Jan, Auszubildender zum IT-Systemkaufmann

Ausbildungsberuf: IT-Systemkaufmann
Lehrjahr: 2. Lehrjahr
Stand: 30.08.2012

 

 

Der Ausbildungsbeginn:

Warum haben Sie sich für Ihren Ausbildungsberuf entschieden?

In der 7. Klasse stand ich in der Schule vor der Wahl, eine Sprache oder Informatik als Wahlpflichtfach zu wählen. Da ich zu diesem Zeitpunkt Computer interessanter fand, habe ich mich für Informatik entschieden. Meine Entscheidung hat sich relativ schnell als richtig herausgestellt.
Ich habe in den 3 Jahren Informatik in der Schule immer mehr Freude an dem Bereich PC gefunden. Beim Wechsel in die Sekundarstufe 2 habe ich mich für eine Schule entschieden, auf der Laptops erlaubt sind. Da aber nicht nur PCs mein Interesse weckten, sondern auch die Mathematik, wollte ich auf jeden Fall einen Beruf, der beides miteinander kombiniert.
Der Beruf eines IT-Systemkaufmanns bietet diese Möglichkeit. Darum habe ich mich über das Berufsbild des IT-Systemkaufmanns genauer informiert und schnell gemerkt, dass es genau das ist, was ich beruflich machen möchte.

Warum haben Sie sich für die RWE entschieden?

RWE gilt als sicherer Arbeitgeber. Allein dies hat mich schon bewogen, mich hier zu bewerben. Ebenso habe ich mich im Internet durch die Erfahrungsberichte anderer Azubis von RWE über das Unternehmen informiert. Hier hat sich schnell gezeigt, dass RWE als Ausbildungsbetrieb eine hohe Qualität bietet. Mir ging es nicht nur darum, meine Ausbildung abzuschließen, sondern wirklich etwas dabei zu lernen. Das konnte RWE mir bieten und somit habe ich mich, trotz 3,5 Stunden Fahrtzeit am Tag, als IT-Systemkaufmann beworben.

Wie haben Sie sich an Ihrem ersten Ausbildungstag gefühlt?

Als ich am ersten Tag am Hauptgebäude ankam und gesehen habe, wie viele neue Azubis dort standen, war ich doch schon sehr aufgeregt. Ich wusste zwar, dass RWE mehr Azubis einstellt als ein mittelständisches Unternehmen bei uns im Sauerland, aber dass es so viele sein würden, hätte ich nicht gedacht. Die Nervosität und die Aufregung wurden mir aber schnell durch das nette und sehr freundliche Ausbilderteam genommen.

Die Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsablauf:

Wie sieht Ihr typischer Ausbildungstag bei RWE aus?

Sobald ich im Büro ankomme, starte ich direkt meinen PC und überprüfe meine Mails. Danach entscheidet sich, wie mein Tag abläuft.
Die RWE IT GmbH ist der interne IT-Dienstleister des RWE Konzerns und beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter. Die Abteilung „SLA und Contract Management DE“, in der ich arbeite, erstellt alle IT-Angebote und verwaltet diese. SLA steht dabei für Service Level Agreement. Es bezeichnet, für wiederkehrende Dienstleistungen, den Vertrag zwischen Auftraggeber und Dienstleister.
Zu meinen Aufgaben in der Abteilung SLA und Contract Management gehören die Bearbeitung von Anfragen, die Erstellung von Angeboten sowie die Betreuung des Proposal IT Posteingangs. Diese Aufgabe wird im Team aufgeteilt.

Der Proposal IT Posteingang ist ein zentrales E-Mail-Postfach für Anfragen von Angeboten. Die Servicemanager bzw. Projektleiter versenden ihre Anfragen an dieses Postfach. Als Posteingangsverantwortlicher bearbeite ich alle Mails, die in diesem Eingang ankommen. Ich verschaffe mir einen groben Überblick, um was für ein Angebot es sich handelt und erfasse das Grundgerüst für dieses Angebot im System. Die spezifischen Daten dazu speichere ich auf dem Laufwerk in speziellen Ordnern ab, damit jeder, der mit diesem Angebot arbeitet, auch einen kompletten Einblick in das gesamte Angebot bekommen kann.

Sobald die Angebote vorerfasst und alle Daten gesichert sind, verschiebe ich die Mails in die entsprechenden Unterordner für Dauerleistungen (Leistungen, die monatlich abgerechnet werden, z.B. Server), Projekte (Personaldienstleistungen, z.B. die Arbeiten eines Programmierers) und Purchase & Pass Through (Leistungen von externen Firmen).

Wenn ich nicht für den Posteingang zuständig bin, erfülle ich die Aufgaben des Angebotsbetreuers. Das bedeutet, ich kümmere mich um die weiteren Schritte im Angebotsprozess:
Ich verfasse das Anschreiben an den Kunden bzw. erstelle Angebotsdokumente und bearbeite die Kalkulation für das Angebot. Enthält die Anfrage keine Informationen zum Leistungsumfang und den einzelnen Preisen, wird diese von der Delivery (= Teams innerhalb der ausführenden Abteilung der Leistung) angefordert. Sobald das Angebot vollständig ist, überwache ich den Freigabeprozess von den von mir angelegten Angeboten.
Alle am Angebot beteiligten Personen müssen das Angebot prüfen und ihr „O.K.“ geben. Verdeutlicht wird dies durch eine „elektronische Ampel“ im System.




Wie muss man sich Ihre Zeit in der Berufsschule vorstellen?

Die Zeit in der Berufsschule ist etwas komplett anderes als die Zeit im Betrieb. Am Anfang denkt man, dass es relativ viel Stoff ist, den man vermittelt bekommt, aber wenn man sich dafür interessiert, ist es wirklich nicht schwer und bei vielen Sachen macht das Lernen sogar Spaß. Es ist auch nicht wie üblich so, dass man 1 bis 2 Tage die Woche in die Schule geht, sondern 2 Wochen. Nach diesen 2 Wochen ist man wieder ca. 4 bis 6 Wochen im Betrieb.

Wie sind Ihre Arbeitszeiten (Schichtarbeit? Bereitschaftsdienst?)?

Allgemein gilt die Gleitzeit für die RWE IT GmbH Azubis. Das bedeutet, man kann in einer bestimmten Zeitspanne (Kernarbeitszeit ist 9 bis 15 Uhr) kommen, muss aber auf seine zu erfüllenden Stunden kommen. Bei uns sind es 7,6 Stunden plus eine halbe Stunde Pause. Meine Arbeitszeiten sind natürlich mit meiner Abteilung abgestimmt, aber in der Regel bin ich sehr flexibel und kann mir die Arbeitszeiten so legen, wie es gerade am besten passt.
An einem normalen Arbeitstag bin ich um 7:30 Uhr auf der Arbeit und gehe je nach Arbeitsaufkommen zwischen 15:30 Uhr und 16:30 Uhr nach Hause. Jede Minute, die ich länger als meine Grundarbeitszeit (7,6 Std.) anwesend bin, wird mir aber als Flexzeitstunden angerechnet. Von diesen angesammelten Stunden kann ich mir dann z. B. zusätzliche Tage freinehmen.

Die Kollegen und das Team:

Mit wem verbringen Sie die meiste Zeit?

Mit wem ich die meiste Zeit verbringe, ist unterschiedlich. Während meiner Arbeitszeit bin ich die meiste Zeit mit den Kollegen im Büro zusammen. Auch meine Pausen verbringe ich sehr häufig mit den Kollegen. Es ist aber auch nicht unüblich, die Pausen mit anderen Azubis zu verbringen.

Wie setzt sich Ihr Team zusammen?

Das Team, mit dem ich arbeite, setzt sich unterschiedlich zusammen. Es sind viele ehemalige Azubis in der Abteilung. Mit 2 ehemaligen Azubis sitze ich sogar im Büro. Dadurch, dass die 2 Mitarbeiter auch vor nicht allzu langer Zeit ihre Ausbildung absolviert haben, wissen sie noch genau, wie man etwas am besten erklärt bekommt und somit kommen wir relativ schnell auf eine gemeinsame Basis. In der Abteilung sind aber auch viele Mitarbeiter, die ihre Ausbildung nicht bei RWE absolviert haben. Diese Mischung macht das Team zu etwas Besonderem.

Das Arbeitsumfeld:

Wie sieht Ihre Arbeitsumgebung (z. B. Büro, Kraftwerk etc.) aus?

Mein Arbeitsplatz befindet sich in einem typischen Büro.

Was ist Ihr am häufigsten genutztes Arbeitsmittel/Werkzeug? Bitte skizzieren Sie dieses doch auf einem Blatt Papier.

Mein wichtigstes Arbeitsmittel ist der Laptop.

 


Besonderheiten der Ausbildung:

Was war Ihr schönstes oder lustigstes Erlebnis im Rahmen Ihrer Ausbildung?

Als schönes Erlebnis fällt mir direkt der Outdoor-Tag in der ersten Woche ein. Dort ging es um teambildende Maßnahmen und um das Kennenlernen. Ebenso war die Frühlingsakademie in Wanderath, welche ebenfalls als teambildende Maßnahme angesetzt wurde, etwas ganz Neues. Wir haben auf einem 3-tägigen Seminar vieles über die verschiedenen Typen von Menschen erfahren (zum Beispiel introvertierte und extrovertierte Menschen), aber auch die Planung eines Projektes geübt.

Wovon hätten Sie nicht erwartet, dass es im Rahmen Ihrer Ausbildung auf Sie zukommt (Positives/Negatives)?

Ich hätte nicht gedacht, dass die Azubis vom Betrieb aus so viele Besichtigungen machen oder zu so vielen zusätzlichen Veranstaltungen eingeladen werden, wie beispielsweise zum Teamabend der RWE Service GmbH und der RWE IT GmbH. Ich finde es sehr positiv, dass wir Azubis bei solchen Veranstaltungen nicht übergangen werden.
Eine weitere positive Sache ist, dass die Ausbildung der IT-Azubis über einen Durchlaufplan organisiert ist. Man durchläuft somit in den ersten beiden Jahren relativ viele Abteilungen und sieht viel von dem Konzern. Das Problem bei diesen relativ kurzen Abteilungsaufenthalten ist aber, dass man in einigen Abteilungen nicht beim Tagesgeschehen helfen kann und dadurch manchmal nur theoretisch arbeiten kann.