Das RWE-Algenprojekt
Das bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehende CO2 kann nutzbringend und dabei klimaschonend verwendet werden. Mit diesem Ziel hat RWE Power die CO2-Einbindung durch Mikroalgen in einer Pilotanlage in Niederaußem erforscht.
Mikroalgen benötigen Kohlendioxid zum Wachstum. Wie alle Pflanzen nehmen Mikroalgen CO2 über die so genannte Photosynthese auf, also mit Hilfe von Licht, wachsen dabei aber deutlich schneller als Landpflanzen. Eine erhöhte Wachstumsrate wird durch die gesteuerte Zufuhr von CO2 mittels CO2-Quellen erreicht, die einen höheren CO2-Gehalt als Luft aufweisen. Daher eignen sich Rauchgase z.B. aus Braunkohlekraftwerken sehr gut zur Produktion von Algen. Eine Abtrennung von CO2 aus dem Rauchgas ist hierzu nicht notwendig, da das Rauchgas direkt genutzt werden kann.
Um die Mikroalgen-Technologie eingehend zu testen und weiter zu entwickeln, hat RWE Power in Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern am Kraftwerksstandort Niederaußem eine Anlage zur Einbindung von Kohlendioxid aus den Rauchgasen des Kraftwerks errichtet und über einen Zeitraum von drei Jahren bis Ende 2011 betrieben. Das im Rauchgas enthaltene CO2 wurde dabei in einer Algensuspension gelöst und von den Algen zum Wachstum aufgenommen.
Im Rahmen des RWE-Algenprojektes konnte gezeigt werden, dass die Mikroalgen mit Rauchgas aus dem Braunkohlekraftwerk ebenso gut wachsen wie mit reinem CO2. Ebenso konnte die Effizienz des gesamten Verfahrens durch Neuentwicklungen des Projektpartners Phytolutions gesteigert werden. Der dreijährige Betrieb unter Realbedingungen hat geholfen, die technische Entwicklung weiter voranzutreiben und wesentliche Aspekte für die Planung zukünftiger Großanlagen aufzuzeigen.
Das Projekt wurde wie geplant Ende 2011 abgeschlossen.

