Die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Keine Tricks, ich will Tipps.

Eine besondere Herausforderung im Vorstellungsgespräch ist die Verhandlung über Ihr zukünftiges Gehalt. Im Gespräch sollten Sie darauf warten, dass Ihr potenzieller Arbeitgeber den ersten Gehaltsvorschlag macht. Dadurch muss er die Karten auf den Tisch legen.

Finden Sie im Vorstellungsgespräch den Stellenwert der Position heraus.

Die Gehaltsfrage sollte so spät wie möglich angesprochen werden. Denn je länger Sie Gelegenheit haben, Ihre Fähigkeiten vorzustellen, desto mehr steigen Ihre Chancen, ein höheres Gehalt zu verhandeln. Wird die Gehaltsfrage auch im zweiten Vorstellungsgespräch nicht angeschnitten, fragen Sie: “Soll das Thema Gehalt heute angesprochen werden oder ist dafür ein weiteres Gespräch vorgesehen“?

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert!

Müssen Sie den ersten Vorschlag machen, nennen Sie eine konkrete Gehaltsvorstellung, die leicht über der gewünschten Summe liegt. Dadurch geben Sie Ihrem möglichen Arbeitgeber einen Verhandlungsspielraum nach unten. Wenn Sie ungewöhnlich wenig verlangen, wird Ihr Gesprächspartner glauben, Sie hätten bislang nur Absagen erhalten oder sich schlecht auf das Gespräch vorbereitet.

Tipp für Berufserfahrene

Der Personalverantwortliche weiß, dass sich ein Bewerber mit Berufserfahrung verbessern will. Ihr aktuelles Gehalt gilt deshalb als Untergrenze. Wenn Sie die Stelle wechseln, können Sie je nach Verantwortungsumfang 10 bis 20 Prozent mehr verlangen.

Liefern Sie eine überzeugende Begründung für Ihre Gehaltsvorstellung.

Begründen Sie Ihre Gehaltsforderung immer mit dem Nutzen, den Sie dem Unternehmen bieten.
Machen Sie an Ihren vorbereiteten Argumenten fest, dass Sie ein Gewinn für die Firma sind. Stellen Sie Ihre Qualifikationen heraus, die für den Arbeitgeber einen großen Mehrwert bedeuten, z. B. besondere Fremdsprachenkenntnisse.

Wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung formulieren, ist entscheidend.

Falls das Angebot unbefriedigend sein sollte, argumentieren Sie, warum Sie mehr erhalten sollten. Formulieren Sie Ihre Gehaltsvorstellung dabei souverän als Frage: „Ich habe vergleichbare Angebote mit einem höheren Gehalt. Denken Sie, dass wir uns einigen können?“ Eine unbegründete Forderung wie „Aufgrund meiner Qualifikationen würde ich schon gerne 30.000 Euro verdienen“, kommt hingegen nicht gut an.

Tipp für Berufserfahrene

Bewerber mit Berufserfahrung können beim Gehalt höher ansetzen. Wenn Sie Ihre Erfolge in Zahlen belegen können, steigen Ihre Chancen, ein höheres Gehalt zu verhandeln: „Bei meinem früheren Arbeitgeber habe ich durch gute Verhandlungen nachweislich 15 Prozent Umsatzsteigerung erzielt“.

Nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung selbstbewusst und ohne zu zögern.

Auch in der Gehaltsverhandlung achten Personalverantwortliche auf Ihre Körpersprache. Schauen Sie Ihren Gesprächspartner direkt an, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellung äußern. Sprechen Sie mit fester Stimme, damit kein Zweifel aufkommt, ob Sie sich den Job zutrauen. Reagieren Sie auf Stressfragen wie „Tatsächlich so viel Gehalt?“ souverän mit „Ja, das halte ich auf Grund meiner Qualifikationen, die ich einsetzen werde, für angemessen."

Bringen Sie die Gehaltsverhandlung zu einem guten Ende.

Zu einer erfolgreichen Verhandlung gehören zwei Parteien: Sie und Ihr potenzieller Arbeitgeber. Sie beide wollen mit der Einigung zufrieden sein. Deshalb sollten Sie die Gehaltsverhandlung nicht als Auseinandersetzung ansehen. Dann haben Sie größere Chancen das Gehalt zu erzielen, das Sie verdienen. Ein zu hohes Gehalt kann zu einer sehr hohen Erwartungshaltung führen.