohlenverstromung aufstellen – weltweit. Das bedeutet gleichzeitig ein großes Plus für die Umwelt. Denn modernste Technik, die in diesem Kraftwerk zum Einsatz kommt, bedeutet weniger Kohleverbrauch, weniger Emissionen und Immissionen, weniger Verschattung und mehr Klimaschutz. BoAplus wird ca. 30 Prozent weniger Kohle brauchen als die Altanlagen. Mit der Inbetriebnahme werden vier ältere 300­MW­Blöcke in Niederaußem endgültig stillgelegt. Damit sinken die CO2­Emissionen bei der Stromproduktion um 30 Prozent – das sind pro Jahr drei Millionen Tonnen weniger.

Gleichzeitig wird BoAplus für die Abscheidung der Kohlendioxid­Emissionen ausgelegt und könnte bei einer entsprechenden Nachrüstung in der Zukunft ohne Belastung der Atmosphäre Strom produzieren, wenn die so genannte CCS­Technologie und ein Speicher für den großtechnischen Einsatz zur Verfügung stehen. Und ein weiteres Plus für die Umwelt: Das Kraftwerk erlaubt optional die Mitverbrennung von Biomasse in einer Größenordnung von bis zu zehn Prozent des gesamten Brennstoffbedarfs. Die einzusetzende Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen wird nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion stehen. Die Anlieferung soll per Bahn oder Umgehungsstraßen möglichst anwohnerverträglich erfolgen. Der konkrete Biomasseeinsatz ist abhängig von Verfügbarkeit, behördlichen Vorgaben und Wirtschaftlichkeit.

Er ist mit ca. 75 Metern deutlich niedriger als der Kühlturm der benachbarten BoA, und durch eine andere Technik können die sichtbaren Kühlturmschwaden deutlich verringert werden. So bringt BoAplus ein spürbares Plus für die Lebensqualität im Umfeld des Kraftwerks.

Diese hat die RWE Power für die geplante Baufläche bei der Bezirksregierung Köln angeregt.

2. Warum soll BoAplus nach Niederaußem kommen?

Niederaußem hat sich nach sorgfältiger Prüfung aller Optionen im rheinischen Braunkohlenrevier als bester Standort für das geplante BoAplus­Kraftwerk erwiesen.

In Niederaußem steht eine geeignete Anschlussfläche im Eigentum von RWE Power für den Bau der hochmodernen Anlage zur Verfügung. Die gleichzeitige Nutzung von Nebenanlagen auf dem bestehenden Kraftwerksgelände erfordert nur überschaubare Eingriffe in die Landschaft und spart Platz. In Niederaußem besteht mit vier 300­MW­Blöcken der größte Erneuerungsbedarf.

Mit Aufnahme des kommerziellen Betriebes von BoAplus sollen diese Kraftwerksblöcke endgültig stillgelegt werden. Zum Vergleich: Die geplante BoAplus soll eine Leistung von 1.100 MW haben – und die weltweit modernste Technik; ein Plus für die Umwelt am Standort Niederaußem.

Mit dem geplanten Kraftwerk unterstreicht das Unternehmen die hohe Bedeutung des Standorts Niederaußem (Ein Plus für die Region): Es ist ein Standort mit Tradition und hoch qualifizierten Mitarbeitern, wo an Lösungen für die Zukunft gearbeitet wird.

Hier betreibt RWE Power das Innovationszentrum Kohle, in dem Technologien für die Zukunft der Kohle entwickelt werden. Und hier soll BoAplus entstehen: das modernste, effizienteste und flexibelste Braunkohlenkraftwerk der Welt.

3. Wie wirkt sich das Projekt auf die Umwelt aus?

Weniger Kohlendioxid, weniger Luftschadstoffe, weniger sichtbare Schwaden, dafür eine Stromproduktion, mit der rund 6 Millionen Menschen sicher und zuverlässig versorgt werden: BoAplus wird ein weiteres Beispiel dafür, wie moderne Stromerzeugung aus Braunkohle immer umweltschonender wird (Ein Plus für die Umwelt).

Das geplante neue Kraftwerk am Standort Niederaußem wird bei gleicher Stromerzeugung drei Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr weniger ausstoßen als die Altanlagen, die nach seiner Aufnahme des kommerziellen Betriebes endgültig stillgelegt werden. BoAplus wird sich positiv auf die Luftqualität in der Umgebung auswirken. Gegenüber dem heutigen Stand technisch nochmals verbesserte Rauchgasreinigungsanlagen können den Staub zu 99,8 Prozent herausfiltern und das Schwefeldioxid zu 90 Prozent entfernen.

Modernste und umweltschonende Technologien sorgen dafür, dass alle kraftwerksbedingten Immissionen, so nennt man die Belastung der Umgebung mit Luftschadstoffen wie beispielsweise Schwefeldioxid oder Stickoxid, reduziert werden. Dies wird im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz auch von unabhängigen Gutachtern überprüft.

Die Bildung sichtbarer Kühlturmschwaden und die damit verbundene Schattenbildung in direkter Nähe des Kraftwerks geht durch den Einsatz eines so genannten Hybridkühlturms und durch die mehr als kapazitätsgleiche Stilllegung von Altanlagen deutlich zurück. Denn sein Kühlkonzept ist so angelegt, dass die Bildung sichtbarer Schwaden überwiegend vermieden wird.

Die Anlage ist so geplant, dass sie durch eine Nachrüstung in Zukunft das bei der Verstromung entstehende Kohlendioxid fast gänzlich abscheiden kann. Außerdem erlaubt BoAplus optional die Mitverbrennung von Biomasse in einer Größenordnung von bis zu zehn Prozent des gesamten Brennstoffbedarfs.

Fazit: Mit BoAplus plant RWE Power das modernste Braunkohlenkraftwerk der Welt, das alte Blöcke am Standort ersetzt, das sicher und zuverlässig Strom produziert, effizient und flexibel den Ausbau der erneuerbaren Energieträger unterstützt und das gleichzeitig ein hohes Niveau im Umweltschutz gewährleistet.

4. Wie passen BoAplus und die erneuerbaren Energien zusammen?

Der Anteil der Erneuerbaren Energien wird in Deutschland weiter wachsen. Da der Ökostrom gesetzlich Vorfahrt im Stromnetz hat, muss sich die Produktion konventioneller Kraftwerke danach richten, wie viel Strom aus Sonne und Wind jeweils erzeugt wird.

Mindestens genauso wichtig ist aber, dass auch immer dann genügend Strom zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht. Moderne Braunkohlenkraftwerke wie BoAplus verfügen über eine hocheffiziente, flexible und verlässliche Technologie, die diese Schwankungen im Stromnetz sehr gut auffangen kann. Neue computergesteuerte Leittechnik, besonders widerstandsfähige Werkstoffe, ein innovatives Anlagenkonzept mit zwei einzeln einsetzbaren Dampferzeugern und der Einsatz von Trockenbraunkohle erlauben eine bisher nicht mögliche sehr schnelle Regelung des Kraftwerks.

Mit dieser hohen Flexibilität wird Braunkohle ein idealer Partner der erneuerbaren Energien und BoAplus bringt ein Plus auch für die Klimaschutzziele des Landes Nordrhein­Westfalen.

5. Hat BoAplus Auswirkungen auf die Wohnqualität?

BoAplus wird mit der weltweit modernsten Technik ausgestattet. So können Emissionen und Immissionen im Vergleich zu den bestehenden Anlagen deutlich reduziert werden. Mit positiven Auswirkungen auf die Wohnqualität in der Umgebung.

Die neue hocheffiziente Anlage, die vier ältere Blöcke mit einer Leistung von insgesamt 1.200 MW ersetzen soll, wird etwa 30 Prozent weniger Kohle benötigen. Das bedeutet konkret: weniger Brennstoffeinsatz = weniger Luftschadstoffe und weniger Kohlendioxid.

Die kompakte Bauweise und die Farbgestaltung werden die Integration des Neubaus in das Landschaftsbild gewährleisten.

Eine wesentliche Verbesserung für die Umgebung bringt der neue Hybridkühlturm: Zum einen wird er mit einer Höhe von ca. 75 Metern vergleichsweise niedrig ausfallen. Zum anderen wird durch seine Betriebsweise gewährleistet, dass tagsüber so gut wie keine Schwaden aus dem Kühlturm zu sehen sein werden.

6. Welche Bedeutung hat BoAplus für die Region?

Das Kraftwerk Niederaußem ist schon heute für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor (Ein Plus für die Region). 800 Menschen arbeiten hier, im Ausbildungszentrum starten im Schnitt jährlich 25 junge Leute ins Berufsleben.

Von den hohen Investitionen für Wartung und Instandhaltung der bestehenden Anlagen profitieren zahlreiche Unternehmen, vor allem auch kleinere und mittlere Firmen aus der Umgebung. Rund 200 Millionen Euro investiert RWE jährlich allein im Rhein­Erft­Kreis. Das Vorhaben BoAplus wird weitere kurzfristig und langfristig positive Effekte entfalten.

Kurzfristig will RWE Power gut 1,5 Mrd. Euro in den Bau der neuen Anlage investieren. Rund 10 Prozent davon, also um die 150 Millionen Euro, bleiben in der Region – zugunsten vieler lokaler und regionaler Dienstleister, mit denen RWE Power zusammenarbeitet. In Spitzenzeiten werden während der Bauphase rund 3.800 Menschen gleichzeitig für die Baustelle arbeiten.

Langfristig sichert allein das neue Kraftwerk rund 1.000 Arbeitsplätze am Kraftwerksstandort Niederaußem, im Tagebaubereich und in der Region. Gleichzeitig wird BoAplus als modernstes Braunkohlenkraftwerk der Welt den Status des Innovationsstandortes Niederaußem festigen.

7. Sie möchten sich weiter informieren?

Unser Informationszentrum am Kraftwerk Niederaußem bietet Ihnen mit einer großflächigen Ausstellung zu unserem Vorhaben BoAplus einen genauen Überblick über die Planungen. Kommen Sie vorbei.

Adresse:
Werkstraße
50129 Bergheim-Niederaußem


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