Essen, 15. Mai 2007Diese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

RWE verbessert betriebliches Konzernergebnis im ersten Quartal um 35%

  • Externalisierung von 8 Mrd. Euro Pensionsverbindlichkeiten

  • Positiver Ausblick für das Gesamtjahr 2007 bestätigt

Der RWE-Konzern hat die Ertragslage im ersten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert. Beim betrieblichen Ergebnis und beim Nettoergebnis legte das Unternehmen weiter zu. Die Nettoschulden baute RWE gegenüber dem Ende des vergangenen Jahres weiter ab. Zum 30. März 2007 gliederte der Konzern rund 8 Mrd. Euro an Pensionsverpflichtungen im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) in den RWE Pensionstreuhand e.V. aus. Für das Gesamtjahr 2007 bestätigt RWE trotz zunehmender politischer Belastungen seinen positiven Ausblick.

Betriebliches Ergebnis und EBITDA über Vorjahresquartal

Das EBITDA stieg um 29% und betrug 3,2 Mrd. Euro. Das betriebliche Konzernergebnis erhöhte sich um 35% auf 2,8 Mrd. Euro. Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Währungseffekte hatten im Saldo nur geringen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung. Für das Gesamtjahr rechnet RWE beim betrieblichen Konzernergebnis und beim EBITDA allerdings mit deutlich niedrigeren Zuwachsraten als im ersten Quartal. Das stärkste Plus erzielte der Unternehmensbereich RWE Power. Hier konnte RWE insbesondere aus dem Handelsgeschäft höhere Erträge realisieren. Überdurchschnittlich steigerte auch die britische Tochter RWE npower ihr Ergebnis, nachdem sie im entsprechenden Vorjahresquartal besonders schwach abgeschlossen hatte. Der Ergebnisbeitrag der RWE Energy verringerte sich. In Deutschland fiel dieser Effekt durch die Netzregulierung mit 19% besonders stark aus.

Nettoergebnis gesteigert

Das Nettoergebnis stieg um 50% auf 1,6 Mrd. Euro. Ausschlaggebend war vor allem die gute operative Entwicklung. Ein weiterer positiver Effekt ergab sich durch ein verbessertes Finanzergebnis infolge der Einführung des CTA. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 1,86 Euro auf 2,79 Euro.

Umsatz über Vorjahresquartal

Der RWE-Konzern erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Außenumsatz von 13,4 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 1%. Abgeschwächt wurde der Anstieg durch Entkonsolidierungen, im Wesentlichen durch den Verkauf der RWE Solutions im August 2006. Rückläufig waren die Erlöse der RWE Energy aufgrund der Netztarifsenkungen und der milden Winterwitterung. Operativ, d.h. bereinigt um Konsolidierungs- und Währungskurseffekte, betrug der Umsatzanstieg 3%.

Cash Flow unter Vorjahr

RWE erwirtschaftete im ersten Quartal einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 908 Mio. Euro. Damit lag der Konzern um 427 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahresquartals. Ausschlaggebend dafür waren Effekte im Nettoumlaufvermögen (Working Capital). Der Free Cash Flow - also der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Sachinvestitionen - lag mit 247 Mio. Euro um 368 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 615 Mio. Euro. Grund dafür war der Effekt im Working Capital. Der Konzern weist darauf hin, dass wegen der hohen Volatilität des Working Capital die Entwicklung der Cash-Flow-Werte nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden kann.

Nettoschulden auf 6,2 Mrd. Euro gesenkt

Die Nettoschulden, die auch die Pensionsrückstellungen als Schuldengröße berücksichtigen, verringerten sich zum 31. März 2007 gegenüber dem Stand Ende des vorigen Geschäftsjahres um rund 0,7 Mrd. Euro auf 6,2 Mrd. Euro.

Effizienzsteigerungsprogramm gestartet

Mit einem neuen, bis Ende 2010 laufenden Effizienzsteigerungsprogramm will RWE seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das Unternehmen will mit Kostensenkungen und Erlösverbesserungen bereits 2007 einen Ergebnisbeitrag von rund 100 Mio. Euro erwirtschaften. Nach Abschluss des Programms Ende 2010 soll das jährliche Ergebnis dann um insgesamt 600 Mio. Euro höher ausfallen.

Sachinvestitionen im Energiegeschäft 28% über Vorjahr

Im ersten Quartal 2007 investierte RWE 679 Mio. Euro. Ohne das Wassergeschäft hat RWE in allen Unternehmensbereichen die Sachinvestitionen in Summe um 28% aufgestockt. Wichtigstes Einzelprojekt ist der Bau des 2.100-MW-Braunkohledoppelblocks mit optimierter Anlagentechnik am Standort Neurath. Der Bau des Gas- und Dampfkraftwerk in Lingen wurde gerade begonnen. Vorbereitungen für weitere Neubauprojekte in Deutschland laufen. Auch in der Gasförderung investiert RWE mehr. Bei RWE npower lagen Investitionsschwerpunkte auf der Nachrüstung des Kraftwerks Aberthaw mit einer Rauchgasentschwefelungsanlage.

RWE plant operativ 3000 zusätzliche Arbeitsplätze

Zum 31. März 2007 beschäftigte der RWE-Konzern 69443 Mitarbeiter, davon 55% in Deutschland. Gegenüber Ende 2006 hat sich der Personalstand um 909 Mitarbeiter bzw. 1,3% erhöht. Hierzu trugen vor allem die Unternehmensbereiche RWE Power und RWE npower bei. Aufgrund des geplanten Verkaufs von American Water wird der Personalstand bis Jahresende vermutlich zurückgehen. Operativ wird die Mitarbeiterzahl voraussichtlich jedoch um rund 3000 Mitarbeiter steigen, davon um 1000 Mitarbeiter in Deutschland. Außerhalb von Deutschland sollen besonders in Großbritannien neue Stellen aufgebaut werden. RWE npower plant, rund 1800 Mitarbeiter zusätzlich im Kundenservice und im Vertrieb einzustellen.

Ausblick 2007

Aus Sicht des RWE-Konzerns stehen der positiven operativen Entwicklung zunehmende politisch verursachte Belastungen und Risiken gegenüber. Um den Auswirkungen der deutschen Netzregulierung zu begegnen, wurden bereits Gegenmaßnahmen auf der Kostenseite gestartet. Die Pläne der Bundesregierung, das Kartellrecht zu verschärfen, verschlechtern die grundlegenden Rahmenbedingungen für dringend notwendige Kraftwerksinvestitionen in Deutschland. Zusätzlich muss RWE schon ab dem nächsten Jahr CO2-Zertifikate in erheblich stärkerem Maß hinzukaufen.

Die folgenden Prognosen beruhen auf der Annahme, dass RWE die Mehrheit von American Water bis zum Jahresende an der Börse platzieren kann. Im Jahresabschluss würde das amerikanische Wasserunternehmen somit als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen.

Ohne American Water wird der Konzernumsatz 2007 voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Die im Februar veröffentlichte Ergebnisprognose wird aus heutiger Sicht bestätigt. Beim EBITDA erwartet RWE ein Plus von 5 bis 10%. Für das betriebliche Ergebnis geht der Konzern von einem Anstieg in der Größenordnung von 10% aus. Beim Nettoergebnis rechnet RWE dagegen mit einem starken Rückgang: Der Vorjahreswert war noch durch Sondereinflüsse, besonders den Verkauf von Thames Water, begünstigt. Das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis - die Bezugsgröße für die Bemessung der Dividende - wird dagegen wegen der guten operativen Entwicklung weiter zulegen. Es wird ein Anstieg von rund 10% prognostiziert.

Sachanlageinvestitionen über Vorjahreshöhe

RWE will die Sachanlageinvestitionen im laufenden Jahr deutlich steigern. Der Konzern geht davon aus, dass die Sachanlageinvestitionen ohne den Wasserbereich 2007 in einer Größenordnung von 4 Mrd. Euro liegen. Bereinigt um den Wasserbereich entspräche dies einem Anstieg von rund 40 % gegenüber dem Vorjahr.

Zukunftsbezogene Aussagen

Diese Mitteilung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.


Weiterführende Informationen als Download:
Eckdaten des RWE Konzerns, 1. Quartal 2007 (PDF)
Bericht über das erste Quartal 2007 (Januar bis März, PDF)
Telefonkonferenz mit Dr. Rolf Pohlig
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