Essen, 10. August 2006Diese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

RWE verbessert Nettoergebnis um 16%

  • Betriebliches Konzernergebnis um 19 % gestiegen
  • Sachinvestitionen 19 % über Vorjahr
  • Nettofinanzschulden mit 9,5 Mrd. € weiter auf niedrigem Niveau
  • Risiken aus Netzregulierung noch nicht komplett abschätzbar

Im zweiten Quartal 2006 hat sich die gute Geschäftsentwicklung für den RWE-Konzern fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2006 stieg das Nettoergebnis um 16% und das betriebliche Ergebnis um 19%. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 16% auf 2,95 Euro. Wegen saisonaler und anderer Effekte lässt sich der Ergebnistrend jedoch nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Darüber hinaus ist der volle Umfang der Risiken für den Konzern aus der deutschen Netzregulierung noch nicht abschätzbar. RWE erwartet dennoch fortgesetztes Ergebniswachstum. Der Konzern plant in diesem Jahr deutlich höhere Investitionen in Sachanlagen.

Betriebliches Ergebnis um 19% gestiegen

Das EBITDA stieg um 14% auf 5.072 Mio. Euro. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 19% auf 4.104 Mio. Euro. RWE Power konnte das betriebliche Ergebnis um 29% auf 1.690 Mio. Euro steigern, RWE Energy um 19% auf 1.723 Mio. Euro. Auch das betriebliche Ergebnis der britischen Tochter RWE npower verbesserte sich deutlich. Nach einem schwächeren ersten Quartal stieg das Ergebnis im ersten Halbjahr um 30% auf 274 Mio. Euro. Das betriebliche Ergebnis für den Bereich Wasser verringerte sich um 10% auf 555 Mio. Euro. Hauptgrund sind Konsolidierungs- und Bilanzierungseffekte.

Nettoergebnis um 16% verbessert

Der RWE-Konzern konnte das Nettoergebnis im ersten Halbjahr um 16% auf 1.659 Mio. Euro steigern. Neben dem positiven operativen Trend kommen negative Effekte durch das neutrale Ergebnis zum Tragen.

Umsatz um 17% gestiegen

Der RWE-Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Außenumsatz von 24.331 Mio. Euro. Gegenüber 2005 entspricht dies einem Zuwachs von 17%. Dabei konnte der Konzern in allen Unternehmensbereichen zulegen. Neben erhöhten Preisen für Strom, Gas und Wasser waren positive Mengeneffekte im Gasgeschäft die ausschlaggebenden Faktoren.

Sachinvestitionen 19% über Vorjahr

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat der RWE-Konzern 1.661 Mio. Euro investiert. Das ist ein Zuwachs von 16% gegenüber Vorjahr. Die Ausgaben für Sachanlagen erhöhten sich um 19% auf 1.590 Mio. Euro. Bei RWE Power ist der Anstieg hauptsächlich auf den Bau des hocheffizienten 2.100-MW-Braunkohledoppelblocks mit optimierter Anlagentechnik in Neurath zurückzuführen. Hinzu kamen Mehrausgaben für den Ausbau der Gasförderung in Großbritannien und Ägypten. Die britische Tochtergesellschaft RWE npower hat ihre Sachinvestitionen nahezu verdoppelt. Schwerpunkt ist hier die Nachrüstung des Steinkohlekraftwerks in Aberthaw mit einer Rauchgas-Entschwefelungsanlage. Im Wasserbereich sind die Mittel ebenfalls aufgestockt worden. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit standen weitere Maßnahmen zur Modernisierung der Infrastruktur im Großraum London und den nordamerikanischen Versorgungsgebieten. Einzig bei RWE Energy blieben die Mittel für Sachanlagen etwas hinter dem Wert von 2005 zurück. Dies ist auf Verschiebungen von Investitionen in die wärmere Jahreszeit zurückzuführen, die während des kalten Winters nicht getätigt werden konnten.

Cash Flow über Vorjahr

Im ersten Halbjahr 2006 erwirtschaftete der RWE-Konzern einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 3.359 Mio. Euro. Im Vergleich zu 2005 ist das ein Anstieg von 13% bzw. 394 Mio. Euro. Dies beruht im Wesentlichen auf der guten Ergebnisentwicklung. Allerdings waren gegenläufige Effekte im Nettoumlaufvermögen (Working Capital) zu verzeichnen. Diese entstanden hauptsächlich dadurch, dass der RWE-Konzern im ersten Halbjahr 2006 Working Capital aufgebaut, im Vorjahreszeitraum dagegen abgebaut hat.

Der Free Cash Flow - also der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert um die Investitionen in Sachanlagen - erhöhte sich trotz höherer Investitionen um 143 Mio. Euro bzw. 9% gegenüber Vorjahr auf 1.769 Mio. Euro. Grund für den Anstieg war der verbesserte operative Mittelzufluss.

Nettofinanzschulden auf 9,5 Mrd. Euro reduziert

RWE hat die Nettofinanzschulden zum 30. Juni 2006 gegenüber dem Jahresende 2005 um weitere 1.988 Mio. Euro bzw. 17% auf 9.450 Mio. Euro zurückgeführt. Ausschlaggebend dafür war in erster Linie der hohe Free Cash Flow des Unternehmens. Desinvestitionserlöse von 447 Mio. Euro trugen ebenfalls dazu bei. Durch Entkonsolidierungen reduzierten sich außerdem die Finanzverbindlichkeiten um insgesamt 501 Mio. Euro. Schuldenmindernd wirkten auch Wechselkursänderungen.

Kostensenkungsprogramme: 120 Mio. Euro im ersten Halbjahr eingespart

Im Rahmen von zwei bis Ende 2006 laufenden Programmen will der Konzern das jährliche Kostenniveau um 680 Mio. Euro absenken. Für das laufende Geschäftsjahr ergibt sich ein Zielvolumen von 230 Mio. Euro. Davon konnten im ersten Halbjahr bereits 120 Mio. Euro realisiert werden.

Mitarbeiterzahl operativ um 2% gestiegen

Zum 30. Juni 2006 beschäftigte der RWE-Konzern 85.443 Mitarbeiter, davon 52% in Deutschland. Operativ ist die Mitarbeiterzahl um 1.486 Mitarbeiter bzw. 1,8% gestiegen. In Deutschland wurden dabei 423 neue Arbeitsplätze geschaffen. Durch Unternehmenszukäufe und -verkäufe haben 1.971 Beschäftigte den Konzern per Saldo verlassen. Gegenüber dem 31. Dezember 2005 hat sich der Personalbestand insgesamt um 485 Mitarbeiter bzw. 0,6% verringert. Mitte August werden 900 Auszubildende eine Stelle bei RWE antreten. Der Konzern wird auch dieses Jahr wieder weit über Bedarf ausbilden. Rund 3.000 junge Menschen erlernen jährlich bei RWE einen Beruf.

Ausblick 2006

Die aktuelle Erwartung für das betriebliche Ergebnis und das Nettoergebnis bewegt sich weiterhin im Rahmen der im Februar 2006 veröffentlichten Prognose. Das betriebliche Ergebnis wird voraussichtlich um 5% bis 10% ansteigen. Wegen der guten operativen Entwicklung wird auch das Nettoergebnis des RWE-Konzerns über Vorjahr liegen. Die bisherige Prognose sah einen Anstieg um 10% bis 20% vor. Inzwischen rechnet der Konzern allerdings mit einem Wert am unteren Rand dieses Korridors. Zwei Faktoren sind hierfür ausschlaggebend: Zum einen mussten die Erwartungen für das betriebliche Ergebnis der RWE Energy und des Wasserbereichs angepasst werden. Zum anderen wird sich das neutrale Ergebnis in geringerem Maße verbessern als geplant.

Die neue Prognose für das Nettoergebnis steht aber unter dem Vorbehalt, dass nicht zusätzliche Gegenmaßnahmen getroffen werden müssen, die durch die Entgeltkürzungen im deutschen Netzgeschäft erforderlich werden. Erste Rückstellungen dafür sind bereits in der Prognose enthalten. Da die gesamte Auswirkung der Regulierung möglicherweise erst im vierten Quartal bekannt sein wird, kann RWE den Umfang dieser Maßnahmen und damit die endgültige Höhe der Rückstellungen aber erst im Rahmen des Jahresabschlusses festlegen.

Bei dem um Sondereffekte bereinigten nachhaltigen Nettoergebnis - der Bezugsgröße für die Bemessung der Dividende - erwartet der Konzern weiterhin einen Anstieg um 10% bis 20%.

Die Nettofinanzschulden werden sich voraussichtlich in einer Größenordnung von 10 Mrd. Euro bewegen. Bedingt durch den Verkauf von Randaktivitäten im Wasserbereich und RWE Solutions wird die Mitarbeiterzahl zurückgehen, operativ aber leicht ansteigen.

Die Investitionen in Sachanlagen werden sich in diesem Jahr voraussichtlich deutlich erhöhen. Den stärksten Zuwachs plant der Konzern im deutschen Kraftwerksgeschäft von RWE Power. Im Mittelpunkt steht der Bau des Braunkohle-Doppelblocks am Standort Neurath. In diesem Jahr wird auch mit den Vorarbeiten für das 1.500 MW-Steinkohlekraftwerk in Hamm begonnen. Außerdem sind höhere Investitionen in der Öl- und Gasförderung vorgesehen. Bei RWE Energy bleibt das Investitionsvolumen auf hohem Niveau, sofern es durch Entscheidungen der Regulierungsbehörde nicht zu nachhaltig negativen Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kommt. RWE npower wird ihr Kraftwerksportfolio modernisieren und ausbauen - dafür werden mehr Mittel eingesetzt als 2005. Auch das Investitionsbudget des Wasserbereichs wird aufgestockt. Es wird erwartet, dass die Summe der Investitionen im Konzern zwischen 4,5 Mrd. Euro und 4,8 Mrd. Euro liegen wird.

Zukunftsbezogene Aussagen
Diese Pressemitteilung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.


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