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Statement von Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG

Statement von Tilman Bechthold, Leiter des Kraftwerks Niederaußem

 

RWE Power reicht Antrag auf Änderung des Regionalplans am Standort Niederaußem ein

  • Planung für neues Kraftwerk BoAplus vorgestellt: Höhere Effizienz und größere Flexibilität im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren Energien
  • Weniger CO2 und Verbesserung des Standortumfelds durch Stilllegung von Altanlagen und neue Kühlturmtechnik
  • Investitionsentscheidungen brauchen rechtssichere Genehmigungen

Essen/Köln, 7. Oktober 2011

RWE Power hat heute bei der Bezirksregierung Köln eine Anregung auf Änderung des Regionalplans eingereicht. Damit will sich das Unternehmen die Option sichern, seine Kraftwerke im rheinischen Braunkohlenrevier zu erneuern. Dabei soll eine Technologie genutzt werden, die vor allem im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren Energien Vorteile bietet und somit die Energiewende aktiv unterstützt. Die weiteren Genehmigungsschritte sollen in Abhängigkeit vom Regionalplanverfahren zeitnah eingeleitet werden. „Wir hoffen, dass alle Verfahren innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre abgeschlossen werden können. Nur wenn wir über rechtssichere Genehmigungen verfügen, können wir anschließend die finale Bauentscheidung treffen“, erklärte Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power, heute in Niederaußem. Voraussetzung für diese Entscheidung ist die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.

Unternehmen setzt auf innovative Kraftwerkstechnologie

Der geplante neue Kraftwerksblock wird über eine installierte elektrische Leistung von 1.100 Megawatt verfügen. Dank innovativer Kraftwerkstechnik soll die neue Anlage flexibler, effizienter und umweltfreundlicher werden. Es ist eine Weiterentwicklung des Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik (BoA). So erklärt sich auch der Name des Vorhabens: BoAplus. Vor allem das integrierte Feuerungskonzept sorgt für einen Wirkungsgrad der Anlage von gut 45 Prozent. Hierbei wird erstmals ein hoher Anteil der eingesetzten Braunkohle mit dem von RWE-Ingenieuren selbst entwickelten Wirbelschichtverfahren getrocknet. Da RWE Power mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage vier ältere 300 MW-Blöcke, insgesamt also 1.200 MW, in Niederaußem endgültig stilllegen wird, sinkt der Kohleneinsatz bei gleicher Stromproduktion um 30 Prozent und somit um rund drei Millionen Tonnen pro Jahr. RWE Power sieht das Vorhaben auch im Einklang mit den Zielen des geplanten nordrhein-westfälischen Klimaschutzgesetzes, da die CO2-Emissionen im gleichen Umfang reduziert werden. Gleichzeitig werden die kraftwerksbedingten Immissionen im Umfeld deutlich reduziert.

Weitere Neuerung von BoAplus: das Zwei-Kessel-Konzept, bei dem zwei kleinere Dampferzeuger mit je 550 MW Leistung die Turbine antreiben. Dadurch lässt sich die Anlage deutlich flexibler fahren. Sie kann die besonders durch Sonnen- und Windeinspeisung auftretenden Schwankungen im Stromnetz auffangen und unterstützt somit aktiv den Ausbau der Erneuerbaren Energien. In einer Bandbreite von 350 bis 1.100 Megawatt lässt sich die Leistung des Kraftwerks mit bis zu 30 Megawatt pro Minute erhöhen oder reduzieren. Läuft nur ein Kessel, ist eine Kapazitätsabsenkung auf 175 MW möglich. BoAplus wird zudem für Kraft-Wärme-Kopplung ebenso vorbereitet wie für eine spätere Abscheidung der Kohlendioxid-Emissionen mit einer CO2-Wäsche. Das Anlagendesign erlaubt auch die Mitverbrennung von Biomasse in einer Größenordnung von bis zu zehn Prozent des gesamten Brennstoffbedarfs. Das wären bis zu 700.000 Tonnen pro Jahr. Die Biomasse, die per Bahn oder über Umgehungsstraßen anwohnerverträglich transportiert werden soll, wird nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion stehen. Für den Bau einer solchen Anlage ist nach Vorliegen einer bestandskräftigen Genehmigung mit einer Bauzeit von etwa drei bis vier Jahren zu rechnen.

Anregungen aus der Region aufgegriffen

„Mit BoAplus entsprechen wir nicht nur veränderten wirtschaftlichen, technologischen und energiepolitischen Bedingungen. Auch Anforderungen, die wir vom Regionalrat Köln 2007 und aus der Region erhalten haben, sind in der neuen Planung aufgegriffen worden“, hob der Power-Vorstandsvorsitzende hervor. Sichtbarer Beleg: Die benötigte Fläche wird auf 23 Hektar begrenzt, das ist nur noch etwa die Hälfte der früheren Planung. Ein Hybridkühlturm vermeidet tagsüber weitestgehend die Bildung sichtbarer Schwaden. Mit einer Höhe von 100 Metern ist er wie die anderen Anlagenkomponenten deutlich niedriger als bestehende Gebäude. Zusammen mit der endgültigen Stilllegung von Altanlagen führt dies in Summe zu einer deutlichen Abnahme der Verschattung im Umfeld des Standorts. RWE Power entspricht mit diesen Neuerungen vor allem den Interessen der Anwohner, die über das Vorhaben intensiv informiert werden sollen. Ein Höchstmaß an Transparenz soll ihnen die Befassung mit dem Vorhaben erleichtern, damit Anregungen oder Bedenken fundiert in die anstehenden Verfahren eingebracht werden können.

EEFA-Untersuchung: Projekt entfaltet Produktionseffekte von 2,5 Milliarden Euro

Ein Vorhaben mit einer Investitionssumme von 1,5 Milliarden Euro würde nach einer aktuellen Untersuchung des Forschungsinstituts EEFA (Energie Environment Forecast Analysis) Produktionseffekte in einer Größenordnung von fast 2,5 Milliarden Euro auslösen, die zu 80 Prozent Deutschland beziehungsweise Nordrhein-Westfalen und unmittelbar der Region zugutekommen. Das Institut hat ermittelt, dass durch den Betrieb von BoAplus fast 1.000 Arbeitsplätze am Standort, in den Tagebauen und der Region gesichert werden. „Das ist eine gute Nachricht! Unsere Kolleginnen und Kollegen freuen sich, dass RWE Power unserem Standort mit dem geplanten Kraftwerk eine langfristige Perspektive verschaffen will“, erklärte Harald Könen, Betriebsratsvorsitzender in Niederaußem.Johannes Lambertz betonte: „BoAplus bedeutet weniger Kohlenverbrauch, weniger Emissionen und Immissionen, geringerer Platzbedarf und deutlich weniger sichtbare Schwaden. Das Vorhaben ist ein zählbarer Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz, mit dem wir die 1994 mit der Landesregierung vereinbarte Kraftwerkserneuerung erfüllen. Gleichzeitig sichert das Vorhaben auch langfristig Beschäftigung im Land wie in der Region.“

Hinweis an die Redaktionen: Zusätzlich stehen Ihnen zahlreiche Informationen zum Projekt unter www.boaplus.de zum Download bereit.

Für Rückfragen:

Stephanie Schunck
Leiterin Unternehmenskommunikation
RWE Power AG
T+49 201 1222088
E-Mail an Stephanie Schunck

Lothar Lambertz
Leiter Externe Kommunikation
RWE Power AG
T+49 201 1223984
E-Mail an Lothar Lambertz