BoAplus bleibt cool mit neuer Kühlturmtechnik

Der Hybridkühlturm des geplanten Kraftwerks soll deutlich niedriger werden als der 200 Meter hohe Naturzug-Nasskühlturm der benachbarten BoA 1. Diese große Höhe ist erforderlich um den natürlichen Luftzug (Kaminwirkung) von unten nach oben und dadurch die nötige Kühlwirkung zu erzielen.

Ein Hybrid-Kühlturm ist deutlich niedriger als ein Naturzug-Nasskühlturm gleicher Kühlleistung, da der Luftzug im Wesentlichen mit Ventilatoren erzeugt wird. Zusätzlich besitzt der Hybrid-Kühlturm Wärmetauscher. Sie arbeiten im Prinzip wie Heizkörper: Das warme Wasser zirkuliert in Rohren, die ihre Wärme ohne Wasserverdunstung an die kühle Umgebungsluft abgeben.

Der Aufbau im unteren Teil des Hybridkühlturms ist identisch zum Naturzug-Nasskühlturm. In beiden wird das eingesprühte Kühlwasser verrieselt, verdunstet zum Teil und kühlt durch den Kontakt mit der Luft ab. Die erwärmte Luft strömt mit dem Wasserdampf nach oben. Durch die geringe Höhe des Hybridkühlturms reicht der natürliche Auftrieb nicht aus. Die Kühlluft muss von Ventilatoren aus der Umgebung angesaugt und zu einem Teil in die Wärmetauscher und zu einem anderen Teil in die Sprühebene gefördert werden. Über die Wärmetauscher wird dem Schwaden des Nassteils vor dem Verlassen in die Atmosphäre ein warmer, trockener Luftstrom beigemischt. Der Mischschwaden bleibt untersättigt, wodurch die Bildung feinster Wassertröpfchen (= Nebel, Wolken) beim Kontakt mit der kälteren Umgebungsluft vermieden wird. Der Schwaden des Hybridkühlturms ist daher in der Regel nicht sichtbar.

Die Hybridkühlung vereinigt die technisch-physikalischen Vorteile von Trockenkühlung (keine Wasserverdunstung) und Nasskühlung (hohe Kühlleistung, besserer Wirkungsgrad) bei verringertem Wasserverbrauch. Wegen des Leistungsbedarfes für die elektrisch angetriebenen Ventilatoren reduziert dieses Verfahren jedoch den Wirkungsgrad der Gesamtanlage.

Der Hybridkühlturm arbeitet überwiegend ohne sichtbaren Schwaden und reduziert damit die Verschattung in der Umgebung zum Kraftwerksstandort Niederaußem.

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Doch der Hybridkühlturm der BoAplus wird überwiegend so betrieben, dass keine sichtbaren Schwaden entstehen.