Verantwortung in der Lieferkette

Nachhaltigkeit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus auch in die Lieferkette zu tragen, hilft, international Standards für Umweltschutz, Menschenrechte, Arbeitssicherheit sowie die Bekämpfung von Korruption zu stärken. So sind wir nicht nur Produzenten sondern auch Kunden und Lieferanten. Nachhaltigkeit wird daher zunehmend auch Voraussetzung, um an Ausschreibungen im Bereich Industriekunden teilnehmen zu können und bei der öffentlichen Beschaffung berücksichtigt zu werden.
Wesentliche Bestandteile unserer Wertschöpfung sind die Beschaffung von Steinkohle und Erdgas wie auch Biomasse sowie der Handel mit Brennstoffen. Internationale Großhandelsmärkte sind dabei die wichtigste Bezugsquelle. Auch wenn für uns Umwelt- und Sozialverträglichkeit in der Produktion eine wichtige Rolle spielt, haben wir an dieser Stelle kaum Möglichkeiten, unmittelbar auf die Produktionsbedingungen Einfluss zu nehmen.
Für den Geschäftsbetrieb, die Wartung und den Neubau sowie Rückbau unserer Anlagen beschaffen wir außerdem Waren, Dienstleistungen und Anlagekomponenten. Mit unseren Lieferanten stehen wir in regelmäßigem und engem Austausch.

Wir überprüfen Handelspartner auf den Großhandelsmärkten

In der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten wollen wir auf Einhaltung und Förderung internationaler Umwelt- und Sozialstandards achten. So fordern es unser Verhaltenskodex und unsere Verhaltensgrundsätze. Bevor wir mit ihnen Geschäftsbeziehungen aufnehmen, überprüfen wir alle potenziellen Handelspartner. Das geschieht in einem standardisierten und mehrstufigen Prozess. Wir prüfen anhand internationaler Datenbanken und Informationssysteme, ob Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten vorliegen. Seit 2014 stehen uns dabei auch die Informationen der Initiative Bettercoal zur Verfügung. Alle unsere Handelspartner werden auf diese Weise überprüft.

Wir treiben Standards in der Steinkohlelieferkette voran

Kooperationen mit anderen Energieunternehmen sind unverzichtbar, um Forderungen nach nachhaltigen Produktions- und Transportbedingungen angesichts zumeist fehlender direkter Lieferbeziehungen mehr Nachdruck zu verleihen. Darum haben wir 2012 gemeinsam mit weiteren großen Steinkohleabnehmern die Initiative Bettercoal gegründet. Die Organisation auditiert Kohleproduktionsstätten weltweit. Ziel von Bettercoal ist es, in allen wichtigen Produktionsländern Verbesserungen auf den Weg zu bringen und die Kohleproduktion weltweit auf akzeptable Umwelt- und Sozialstandards zu heben.

Bettercoal

Wir beschaffen zertifizierte Biomasse

Zertifikate garantieren, dass bei den von uns importierten Holzpellets Nachhaltigkeitsaspekte in der gesamten Lieferkette eingehalten werden. Dazu nutzen wir den neuen Industriestandard des Sustainable Biomass Partnership (SBP). RWE ist seit ihrer Gründung in der SBP-Initiative engagiert. Bisher haben Großbritannien und Dänemark den SBP-Standard als konform mit den nationalen Nachhaltigkeitskriterien anerkannt. Die gesamte über unser Handelshaus RWE Supply &Trading gehandelte Biomasse konnte Zertifikate aufweisen. Dabei sind die Pellets nach unterschiedlichen Standards zertifiziert, jedoch jeweils immer mindestens nach einem.

Sustainable Biomass Program

Wir integrieren unseren Verhaltenskodex in alle Vertragsbeziehungen

Bei der Beschaffung von Waren, Dienstleistungen und Anlagenkomponenten, die über den Konzerneinkauf erfolgen, sollen alle Lieferanten von RWE die relevanten internationalen Umwelt-, Sozial- und Compliancestandards – und, wo erforderlich, weitere detaillierte Anforderungen – kennen und berücksichtigen. In unsere Kaufentscheidungen beziehen wir somit Informationen über die Einhaltung von Nachhaltigkeits-anforderungen bei den Lieferanten mit ein. Basis dieser Anforderungen sind die zehn Prinzipien des UN Global Compact (UNGC), unser Verhaltenskodex und weitere detaillierte Richtlinien.
Unseren Verhaltenskodex und die Prinzipien des UNGC können wir bei direkten Geschäftsbeziehungen als Bestandteil des jeweiligen Vertrags hinterlegen. Damit vermitteln wir unseren Lieferanten und Dienstleistern eine klare Erwartungshaltung. Im Rahmen einer Erstüberprüfung potenzieller Lieferanten erheben wir in einer Selbstauskunft unter anderem Informationen zu den Themen Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Compliance.
Mit strategischen Lieferanten stehen wir in regelmäßigem und engem Austausch. Unser Lieferantenmanagement ist konzernweit ein wesentlicher Baustein innerhalb des strategischen Beschaffungsprozesses. Es umfasst Lieferantenauswahl, -bewertung, -klassifizierung und –entwicklung. Dabei berücksichtigen wir immer auch die Sichtweise der Lieferanten. Bei Problemen im Rahmen der Geschäftsbeziehung gehen wir auf unsere Lieferanten zu und erarbeiten mit ihnen gemeinsam Verbesserungen. Wir erfassen regelmäßig den Anteil des Einkaufsvolumens, bei dem die Anforderungen unseres Verhaltenskodex Bestandteil der Vertragsbeziehung sind.