Lingen, 22. Juni 2009, RWE PowerDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Schornstein des stillgelegten Kernkraftwerks Lingen wird abgebrochen



Abbruchauftrag an emsländisches Unternehmen vergeben

Nach dem Abschluss aller vorbereitenden Maßnahmen und der Freigabe durch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde kann jetzt mit dem Abbruch des ca. 150 Meter hohen Schornsteins des Kernkraftwerks Lingen (KWL) begonnen werden. Die Arbeiten werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen und haben ein Auftragsvolumen von rund einer Million Euro. Der Auftrag wurde komplett an ein Unternehmen aus dem Emsland vergeben.

Bereits im August 2007 hatte die KWL GmbH den Antrag auf Ersatz des Fortluftkamins und Abbruch des Schornsteins beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz gestellt. Da über den Schornstein seit der Stilllegung des KWL keine Rauchgase aus der ölbefeuerten Zwischenüberhitzung mehr abgeführt werden, sondern nur noch die Abluft aus dem Reaktorgebäude abgeleitet wird, ist er in der bisherigen Größe nicht mehr erforderlich. Vom Ministerium wurde der Antrag am 29.09.2008 genehmigt und mit der Umsetzung umgehend begonnen. Bereits im Dezember 2008 konnte ein neuer, erheblich kleinerer Kamin errichtet und an die Lüftungsanlage des Reaktorgebäudes angebunden werden. Seit dem 22.12.2008 ist die neue Luftführung in Betrieb.

Anfang 2009 erfolgten Reinigungsarbeiten im Bereich der ehemaligen Abluftführung und das Ausräumen der inneren Einbauten des Schornsteins. Im April wurde eine Öffnung in den unteren Teil des Schornsteins geschnitten um den Bauschutt aus dem Schornsteinstuhl zu entfernen. Durch diese Öffnung wurde jetzt auch das Abbruchgerät, ein kleiner Bagger, in die Röhre des Schornsteins eingebracht. Das Gerät wird in der Röhre nach oben gezogen und anschließend auf den Schornstein aufgesetzt. Von oben wird das Schornsteinmaterial abgetragen und der Schutt nach innen abgeworfen.

Das Kernkraftwerk Lingen war von 1968 bis 1977 als eines der drei ersten kommerziellen Kernkraftwerke in Deutschland in Betrieb. Seit 1988 befindet es sich im Sicheren Einschluss, das Genehmigungsverfahren zum endgültigen Abbau der Anlage verläuft planmäßig.



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