Offshore-Bohrungen bis in 3.000 Meter Tiefe
Die Bohrarbeiten auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate verlaufen seit Förderbeginn 1987 störungsfrei. Von kleinster Fläche erschließen bisher 25 Bohrungen die westlichen Teile des Ölfeldes. Sie führen bis in 3.000 Meter Tiefe und sind in verschiedene Richtungen - zum Teil horizontal durch die Lagerstätte verlaufend - abgelenkt. Die jährlichen Fördermengen sind nach einem stetigen Anstieg aufgrund der natürlichen Ausförderung der Lagerstätte inzwischen rückläufig. Offshore wurden bis Juni 2010 rund 14 Millionen Tonnen Öl gefördert.
Leistungsstarke High-Tech-Bohranlage
Die Offshore-Feldesentwicklung erfolgt mit der neuen leistungsstarken, elektrisch betriebenen High-Tech-Bohranlage T-150, die seit Ende 2005 im Einsatz ist.
Rollenmeißel montiert an der T-150 Die insgesamt rund 50 Millionen Euro teure Anlage zählt zu den modernsten ihrer Art in Europa und ist durch ihre spezielle Ausstattung auf eine umweltgerechte Arbeit im sensiblen Wattenmeer ausgerichtet. Mit ihren Bohrlängen von etwa 8.000 Metern kann die T-150 das Ölfeld Mittelplate mit weiteren Bohrungen erschließen.
Erste Multilateralbohrung fördert Öl
Im Oktober 2010 hat die erste Multilateralbohrung Deutschlands mit der Ölförderung aus dem Feld Mittelplate begonnen. Mit der Hightech-Bohrung A23 wird fortan ein Impuls gegen den natürlichen Förderrückgang aus dem Ölfeld gesetzt. Das Ergebnis ist positiv: rund 700 Kubikmetern Öl werden täglich gefördert.
Technische Umsetzung
Die A23 wurde als so genannte Duolateralbohrung ausgeführt: Aus einer fertig niedergebrachten und verrohrten Bohrung wurde ein Loch für eine abzweigende weitere Bohrung (Lateral-Ast) gefräst. Abhängig vom Lagerstättentyp und von der Art der Verzweigung können mehrere abzweigende Äste gebohrt und an das Mutterbohrloch angehängt werden – daher die Bezeichnung „multilateral“. Mit einer einzigen Bohrung werden so mehrere Lagerstättenziele erreicht.
Aufbau der Duolaterlabohrung A23
Bohrstrecke halbiert
Für die Bohrung A23 bedeutet dieses Vorgehen, dass die 4.000 Bohrmeter bis zur Lagerstätte im Dogger-Beta-Sand nur einmal gebohrt werden müssen, um von dort drei Bohrungsziele anzusteuern. Zwei der Ziele werden mit der Hauptbohrung erreicht, ein drittes mit dem 1.300 Meter langen Lateral-Ast. Anstatt drei einzelner Bohrungen von insgesamt rund 14 Kilometern Länge beträgt die Gesamtbohrstrecke der A23 nur 7.300 Meter. Ein weiterer Vorteil: an der Oberfläche – im Bohrkeller der Bohr- und Förderinsel Mittelplate – wird für zwei Produktionsstränge nur noch ein Bohrloch benötigt.
Langfristiges Ziel ist der zunehmende Einsatz von Multilateralbohrungen bei der Feldesentwicklung der Lagerstätte Mittelplate.
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Rollenmeißel |
Bohranlage T-150 mit Top Drive |
Bohranlage T-150 kann 500 Tonnen heben |
Bohranlage T-150 in der Abenddämmerung |





