Das Rheinische Braunkohlenrevier

 

Die Entwässerung geht dem Tagebau voraus. Sie ist das Kerngeschäft der Wasserwirtschaft im Rheinischen Braunkohlenrevier. Zurzeit werden in den Tagebauen jedes Jahr rund 550 Millionen Kubikmeter Grundwasser gehoben. Dafür sind ca. 1.500 Brunnen im Einsatz.

 

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Ökomaßnahmen

Die fortschreitenden Tagebaue erfordern die Verlegung von Gewässern, die im Vorfeld des Abbaufeldes liegen. Dafür müssen an anderer Stelle neue Gewässer angelegt werden.
Die bergbaubedingte Grundwasserabsenkung hat aber auch Auswirkungen auf Gewässer und Feuchtgebiete, die weiter entfernt von den Tagebauen liegen. Zum Schutz dieser Gebiete werden Ausgleichsmaßnahmen, so genannte „Ökomaßnahmen“, geplant und umgesetzt. Sie können sowohl technischer Art (Sickerschlitze, Pumpstationen) als auch naturnah (Bäche, Teiche) sein.

Rahmenplanung

Der sichere Betrieb der Tagebaue benötigt eine wasserwirtschaftliche Planung. Neben technischen müssen dabei auch rechtliche Belange berücksichtigt werden: Sowohl die Grundwassererhebung (Sümpfung) als auch die Einleitung des Sümpfungswassers in die Vorfluter benötigen umfangreiche wasserrechtliche Genehmigungen.
Federführend für die behördliche Kontrolle sind die Bezirksregierungen. Zusätzlich wurden für einige Verfahren „Monitoring“-Arbeitskreise eingerichtet. Ihnen gehören neben den oberen Aufsichtsbehörden die Kreise, Städte und Gemeinden sowie die örtlichen Wasserverbände an. Hier werden alle Fragen zu möglichen Auswirkungen der Sümpfung, Einleitung oder Entnahme von Wasser insbesondere auf grundwasserabhängige Feuchtgebiete, Gewässer und die Wasserversorgung erörtert.

Wasserversorgung

Durch die bergbaubedingte Grundwasserabsenkung können Brunnen von Dritten beeinträchtigt werden. RWE ist verpflichtet, hierfür Ersatz zu leisten. Dies können Maßnahmen an den Wassergewinnungsanlagen der Betroffenen bis hin zum Naturalersatz – Wasserlieferung durch RWE – sein. Daher betreiben wir im Rheinischen Braunkohlenrevier vier Trinkwasserwerke. Darüber hinaus wird in zwei weiteren Werken Brauchwasser für ökologische Ausgleichsmaßnahmen aufbereitet. Weiterhin werden die Kraftwerke autark mit Sümpfungswasser versorgt.

Wassertechnik

Der Betrieb von Brunnen für die Tagebauentwässerung erfordert eine stetige Entwicklung der technischen Anlagen (Brunnen, Pumpen etc.) bzw. Prozesse. Außerdem sind eine leistungsfähige IT-technische Unterstützung und effiziente Arbeitsvorbereitungen für den Einsatz der Anlagen wichtig. Indem wir Stamm- und Betriebsdaten in modernen Informationsverarbeitungssystemen erfassen und verarbeiten, werden eine leistungsfähige Dokumentation, Auswertung, Steuerung und Berichterstattung ermöglicht.

 

Bohrbetrieb und Leitungsnetz

Der Bohrbetrieb erstellt die erforderlichen Bohrungen für die Brunnen, die für Sümpfung und Trinkwassergewinnung erforderlich sind. Darüber hinaus werden Bohrungen für die Untersuchung der Lagerstätte und die Errichtung von Grundwassermessstellen abgeteuft.

Die jährlich gehobene Sümpfungswassermenge würde ausreichen, um den Wasserbedarf von mehreren Großstädten zu decken. Diese Wassermenge wird zum Teil als Trink-, Brauch- oder „Ökowasser“genutzt. Dazu wird ein weit verzweigtes Ableitungsnetz von derzeit rund 750 Kilometern Länge betrieben, das mit dem Fortschreiten der Tagebaue ständig angepasst wird. Die zukünftigen Anforderungen der Entwässerung und der jeweiligen Abnehmer werden berücksichtigt.