Essen, 09. August 2011Diese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Politische Entscheidungen belasten RWE

  • Deutliche Einschnitte im ersten Halbjahr 2011
  • RWE revidiert die Prognose für 2011

Die Beschlüsse der deutschen Bundesregierung zum beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für RWE weiter verschärft. Das zeigt sich bereits in der Ergebnisentwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011. Inklusive der Kernbrennstoffsteuer belaufen sich die Belastungen auf ca. 900 Mio. Euro. Bei einem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu stabilen Konzernumsatz von 27 Mrd. Euro sank das EBITDA um 25% auf 4,6 Mrd. Euro. Das betriebliche Ergebnis ging um 33% auf 3,3 Mrd. Euro zurück. Das nachhaltige Nettoergebnis verringerte sich um 39% auf knapp 1,7 Mrd. Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis je Aktie lag bei 3,13 Euro (Vorjahrszeitraum 5,15 Euro).

"Die Beschlüsse zur Kernenergie führen zu erheblichen Ergebnisbelastungen. Das Energiekonzept der Bundesregierung bietet uns aber auch Chancen, die wir nutzen wollen", so Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. "Im Zentrum unserer Strategie - nachhaltiger, internationaler, robuster - steht die Verbesserung der Effizienz und der CO2-Bilanz unseres Erzeugungsportfolios."

Strom- und Gasabsatz

Im ersten Halbjahr 2011 hat RWE 104,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, 7% weniger als im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund war der mit dem Kernenergie-Moratorium der deutschen Regierung verhängte Betriebsstopp für das Kernkraftwerk Biblis. Der Stromabsatz lag mit 154 Mrd. kWh fast auf Vorjahresniveau. Positiven Effekten infolge der robusten Konjunktur und erfolgreicher Kundenakquise sowohl bei Industrie- und Geschäftskunden als auch bei Weiterverteilern in Deutschland standen vor allem witterungsbedingte Mengeneinbußen bei Haushalten und kleineren Gewerbetrieben gegenüber. Die Zahl der Kunden in Deutschland stieg auf 6,9 Millionen an, da RWE den Regionalversorger NVV mit Sitz in Mönchengladbach erstmals vollkonsolidiert hat. NVV beliefert 360.000 Strom- und 137.000 Gaskunden. Der Gasabsatz von RWE war im ersten Halbjahr 2011 deutlich rückläufig und sank um 18% auf 185,3 Mrd. kWh. Hier machten sich vorrangig die milde Witterung, aber auch wettbewerbsbedingte Kundenverluste bemerkbar.

Operatives Ergebnis spiegelt politische Belastungen wider

Die Ertragslage des Konzerns hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 erheblich verschlechtert. Die Rückgänge bei allen relevanten Ergebniskennzahlen - EBITDA, betriebliches Ergebnis und nachhaltiges Nettoergebnis - fielen stärker als als im Februar 2011 für das Gesamtjahr prognostiziert. Dazu hat besonders die Laufzeitverkürzung für die deutschen Kernkraftwerke beigetragen. Zusammen mit der Kernbrennstoffsteuer minderte sie das betriebliche Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 um ca. 900 Mio. Euro. Der vorgezogene Kernenergieausstieg macht eine Anhebung der Rückstellungen für die Stilllegung und den Rückbau der Kraftwerke erforderlich. Zusätzlich führten gesunkene Stromerzeugungsmargen und eine außergewöhnlich schwache Performance im Handelsgeschäft zu erheblichen Ertragseinbußen.

Positive Ergebniseffekte ergaben sich im britischen Vertriebsgeschäft durch Anpassung der Strom- und Gastarife Anfang des Jahres und Kostensenkungen sowie durch höhere Öl- und Gaspreise, die RWE Dea realisieren konnte. Das betriebliche Ergebnis fiel um 33% auf 3,3 Mrd. Euro. Ohne Berücksichtigung der wesentlichen Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte ergibt sich ein Minus von 35%.

Investitionen in Sachanlagen weiter auf hohem Niveau

Die Sachanlageinvestitionen erreichten mit einem Plus von 8% auf 2,7 Mrd. Euro auch in der ersten Jahreshälfte 2011 ein hohes Niveau. Ausbau und Modernisierung der Stromerzeugungskapazitäten bilden den Schwerpunkt. Wichtigste Projekte sind die Braun- bzw. Steinkohlenblöcke in Neurath, Hamm und Eemshaven sowie die Gaskraftwerke in den Niederlanden, Großbritannien und der Türkei. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien standen im ersten Halbjahr 2011 Windkraftprojekte im Vordergrund, zusätzlich investierte RWE Innogy in Spezialschiffe für den Transport und die Installation von Windturbinen im Meer.

Mitarbeiterzahl gestiegen

Am 30. Juni 2011 beschäftigte RWE 72.700 Mitarbeiter, 1844 mehr als zum Jahresende 2010. Neben dem Stellenaufbau in den meisten Unternehmensbereichen sind darin 1057 Mitarbeiter der NVV-Gruppe enthalten, die RWE nunmehr vollkonsolidiert. Im Zuge des Thyssengas-Verkaufs verließen 289 Mitarbeiter RWE.

Ausblick 2011

RWE muss den im Februar 2011 gegebenen Ergebnisausblick nach unten korrigieren. Grund sind die unvorhergesehenen Belastungen aus der deutschen Energiewende. Verbesserte Ertragsperspektiven bei RWE Dea, RWE npower und im Bereich Zentralost-/Südosteuropa werden sie nicht ausgleichen können. Das EBITDA des Konzerns wird voraussichtlich um circa 20% unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Im Februar hatten wir einen Rückgang um rund 15% prognostiziert. Für das betriebliche Ergebnis erwarten wir jetzt ein Minus von etwa 25% statt - wie bisher - circa 20% und für das nachhaltige Nettoergebnis ein Minus von etwa 35% statt rund 30%.

Zukunftsbezogene Aussagen

Diese Pressemitteilung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des
RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Aussagen daher nicht übernehmen.


Weiterführende Informationen als Download:
Auf einen Blick (Tabelle) - PDF
Bericht über das erste Halbjahr 2011 - PDF


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