Andreas Brabeck, Leiter Politik Netze/Vertrieb/Gas

Andreas Brabeck hat in Aachen Bergbauingenieurwesen studiert. Als Leiter Politik Netze/Vertrieb/Gas arbeitet er heute an der Schnittstelle zwischen Energiewirtschaft und Gesellschaft.

Skizzieren Sie bitte kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Nach dem Studium war ich zunächst bei einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen im Vertrieb tätig und habe Anlagen im Bergbau projektiert – zuletzt hauptsächlich in Indonesien und Thailand. Danach kam der Wechsel in die Kommunikation – ich war unter anderem Redakteur und Pressesprecher.

Wie sieht Ihre aktuelle Tätigkeit aus?

Meine Arbeit besteht aus einem aktiven und einem reaktiven Part. Wir besprechen beispielsweise Gesetzesentwürfe mit unseren Experten und übersetzen deren eventuelle Vorbehalte in eine politikgängige Sprache. Andererseits beobachten und analysieren wir die energiewirtschaftlichen Entwicklungen. Wir gehen aber auch direkt auf die Politik zu, wenn wir finden, dass Gesetzesvorhaben oder Ziele energiewirtschaftlich nicht umsetzbar sind. Gleichzeitig stehen wir dabei immer auch in der Diskussion mit NGOs (Nicht-Staatlichen Organisationen) wie etwa Umweltverbänden oder Kirchen. Schließlich können wir nicht rein energiewirtschaftlich denken, sondern müssen uns auch die Meinungsvielfalt der Gesellschaft anschauen.

Von ihrem Studium bis zu Ihrer jetzigen Tätigkeit ist es ein weiter Weg.

Eigentlich hatte ich schon immer einen Faible für Kommunikation – ich hatte nur nicht gedacht, dass man davon auch leben kann und hab mich dann für das Ingenieur-Studium entschieden. Ich hab aber im ersten Job als Ingenieur schnell gemerkt, dass es mir Spaß macht, mit Menschen zu diskutieren. Der Wechsel zur Bergbauzeitung war dann eher Zufall, und danach kam eines zum anderen.

Könnte auch ein Nichtingenieur Ihre Tätigkeit ausfüllen?

Es gibt natürlich auch viele Volkswirte und Betriebswirte in unserem Team. Aber auch mehrere Ingenieure. Mein Job verlangt aber genau die Fähigkeiten, die ein Ingenieur typischerweise mitbringt: das Analytische kombiniert mit der Anwendungsorientierung etwa. Zudem hilft mein Hintergrund auch, etwa gewisse Tücken in Gesetzentwürfen oder energiepolitischen Vorschlägen zu erkennen. Außerdem kommt man so schneller in die Diskussion mit den Ingenieuren im eigenen Haus.

Welches sind die besonders spannenden Momente in Ihrem Beruf?

Spannend ist das Ringen um tragfähige Lösungen. Und mich reizen vor allem die Gespräche mit herausfordernden Teilnehmern wie etwa Umweltverbänden.

Welches sind die schweren Momente?

Dass man trotz guter Arbeit zu seinen Gesprächspartner nicht durchgedrungen ist. Und dass Politik manchmal Sachzwängen unterliegt, die man allen guten energiewirtschaftlichen Argumenten zum Trotz nicht beeinflussen kann.

Was würden Sie einem jungen Menschen für die berufliche Zukunft raten?

Sich erst auf das Ingenieur-Fachstudium zu konzentrieren und dies auch bestmöglich abzuschließen. So hat man zunächst die Möglichkeit eines Einstiegs über die fachliche Schiene. Wenn man dann auch noch Organisations-, Management oder Kommunikationstalent entwickelt, gibt es für Ingenieure eine riesige Spannweite der Möglichkeiten.

Wenn Sie einen Wunsch in Ihrem Job frei hätten, wofür würden Sie diesen verwenden?

Beruflich kann ich mich nicht beschweren – aber persönlich würde ich gerne „auf einen Schnipp“ gut Klavier spielen können.

Könnten Sie sich vorstellen, wieder einer eher typischen Tätigkeit eines Ingenieurs nachzugehen?

Ich denke da nicht konkret dran – wäre aber durchaus offen. Allerdings gibt es viele begabte junge Leute, die sind in ihrer Spezialmaterie viel tiefer drin als ich.

 

Stand: 21.11.2013