Lingen, 15. August 2014, RWE Power AGDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Große Flexibilität macht Kernkraftwerk Emsland zum zuverlässigen Partner der erneuerbaren Energien



• Lingener Anlage kann in rund 60 Minuten bis zu 850 Megawatt Leistung reduzieren und damit zur Netzstabilität beitragen

Schnelle Wetterumschwünge bewirken starke Schwankungen in der regenerativen Stromerzeugung und stellen hohe Ansprüche an die Flexibilität im Stromnetz. Das Lingener Kernkraftwerk kann auf das volatile Verhalten der Erneuerbaren schnell reagieren und je nach Bedarf Leistung reduzieren oder wieder erhöhen. Das macht die Anlage zu einem zuverlässigen, flexiblen Partner von Wind und Sonne.

Damit das Stromnetz stabil bleibt, muss eine wetterbedingt steigende Stromerzeugung aus Erneuerbaren durch Leistungsabsenkungen in konventionellen Kraftwerken ausgeglichen werden. Schließlich hat der regenerative Strom im Netz Vorfahrt. Das Kernkraftwerk Emsland (KKE), das gut ein Fünftel des niedersächsischen Stromverbrauchs deckt, leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Es reduziert je nach Bedarf seine Leistung. Beispiel 22. Juni: Der Netzbetreiber forderte eine schnelle Leistungsabsenkung um 145 Megawatt an. „Unsere Mannschaft kennt diese Situationen und ist vorbereitet, wenn die nächste aufziehende Wolkendecke wieder eine Leistungssteigerung von unserem Kraftwerk erfordert“, so Norman Hoffmann, Produktionsleiter im KKE. Wie am 22. Juni. Denn da war nach nur 40 Minuten wieder die volle Leistung erforderlich.

Die größte Leistungsreduktion wurde in diesem Jahr in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar angefordert. Kräftiger Wind drückte rund 21.500 Megawatt regenerativen Strom ins deutsche Netz. Da diese Menge nicht genügend Abnehmer in Industrie und Haushalten fand, fuhr das KKE nach Anforderung des Netzbetreibers um 850 Megawatt herunter. Nach rund 13 Stunden wurde die Anlage wieder auf Volllast hochgefahren. Nur wenige Tage zuvor, am Montag, 10. Februar, herrschte in Deutschland fast Windstille und die Rotoren der Windräder konnten nur rund 2.800 Megawatt bereitstellen. Als Folge war der Einsatz der konventionellen Kraftwerke auch im Emsland dringend erforderlich.

Kleinere Netzschwankungen unter 100 Megawatt können vom Kernkraftwerk automatisch ausgeglichen werden. Hier spricht man von der Primärregelreserve. Dieser Mechanismus wurde allein von Juni bis August bereits ein gutes Dutzend Mal aktiviert. „Wichtig ist eine gute und schnelle Regelfähigkeit des Kraftwerks“, erläutert Hoffmann. „Hier zeigt das KKE seine Qualität als zuverlässiger Partner der Regenerativen und als Stabilisator im Stromnetz.“



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