Aalschutz-Initiative

RWE Power AG betreibt für ihre Schwestergesellschaft RWE Innogy 44 Laufwasserkraftwerke. Neue gesetzliche Vorgaben und Erkenntnisse zum Natur- und Gewässerschutz bewirken teilweise einen Optimierungsbedarf mit Schwerpunkt beim Fischschutz. So ist heute der Aalbestand in Europa stark gefährdet, denn während ihres komplexen Lebenszyklus sind die Aale vielen nachteiligen Einflüssen ausgesetzt. Bei ihrer Abwanderung in die Laichgebiete passieren die Aale teilweise auch die Turbinen der Wasserkraftanlagen und können dann auf Grund ihrer Länge durch die Turbinenflügel verletzt werden.

Besonders an der Mosel, wo RWE zehn Laufwasserkraftwerke betreibt, wollen wir einen Beitrag zur Erhaltung eines gesicherten Aalbestandes leisten. Deshalb wurde 1995 eine Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz und den Berufsfischern gegründet.

Im Rahmen der Aalschutzinitiative Rheinland-Pfalz wird unter Beteiligung wissenschaftlicher Institutionen nach Möglichkeiten gesucht, Fischschäden durch die Wasserkraftwerke zu minimieren und den Aalbestand der Mosel zu stärken. Leitgedanke ist der Ausgleich zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen zur Sicherung der klimafreundlichen Stromerzeugung durch die Wasserkraft.

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz beim Aalschutz. Dafür erforschen, entwickeln und prüfen wir geeignete Hilfsmittel, leisten Grundlagenforschung und Soforthilfe.

So werden zum Beispiel seit 1997 abwandernde Aale gezielt vor den einzelnen Wasserkraftanlagen gefangen und schonend umgesetzt. Pro Jahr können so etwa 10.000- 15.000 Moselaale zur Weiterwanderung schadlos in den Rhein gelangen. Im Rahmen verschiedener Forschungsarbeiten wurden und werden Erkenntnisse über die Biologie und das Wanderverhalten gewonnen. Ziel ist u.a. die Wanderzeiten der Aale zu identifizieren, um dann in dieser Zeit geeignete Hilfsmaßnahmen einzuleiten. 2011 wird eine Studie zur Entwicklung des Aalbestandes in der Mosel bearbeitet. Denn bisher kann der Aalbestand nur geschätzt werden. Mit Hilfe eines dynamischen Bestandsmodells sollen der aktuelle Aalbestand und z. B. auch die wesentlichen Sterblichkeitsfaktoren ermittelt werden.

Eine aussichtsreiche Maßnahme könnte eine fischangepasste Betriebsweise sein. Der Durchfluss der Turbinen wird dabei nicht vorrangig energetisch optimiert, sondern so gesteuert, dass ein möglichst großer Abstand zwischen den Turbinenflügeln das Verletzungsrisiko für Aale minimiert. Wir haben die RWTH Aachen mit der Identifizierung geeigneter Steuerungsvarianten und der Analyse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit beauftragt. Im Rahmen einer aufwändigen parallel laufenden fischereibiologischen Studie wird der Erfolg für den Aalbestand der Mosel ermittelt. Ein Großteil der abwanderungswilligen Aale wandert unter bestimmten Umweltbedingungen innerhalb bestimmter Nächte ab. Deshalb wird aktuell auch ein Detektionsverfahren geprüft, um diese Hauptwanderungsnächte zu ermitteln. Eine fischangepasste Betriebsweise könnte dann gezielt in diesen Zeiträumen zur Schadensminderung beitragen, ohne die Stromerzeugung wesentlich zu beeinträchtigen.

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