CO2-Wäsche
Neben Maßnahmen zur Wirkungsgradsteigerung von Braunkohlenkraftwerken und damit zur nachhaltigen Verringerung von CO2-Emissionen arbeiten wir auch an Verfahren, bei denen das CO2 gar nicht erst in die Atmosphäre gelangt, sondern vorher abgetrennt wird. Eine Möglichkeit dazu ist die so genannte CO2-Wäsche.
In der chemischen Industrie ist die CO2-Wäsche ein bewährtes Verfahren, mit dem seit Jahren Kohlendioxid z. B. für die Getränke- oder die Düngemittelindustrie gewonnen wird. Für die Energiewirtschaft jedoch ist das Verfahren ein Novum. Die CO2-Wäsche greift am Ende des Kraftwerksprozesses ein, also nach den heute üblichen Rauchgas-Reinigungsanlagen.
Seit 2009 erproben wir im Rahmen einer Kooperation mit BASF und Linde in einer Pilotanlage am Innovationszentrum Kohle eine neuartige Technologie zur Abtrennung von Kohlendioxid (CO2) aus Rauchgasen. In der Pilotanlage können bis zu 300 Kilogramm CO2 pro Stunde abgeschieden werden, was bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90 Prozent entspricht.
Der Praxistests zeigt: Verglichen mit heute üblichen Prozessen lässt sich der Energieaufwand mit der innovativen Technologie unter Einsatz neuartiger chemischer Lösemittel für die CO2-Abscheidung um etwa 20 Prozent senken. Daneben zeichnen sich die neuen Lösemittel durch eine deutlich erhöhte Stabilität gegenüber Sauerstoff aus, so dass der Lösemittelverbrauch erheblich verringert wird.
RWE, BASF und Linde arbeiten jetzt an Lösungen für Demonstrations- und Großkraftwerke. Auf Grundlage dieser Technik könnten dann mehr als 90 Prozent des Kohlendioxids aus den Verbrennungsabgasen eines Kraftwerks entfernt und anschließend einer Speicherung im Untergrund zugeführt oder für eine stoffliche Umwandlung verwendet werden.

