Modernisierung des Kraftwerksparks

RWE befindet sich in der Endphase des größten Kraftwerksmodernisierungsprogramms seiner Firmengeschichte. Dieses Programm hat den größten Beitrag zu der bislang erreichten Reduzierung der Treibhausgasemissionen geleistet.


Kohle- und Gaskraftwerke
  • Durch die Inbetriebnahme der Braunkohle-Doppelblockanlage mit optimierter Anlagentechnik (BoA 2&3) am Standort Neurath, bei gleichzeitiger Stilllegung von 16 alten 150 MW-Kraftwerksblöcken aus den 1960er Jahren werden jährlich 6 Mio. t CO2 eingespart. Dies entspricht gut 1,2 % der Emissionsmenge, die in Deutschland für den Emissionshandelssektor als Emissionsobergrenze festgelegt wurde. In die BoA 2&3 haben wir 2,6 Mrd. € investiert. Der Wirkungsgrad wurde – im Vergleich zu den stillgelegten Altanlagen – von rund 30 % auf 43 % erhöht. Zudem ist die Anlage darauf ausgelegt, schwankende Einspeisung von erneuerbaren Energien flexibel auszugleichen. So kann das Kraftwerk seine Leistung innerhalb von nur 15 Minuten um 500 MW reduzieren und genauso schnell wieder erhöhen.

    Darüber hinaus haben wir das Modernisierungsprogramm für unsere 600 MW-Blöcke im rheinischen Braunkohlerevier abgeschlossen. Die Maßnahmen umfassten dabei u.a. eine Erneuerung der Leittechnik sowie eine Verbesserung des Kühlsystems, wodurch die Flexibilität der Anlagen deutlich gesteigert und der CO2-Ausstoß vermindert werden konnte.

    Ebenfalls im Jahr 2012 haben wir das Gaskraftwerk in Pembroke in Großbritannien, eines der effizientesten GuD-Kraftwerke Europas, in Betrieb genommen. Die Kapazität beträgt rund 2.180 MW. Mit dem in Pembroke erzeugten Strom können rund 3,5 Mio. Haushalte versorgt werden. Das Investitionsvolumen betrug rund 1 Mrd. £ (1,23 Mrd. €).

    Im Süden der Niederlande haben wir 2012 das GuD-Kraftwerk Claus C in Betrieb genommen. Die Anlage hat eine Kapazität von 1.300 MW und ersetzt das bestehende Gaskraftwerk Claus B. Der Wirkungsgrad steigt auf 59 % gegenüber 38 % bei Claus B, die spezifischen CO2-Emissionen sinken um knapp 40 %.

    Von der Inbetriebnahme der beiden neuen GuD-Anlagen erhoffen wir uns eine spürbare Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen. Derzeit lässt die Auslastung dieser Anlagen, bedingt durch die veränderte Marktsituation in Kontinentaleuropa, jedoch zu wünschen übrig. Bislang war der Einsatz von Gaskraftwerken vor allem zur Abdeckung von Spitzenlasten wirtschaftlich interessant, eine Rolle, die um die Mittagszeit zunehmend Photovoltaikanlagen übernehmen. Der Vorrang der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien führt inzwischen zu einem temporären Überangebot am Strommarkt, Gaskraftwerke lassen sich zu diesen Zeiten nicht mehr wirtschaftlich betreiben.