3. Wandel der Energiepolitik in den 1990er Jahren

3.3 Ende der 90er-Jahre: Verbändevereinbarungen ebnen den Weg in die Liberalisierung

Nachdem eine Vielzahl von neuen Unternehmen die gesetzliche Liberalisierung nach 1998 zum Markteintritt nutzte, kam es zu einem starken Preisverfall. Von dieser Entwicklung profitierten sowohl die Industrie als auch die privaten Haushalte. Der vom Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) monatlich ermittelte Strompreis verringerte sich beispielsweise bis zum Jahr 2000 um 27%. Der daraus resultierende Kostendruck bei den Energieversorgern markierte parallel den Beginn einer Konsolidierungswelle, die das Erscheinungsbild der Branche nachhaltig veränderte. Viele der neuen Unternehmen sahen sich den Herausforderungen des Wettbewerbs nicht gewachsen und mussten den Betrieb wieder einstellen.

Grundlage für den Wettbewerb um Kunden war das Modell des „verhandelten Netzzugangs“.

Dazu legten die Verbände der Netznutzer und der Netzbetreiber gemeinsam allgemein gültige Regeln für den Netzzugang und die Ermittlung der Netzentgelte fest. Gestartet wurde dieses Modell mit der so genannten ersten Verbändevereinbarung, die 1999 in Kraft trat.

Im Wandel: Energiepolitik