Biblis, 15. November 2010, RWE Power AGDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Kraftwerksleiter Hartmut Lauer: „Mitarbeiter in Biblis freuen sich über neue Perspektiven durch Laufzeitverlängerung“



  • 63. Kraftwerksgespräch mit Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

„Wir freuen uns, dass sich für die Mitarbeiter am Standort Biblis nach den jüngsten Beschlüssen der Politik eine deutlich bessere Perspektive ergibt. Wir können jetzt auch weiter einen Beitrag zu einer sicheren, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Stromerzeugung Hessens leisten.“ Mit dieser Botschaft eröffnete Dr. Hartmut Lauer, Leiter des Kraftwerks, das 63. Kraftwerksgespräch. Bei dem Dialog mit Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bewertete er das Ende Oktober verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung insbesondere mit dem Blick auf die Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke. „Wir sind froh, dass die Kernenergie ihren Stellenwert im Energiemix und ihre Bedeutung im Klimaschutz in den nächsten Jahren behalten wird.“ Er betonte aber zugleich, dass vor allem mit der Einführung der Brennelementesteuer auf die Unternehmen erhebliche Belastungen zukommen.

Der Kraftwerkschef stellte heraus, dass Kernkraftwerke wie die Bibliser Anlage den angestrebten Ausbau der erneuerbaren Energien als idealer Partner unterstützen: „Unsere Blöcke können die Stromproduktion umfangreicher und schneller als nahezu alle anderen Kraftwerkstypen regulieren. Genau das ist wichtig, um die Schwankungen von Sonne und Wind auszugleichen.“ Außerdem wirkt die Kernenergie dämpfend auf den Strompreis und leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele.

Für 2011 sind weitere umfangreichen Nachrüst- und Modernisierungsmaßnahmen geplant. Kraftwerkschef Lauer: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir bereits rund 1,4 Milliarden Euro in Nachrüstungen, Inspektionen und Modernisierungen investiert. Unsere Anlage muss keinen Vergleich mit deutschen oder internationalen Kraftwerken in punkto Sicherheit scheuen.“ Er versicherte: „Auch in Zukunft werden wir die Sicherheitsreserven der beiden Blöcke weiter erhöhen."

In diesem Jahr hat RWE Power in Biblis 42 Mitarbeiter eingestellt, 15 junge Menschen konnten ihre Ausbildung beginnen. Damit sind derzeit rund 1.000 Menschen dauerhaft im Kraftwerk tätig. In den letzten fünf Jahren hat der Standort im Schnitt Aufträge über rund 200 Millionen Euro vergeben, davon flossen rund 70 Millionen Euro in die Metropolregion Rhein-Neckar. Insgesamt sichert das Kraftwerk so mehr als 1.500 regionale Arbeitsplätze.

In einem Gastreferat berichtete Ludwig Kons, Leiter Klimaschutz bei RWE Power, über so genannte „Clean Development Projekte“ (CDM). Mit diesem im Kyoto-Protokoll geregelten Mechanismus werden Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern ermöglicht, die zu einer Reduzierung klimaschädlicher Gase führen. Im Gegenzug erhalten die beteiligten Unternehmen Zertifikate, die im Rahmen des europäischen Emissionshandels eingesetzt werden können. „Die Herausforderung Klimawandel bedarf internationaler Zusammenarbeit. CDM ist der Mechanismus, der zur kosteneffizienten Reduktion von Treibhausgasen führt. Er ermöglicht den dazu notwendigen Kapital- und Technologietransfer und verbessert die Lebensbedingungen vor Ort. Er ist derzeit ohne erkennbare Alternative und sollte daher beim bevorstehenden Klimagipfel in Cancun gestärkt werden,“ erklärte Kons. Insgesamt ist RWE bereits an 135 Klimaschutzprojekten beteiligt. Sie sind verteilt über Afrika, Südamerika und Asien. Beispielsweise verwirklicht das Unternehmen gemeinsam mit Partnerorganisationen in Sambia derzeit das CDM-Projekt „Save 80 Kochsysteme“. Diese Kocher werden mit nachwachsender Biomasse statt mit umwelt- und gesundheitsschädlicher Holzkohle betrieben und sollen bis Ende des Jahres von mehr als 300.000 Menschen in den Slums der Hauptstadt Lusaka genutzt werden.

Um den abstrakten Begriff CDM mit Leben zu füllen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat RWE Power unterschiedlichste Gegenstände aus Projektländern zu einer Ausstellung zusammengetragen, die anlässlich des Kraftwerksgesprächs im Informationszentrum ausgestellt werden. Die Sammlung kann noch bis zum 22. November 2010 von allen Besuchern des Informationszentrums besichtigt werden.

Für Presserückfragen:
Rita Craemer
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0 62 45) 21 - 4235


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