Essen, 25. Februar 2010Diese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

RWE auf Kurs trotz Wirtschaftskrise

  • Betriebliches Ergebnis steigt um 4%
  • Nachhaltiges Nettoergebnis 5% im Plus
  • Mehr Mitarbeiter im Konzern - 1.000 neue Stellen in Deutschland
  • Rund 5% höheres betriebliches Ergebnis für 2010 erwartet
  • Zuversichtlicher Ergebnisausblick bis 2013

Das robuste Geschäftsmodell hat RWE auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 auf Kurs gehalten. Das Strom- und Gasgeschäft erwies sich als vergleichsweise krisenfest, die umsichtige Absatz- und Wachstumsstrategie zahlte sich aus. Der Umsatz sank leicht auf 48 Mrd. Euro, das EBITDA wuchs hingegen um 4% auf 9,2 Mrd. Euro. Das betriebliche Ergebnis stieg ebenfalls um 4% auf 7,1 Mrd. Euro und lag leicht über der Prognose für 2009. Das Plus beim nachhaltigen Nettoergebnis, der für die Dividendenzahlung relevanten Ergebnisgröße, lag bei 5%. Auf dieser Basis errechnet sich der Dividendenvorschlag von 3,50 Euro pro Aktie; er entspricht einer Ausschüttungsquote von 53% vom nachhaltigen Nettoergebnis. Im vierten Quartal 2009 leistete Essent einen ersten Beitrag zum betrieblichen Ergebnis von 141 Mio. Euro; RWE hatte die Übernahme im September 2009 abgeschlossen.

RWE hält auch in der Wirtschaftskrise am laufenden Investitionsprogramm fest und will bis Ende 2013 mehr als 14.000 Megawatt neue Erzeugungskapazität in Betrieb nehmen. Der Konzern gehört damit zu den größten Investoren in der europäischen Energiebranche. Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der RWE AG: "Investieren, Arbeitsplätze schaffen und Dividenden ausschütten kann nur, wer sein Geschäft im Griff hat. RWE hat der Krise getrotzt und sogar etwas mehr erreicht als versprochen." Und weiter: "Wir bleiben auf Wachstumskurs. Energieversorgung ist ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell, bei dem man nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten denken muss."

Strom- und Gasnachfrage rückläufig

Wegen der Wirtschaftskrise ist in allen RWE-Märkten die Energienachfrage zurückgegangen. Eigenerzeugung und Fremdbezug summierten sich konzernweit zu einem Stromaufkommen von 300 Mrd. Kilowattstunden (kWh). Das sind 10% weniger als 2008. Der Stromabsatz ist um 11% auf 283 Mrd. kWh zurückgegangen. Essent trug zum Stromabsatz im letzten Quartal 2009 knapp 7 Mrd. kWh bei. Im Unternehmensbereich Deutschland ist der Stromabsatz allerdings um 7% gestiegen, da neue Kunden gewonnen werden konnten. Der Gasabsatz lag dank der Erstkonsolidierung von Essent mit 332 Mrd. kWh knapp über dem Vorjahreswert, wäre allerdings ohne diesen Effekt konjunkturbedingt um 7% gesunken.

Investitionen ausgeweitet - Mitarbeiterzahl gestiegen

Vornehmlich durch die Akquisition von Essent sind die Investitionen von RWE 2009 um 9,9 Mrd. auf 15,6 Mrd. Euro gestiegen. Die Sachinvestitionen sind um ein Drittel auf 5,9 Mrd. Euro ausgeweitet worden - mit positiver Beschäftigungswirkung. In den Wachstumsfeldern, vornehmlich bei RWE Innogy und RWE Power, sind in Deutschland rund 1.000 neue Stellen entstanden. Ende 2009 beschäftigte der RWE-Konzern 70.800 Mitarbeiter. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 7%, größtenteils bedingt durch 4.300 neue Mitarbeiter durch die Übernahme von Essent. RWE bildet weit über den eigenen Bedarf aus. Zum 31. Dezember 2009 erlernten 3.100 junge Menschen einen Beruf bei RWE.

Neue Konzernstruktur bedingt neue Berichtsstruktur

Mit der Auflösung der Zwischenholding RWE Energy ging 2009 der Umbau der Konzernstruktur einher. In Deutschland wurden die Regionalversorger RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems aufgelöst und ihre Netz- und Vertriebsbereiche in den neuen Gesellschaften RWE Rheinland Westfalen Netz bzw. RWE Vertrieb zusammengeführt. Sie bilden zusammen mit RWE Power und den weiteren deutschen Regionalgesellschaften den Unternehmensbereich Deutschland. Die internationalen Tochtergesellschaften verantworten jetzt eigenständig das operative Geschäft in ihren nationalen Märkten. Länderübergreifend aufgestellt bleiben RWE Dea (Upstream Gas & Öl), RWE Innogy (Erneuerbare Energien) und RWE Supply & Trading (Trading / Gas Midstream).

Deutschland

Der Unternehmensbereich (Erzeugung, Vertrieb und Verteilnetze) erzielte 2009 einen Umsatz von 19,4 Mrd. Euro und erwirtschaftete ein betriebliches Ergebnis von 4,8 Mrd. Euro. Der Vertriebsbereich verzeichnete durch neue Produkte und über die Vertriebstochter eprimo deutliche Kundenzuwächse. Deutschlandweit zählte RWE per Saldo rund 90.000 neue Strom- und 36.000 neue Gaskunden (Privat- und Gewerbekunden). Eprimo konnte den Kundenstamm auf 626.000 Strom- und 47.000 Gaskunden ausbauen. Der positive Trend im Kundenwachstum setzt sich seit Jahresbeginn 2010 fort. Die wachsende Wechselbereitschaft der Privat- und kleineren Gewerbekunden zeigt, dass der Wettbewerb in Deutschland funktioniert.

Auch im Erzeugungs- und Großhandelsmarkt wächst die Wettbewerbsintensität weiter. Die Tatsache, dass die EU-Kommission ihre Untersuchungen im Stromsektor bezüglich RWE ohne Auflagen eingestellt hat, beweist dies ebenso eindrücklich wie das jüngste Gutachten des Forschungsinstituts "ESMT Competition Analysis" der "European School of Management and Technology" zur Preisbildung an den europäischen Großhandelsmärkten.

Niederlande / Belgien

Der neue Bereich, bestehend aus Essent und RWE Energy Nederland, setzte im vierten Quartal des vergangenen Jahres 1,8 Mrd. Euro um. Davon entfielen 737 Mio. Euro auf das Strom- und 813 Mio. Euro auf das Gasgeschäft. Das betriebliche Ergebnis lag bei 180 Mio. Euro.

Großbritannien

Die Erlössituation wurde sowohl beim Strom als auch beim Gas durch Absatzeinbußen beeinträchtigt. Der Umsatz von RWE npower sank um 9% auf 7,8 Mrd. Euro. Wechselkursbereinigt ist er allerdings leicht gestiegen. Das Ergebnis ist um 54% auf 247 Mio. Euro zurückgegangen. Hatte RWE npower im Vorjahr noch von Kraftwerksausfällen bei Wettbewerbern profitiert, senkte die hohe Kraftwerksverfügbarkeit im britischen Markt 2009 die Margen in der Stromerzeugung deutlich. Dazu kam ein hoher Preisdruck im Endkundengeschäft. Zusätzlich hat die britische Regierung die Versorger verpflichtet, Maßnahmen zur Förderung von Energieeinsparungen bei Haushalten zu finanzieren.

Zentral- und Osteuropa

Der Unternehmensbereich erlöste 5,3 Mrd. Euro, währungsbereinigt blieb der Umsatz nahezu unverändert. Mengenbedingten Umsatzeinbußen in Tschechien und Ungarn standen beispielsweise positive Mengeneffekte in Polen entgegen. Positiv machte sich auch die Geschäftsaufnahme der RWE Gas Slovensko bemerkbar. Das betriebliche Ergebnis stieg um 16% auf 1,1 Mrd. Euro, was größtenteils auf verbesserte Margen im tschechischen Gasgeschäft und in der ungarischen Stromerzeugung zurückzuführen ist.

Erneuerbare Energien

Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy lag mit 56 Mio. Euro um 2% über dem Vorjahreswert, obwohl der Umsatz um 9% auf 245 Mio. Euro zurückgegangen war. Hohe Entwicklungs- und Personalkosten, die mit dem Investitionsprogramm einhergehen, stehen positiven Effekten beispielsweise durch die Inbetriebnahme neuer Windparks entgegen.

Upstream Gas & Öl

Der Preisverfall für Gas und Öl und geringere Fördermengen haben den Umsatz von RWE Dea um ein Drittel auf 1,2 Mrd. Euro sinken lassen. Beim Ergebnis musste die Upstream-Tochter einen Rückgang um 59% auf 203 Mio. Euro hinnehmen.

Trading / Gas Midstream

Der Umsatz sank um 20% auf 6,9 Mrd. Euro. Dieser Rückgang hängt mit dem Buchungsverfahren im Stromhandel zusammen: In vollem Umfang umsatzwirksam ist bei RWE Supply & Trading der Verkauf konzerneigener Stromerzeugung am Großhandelsmarkt; über Zukäufe erfüllte Lieferverpflichtungen im Handelsgeschäft schlagen nur mit den realisierten Margen zu Buche. 2009 hatte RWE verstärkt Strom zugekauft. Das Ergebnis von RWE Supply & Trading hat sich auf 985 Mio. Euro verdoppelt. Das liegt an der erfolgreichen Handelsstrategie. Der Bereich profitierte 2009 auch davon, dass sich Termingeschäfte größeren Umfangs, die in den Vorjahren abgeschlossen wurden, in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlugen. Die dabei erzielten Handelsmargen werden generell erst bei Lieferung des Stroms ergebniswirksam. Daneben erzielte der Unternehmensbereich hohe Ergebnisbeiträge aus der Optimierung des Gasportfolios.

Ausblick 2010 und Mittelfristziele

Die erwartete wirtschaftliche Erholung wird sich auf die Energienachfrage auswirken, allerdings nur in geringem Maße. Denn die energieintensiven Industrien werden auch noch 2010 und in den Folgejahren beeinträchtigt sein. "Wir erwarten, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis die europäische Wirtschaft wieder das Niveau von 2008 erreicht", erklärt Jürgen Großmann. Die Gasnachfrage ist wegen der Witterungsabhängigkeit schwieriger zu prognostizieren, in der Stromerzeugung gewinnt Gas aber grundsätzlich im europäischen Raum an Bedeutung.

Nach der Akquisition von Essent stehen organisches Wachstum und CO2-Reduktion im Mittelpunkt. Investitionen in Infrastruktur sind die wichtigste Voraussetzung dafür. Mit durchschnittlich 7 Mrd. Euro pro Jahr bis einschließlich 2013 setzt RWE das größte Sachinvestitionsprogramm der Unternehmensgeschichte weiter um. Die erstmalige ganzjährige Konsolidierung von Essent wird sich 2010 positiv auswirken. Für das betriebliche Ergebnis sowie für das nachhaltige Nettoergebnis rechnen wir mit einem Plus von jeweils circa 5%.

Die mittelfristige Prognose, die RWE 2009 ohne Einbeziehung von Essent gegeben hat, gilt mit einer Ausnahme weiter. Für das betriebliche Ergebnis war eine jährliche Steigerung von 5 bis 10% prognostiziert worden. Wegen Verzögerungen bei Kraftwerks- und Förderprojekten sowie konservativer Annahmen für erzielbare Strom- und Gasmargen erwartet RWE eine Steigerungsrate am unteren Ende dieser Bandbreite. Darum geht RWE jetzt beim nachhaltigen Nettoergebnis von einem Plus von durchschnittlich ca. 5% statt bisher rund 10% pro Jahr aus.

RWE erwartet, auch 2013 trotz der dann beginnenden vollständigen Auktionierung von CO2-Zertifikaten das Ergebnisniveau des Jahres 2009 übertreffen zu können. Die Dividenden der kommenden Geschäftsjahre bis einschließlich 2013 sollen im jeweiligen Vorjahresvergleich mindestens stabil und im Rahmen der regulären Ausschüttungsquote von 50 bis 60% des nachhaltigen Nettoergebnisses bleiben.

Zukunftsbezogene Aussagen

Diese Pressemeldung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die das Unternehmen auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.


Weiterführende Informationen als Download:
Eckdaten 2009 (Tabelle)


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