GuD-Kraftwerk Gersteinwerk

RWE hat einen sogenannten Vorbescheid für Bau und Betrieb eines neuen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks am Standort Werne beantragt. Gleichzeitig hat das Unternehmen Anträge auf die notwendigen wasserrechtlichen Genehmigungen und Erlaubnisse gestellt. Wie es das Gesetz vorsieht, liegen sämtliche Unterlagen zurzeit öffentlich aus. Wo die Anträge zu welchen Zeiten einsehbar sind, steht im Amtsblatt der Genehmigungsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg.

Im Interesse von Übersichtlichkeit und Allgemeinverständlichkeit hat Antragstellerin RWE Generation die umfangreichen Unterlagen in einer Kurzversion zusammengefasst.

Weitere Informationen sind über die Links und Downloads jederzeit abrufbar. Ebenso können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger telefonisch an RWE Generation wenden.

Information zur Antragsstellung
Amtsblatt der Bezirksregierung Arnsberg

 

Bürger informieren sich über geplantes Kraftwerk

2. Informationsveranstaltung am 18. Juli 2013

Laden Sie sich hier die Einladung zur Veranstaltung herunter.

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1. Informationsveranstaltung am 31. Januar 2013

Mehr als 250 Bürgerinnen und Bürger kamen und wurden von Werks- und Projektleitung, also aus erster Hand, informiert.

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Fragen zum GuD-Kraftwerk Gersteinwerk

1. Worum geht es bei dieser Kraftwerksplanung?

Die RWE Generation SE will bei der Bezirksregierung in Arnsberg die Genehmigung eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD) beantragen.

Es ist mit einer elektrischen Leistung von bis zu 1.300 Megawatt auf dem Gelände des Kraftwerks Gersteinwerk in Werne geplant. In einer solchen Anlage wird Erdgas, wie es auch im Haushalt verwendet wird, zur Stromerzeugung genutzt.

Im ersten Schritt des Genehmigungsverfahrens werden der Vorbescheid und die wasserrechtlichen Erlaubnisse beantragt.

Für den Vorbescheid klären die Behörden verbindlich die wichtigsten Voraussetzungen einer Genehmigung sowie die grundsätzliche Vereinbarkeit des Projekts mit den Gesetzen. Dabei geht es zum Beispiel um Bauplanung, Lärm und Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Naturschutz. An dieser zentralen Stelle des Genehmigungsverfahrens wird die Öffentlichkeit vollumfänglich beteiligt. Weitere Teilgenehmigungen für den tatsächlichen Bau und Betrieb werden, auf dem Vorbescheid aufbauend, später in einem voraussichtlich nicht öffentlichen Verfahren beantragt.

2. Wie funktioniert ein GuD-Kraftwerk?

In dem geplanten Kraftwerk wird die Energie des Brennstoffs Erdgas besonders effizient genutzt – in einer Kombination von Gasturbinen und Dampfturbinen.

Zunächst wird das Erdgas in einer Gasturbine verbrannt, die einen ersten Generator antreibt. Das heiße Abgas der Gasturbine wird eingesetzt, um Wasser in Dampf umzuwandeln, der anschließend ebenfalls – in einer Dampfturbine mit gekoppeltem Generator – zur Stromerzeugung dient.

Der große Vorteil einer solchen Anlage besteht in ihrem hohen Wirkungsgrad von circa 59 Prozent und ihrer Umweltfreundlichkeit.

Die möglichen Lieferanten bieten das Kraftwerk in zwei Varianten an. Welche gebaut wird, ist noch offen und wird erst konkreter, wenn der Vorbescheid vorliegt und die Vertragsverhandlungen mit den Herstellern beginnen. Im bevorstehenden Verfahren prüfen die Behörden alle Umweltaspekte. Dabei gehen sie vorsorglich von der Variante mit den größeren Auslegungsdaten aus, auch wenn sich RWE Generation später für die kleinere Variante entscheiden sollte.

3. Warum wurde das Gersteinwerk als Standort ausgewählt?

Das Kraftwerk Gersteinwerk eignet sich aus mehreren Gründen besonders gut für die geplante GuD-Anlage.

Erstens haben die hoch qualifizierten Mitarbeiter des Bestandskraftwerks große Erfahrung im Betrieb von Gaskraftwerken.

Zweitens gibt es auf dem Gelände des Gersteinwerks eine gute Infrastruktur, die für die neue Anlage genutzt werden kann, beispielsweise einen Naturzug-Nasskühlturm.

Drittens ist der Standort optimal an das Erdgasversorgungsnetz angeschlossen. Die sichere Brennstoffversorgung der neuen GuD-Anlage ist deshalb gewährleistet. Auch in das europaweite Hochspannungsnetz ist das Gersteinwerk sehr gut eingebunden.

4. Welche Auswirkungen hat das neue Kraufwerk auf die Umwelt?

Das geplante GuD-Kraftwerk mit seinem Wirkungsgrad von circa 59 Prozent nutzt den Brennstoff wesentlich besser aus als die vorhandenen Anlagen am Standort.

Denn zur Erzeugung einer Kilowattstunde Strom wird weniger Brennstoff benötigt. Entsprechend geringer ist der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) und an Stickoxiden.

Diese entstehen bei der Verbrennung des vergleichsweise umweltschonenden Brennstoffs Erdgas ohnehin in geringeren Mengen als bei anderen fossilen Energieträgern.

In einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsuntersuchung wird geprüft, ob das geplante Kraftwerk negative Folgen für die Umwelt haben könnte - etwa durch Abgas und Schallemissionen oder die Kühlwassereinleitung in die Lippe. Selbstverständlich wird RWE Generation die in 2013 verschärften Grenzwerte zur Luftreinhaltung einhalten.

5. Wieso ist das neue GuD-Kraftwerk ein Partner der erneuerbaren Energien?

Strom aus Wind, Sonne und Biomasse hat Vorrang im deutschen Stromnetz. Und ihr Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland wächst stetig.

Von Natur aus stehen die erneuerbaren Energieträger Wind und Solar nicht ständig, sondern mit schwankender Leistung zur Verfügung. Bei Windstille oder Dunkelheit zum Beispiel müssen schnell andere Kraftwerkstypen einspringen, um den fehlenden Strom aus Windkraft oder Sonnenenergie zu ersetzen. Gaskraftwerke sind dafür sehr gut geeignet, denn sie sind aufgrund der Natur ihres Brennstoffs Erdgas und ihrer technischen Auslegung sehr flexibel.

Wenn es darauf ankommt, können sie innerhalb weniger Minuten an oder abgefahren werden und ihre Stromerzeugung entsprechend schnell starten, steigern oder drosseln. Damit können sie die unvermeidlichen und wenig berechenbaren Schwankungen der Erneuerbaren problemlos ausgleichen. So tragen sie erheblich zur Versorgungssicherheit bei. Deshalb sind Gas- und Dampfturbinenkraftwerke auch in Zukunft von großem Wert für die Energieversorgung.

6. Welche Bedeutung hat das Projekt für die Region?

RWE Generation will bis zu 600 Millionen Euro in den Bau des neuen GuD-Kraftwerks investieren.

Wie auch bei anderen RWE-Projekten werden vergleichbar qualifizierte Dienstleister aus der Region bei der Auftragsvergabe bevorzugt. Während der Bauzeit von circa zwei bis drei Jahren werden bis zu 700 Arbeitskräfte zeitgleich auf der Baustelle beschäftigt sein. Auf Dauer sichert das GuD-Kraftwerk den traditionsreichen Energiestandort Gersteinwerk und damit seine Arbeits- und Ausbildungsplätze.

7. Wie geht's im Genehmigungsverfahren weiter?

Das Vorbescheidsverfahren ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz geregelt. Die wasserrechtlichen Erlaubnisse richten sich nach dem Wasserhaushaltsgesetz.

Zuständige Behörde ist die Bezirksregierung Arnsberg. Genehmigungsverfahren für große Kraftwerke sind grundsätzlich öffentlich. Schon die Anträge für das GuD-Kraftwerk werden öffentlich ausgelegt, damit die Bürger sie gründlich einsehen können. Außerdem können die Bürger Einwendungen gegen das Vorhaben erheben. Auch die betroffenen Städte und Fachbehörden sowie Umweltschutzverbände werden am Vorbescheidsverfahren beteiligt.

Die Bezirksregierung wird alle entsprechenden Termine und Örtlichkeiten rechtzeitig öffentlich bekannt geben.