Rekultivierung

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Schon während des Genehmigungsverfahrens für einen Tagebau beginnt die Planung der Folgelandschaft. Sobald die ersten Teile eines Kohlenflözes abgebaut sind, startet die Wiederherstellung von Ackerland, Wald und Wasserflächen. Eine hochwertige Rekultivierung ist unabdingbar, weil die neue Landschaft auf Dauer vielseitig und nachhaltig nutzbar sein muss – als Lebens- und Wirtschaftsraum für viele nachfolgende Generationen.

Die rheinische Rekultivierung gilt nicht nur unter Fachleuten weltweit als vorbildlich.

Die Methoden der Rekultivierung haben sich im Laufe eines langen Lernprozesses stets weiterentwickelt. Sie wurden über die Jahrzehnte immer wieder an veränderte Zielvorstellungen und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Das Lernen geht weiter. Wissenschaftliche Arbeiten von Hochschulinstituten begleiten die Rekultivierung und kommen so der Arbeit in und an der neuen Landschaft zugute. RWE Power hat in Jüchen die Forschungsstelle Rekultivierung eingerichtet. Sie dient Wissenschaftlern als Anlaufstelle, Bibliothek und Labor für ihre Studien
(www.forschungsstelle-rekultivierung.de).

Eine hochwertige Rekultivierung ist wichtig, weil die neue Landschaft nicht nur vorübergehend Ersatz und Ausgleich bieten, sondern auch auf Dauer vielseitig und nachhaltig nutzbar sein muss – als Lebens- und Wirtschaftsraum für viele kommende Generationen.

Forstliche Rekultivierung

Die Jungpflanzen für die forstliche Rekultivierung stammen auch aus Baumsamen aus dem Tagebauvorfeld – so bleibt das genetische Potenzial erhalten.

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Landwirtschaftliche Rekultivierung

Wo neues Ackerland geplant ist, besteht der Boden aus reinem Löss und Lösslehm. Um die Bodenfunktionen wieder in Kraft zu setzen, bauen Landwirte von RWE Power Pionierpflanzen an, die den Boden durchwurzeln und mit Stickstoff anreichern.

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Ökologie

Obwohl künstlich angelegt, stehen mehrere Rekultivierungsflächen unter Naturschutz. Pflanzen und Tiere von der Roten Liste sind dort zu Hause.

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Naherholungsgebiete

Wenn Bagger ihre Arbeit gemacht haben, entstehen riesige rekultivierte Landschaftsflächen – darunter viele Freizeit- und Erholungsgebiete.

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Forschungsstelle Rekultivierung

Die ökologische Begleitforschung wird u.a. von der Forschungsstelle Rekultivierung durchgeführt.

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Weitere Informationen:

Betriebliche Grundlagen

Den Boden für die Rekultivierung bereitet der Tagebaubetrieb selbst: Absetzer verkippen in den ausgekohlten Abbaubereichen zunächst Ton, Sand und Kies und legen anschließend eine Drainageschicht aus wasserdurchlässigem Material darüber. Böschungen und Geländemulden werden heute möglichst naturnah gestaltet, das heißt: so unregelmäßig wie die Natur selbst. Wo eine Aufforstung vorgesehen ist, tragen sie eine Mischung aus Lösslehm und Kies als oberste Bodenschicht auf, den so genannten Forstkies. Dieses Material ist zum einen so locker, dass die Wurzeln der Bäume tief in den Boden eindringen können; zum anderen ist es so lehmig, dass es genug Wasser auch für trockenere Jahreszeiten speichern kann. Mit Forstkies rekultivierte Bereiche werden heute nicht mehr planiert, sondern entweder so belassen oder ohne die Fläche zu befahren schonend eingeebnet, um Verdichtungen und damit Staunässe und Erosion zu vermeiden und um die mikroklimatischen Vorteile von Kipprippen und Kleinmulden zu nutzen. Wo neues Ackerland geplant ist, bringen die Absetzer reinen Löss und Lösslehm auf. Gleiches gilt für aufzuforstende Flächen in der Ebene. Diese Schicht muss nach einer gewissen Setzung mindestens zwei Meter mächtig sein. Anschließend wird der Löss bodenschonend eingeebnet. Auch Wasserflächen und wechselfeuchte Standorte sind Teil der Rekultivierung. In den rekultivierten Landschaften breiten sich heute Seen aus; große Gewässer sind unter anderem wegen des zu erwartenden Massendefizits nach Kohleabbau auch in den Restlöchern heutiger Tagebaue geplant.

Tagebau und Kulturlandschaft

Braunkohle kann nur im Tagebau gewonnen werden. Entsprechend tief ist der Eingriff des Bergbaus in die dichtbesiedelte Kulturlandschaft.

Die Braunkohlentagebaue liegen in einer seit jeher intensiv genutzten Kulturlandschaft. Sie ist Einzugsgebiet der Städte Köln, Aachen, Mönchengladbach und Düsseldorf und damit vergleichsweise dicht besiedelt.

Verkehrserschließung und Verstädterung haben die Struktur dieses früher ländlich geprägten, heute in jeder Hinsicht stark genutzten Raums deutlich verändert. Zudem zählen die Böden zu den besten Deutschlands, so dass sie überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden.

In diese Kulturlandschaft greifen die Tagebaue ein: Wo Deckgebirge abgetragen und Braunkohle gewonnen wird, ist Landschaft zunächst Vergangenheit. Denn wegen der lockeren Erdschichten ist im Rheinland eine Rohstoffgewinnung unter Tage, wie sie zum Beispiel in den Zechen des nahe gelegenen Ruhrgebiets betrieben wird, nicht möglich. Die rheinische Braunkohle muss stattdessen im Tagebau gewonnen werden.

Doch der Eingriff ist vorübergehend. Schon während des Genehmigungsverfahrens eines Tagebaus werden die Grundzüge der Bergbaufolgelandschaft festgelegt. Ebenso früh beginnt die konkrete Planung der neuen Landschaft. Sobald die ersten Partien eines Kohlenflözes abgebaut sind, beginnt die Wiederherstellung von Ackerland, Wald und sonstigen Flächen- die Rekultivierung.

Rekultivierung beginnt vor dem Tagebau

Öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren schaffen schon früh den Rahmen für die spätere Landschaftsgestaltung. Wie RWE Power das Land nach dem Tagebau zu gestalten hat, entscheiden stets öffentlich-rechtliche Verfahren. Mit der ersten landesplanerischen Genehmigung eines Tagebaus wird bereits entschieden, welches Aussehen bzw. welchen Charakter die spätere neue Landschaft haben wird.

Dazu gehören erste Festlegungen über die Aufteilung der Flächen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungen und sonstige Nutzungen.

Diese Festlegungen werden in weiteren betriebsplanerischen Verfahren abschnittsweise und zeitnah bis zur Ausführungsreife konkretisiert. In diesen Verfahren bringen Landwirte, Förster, Naturschützer, Verkehrsplaner, Wirtschaftsförderer und viele andere ihre Interessen ein. Dabei sind Konflikte programmiert. Jeder Träger öffentlicher Belange vertritt in der Regel berechtigte Interessen und hat seineeigenen Vorstellungen von den späteren Nutzungsmöglichkeiten: Neue Ackerflächen sichern landwirtschaftliche Unternehmen sowie ihren Familien und somit Existenzen; von neuen Gewerbegebieten versprechen sich die Gemeinden wirtschaftliche Impulse, also Arbeitsplätze und Steuerkraft. Neue Waldbereiche, Feldfluren und Seen sind willkommene Erholungsgebiete.

Dabei sind sich die Fachleute von Behörden, Verbänden, Wissenschaft und Bergbau in wesentlichen Fragen einig: Die Rekultivierung ist nicht der Versuch, Natur nachzubauen. Der Mensch kann nur eine Starthilfe geben, das heißt, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine nachhaltig nutzbare Landschaft schaffen. Die zu erzielenden Kompromisse sind keine Notlösungen: Nicht die Trennung, sondern die Vernetzung der Nutzungsarten kann die Belange von Ökonomie und Ökologie nachhaltig vereinen.

Natürliche Voraussetzungen

Die Niederrheinische Bucht ist ein ackerbaulich sehr intensiv genutztes Gebiet. Die Gründe dafür liegen im Wesentlichen im hohen Ertragspotential der Böden. Ausgangsgestein dieser durch Jahrtausende andauernden Verwitterungs- und Bodenentwicklungsvorgänge ist der eiszeitliche Löß. Insbesondere der geologisch jüngste Löß (Weichsellöß) sowie die aus ihm entstandenen Böden bedingen den hohen Wert dieser Ackerstandorte.

Die aus dem Weichsellöß entstandenen Böden bilden in weiten Teilen der Niederrheinischen Bucht die oberste Schicht der Erdkruste. Es sind im wesentlichen Parabraunerden entstanden, die in Abhängigkeit der Geländeform mehr oder weniger stark erodiert sein können.
Wegen seiner hohen Schluffanteile von 70 bis 80 % kann dieser Boden sehr viel Wasser speichern. So können landwirtschaftliche Kulturen beispielsweise auch sehr niederschlagsarme Sommer ohne nennenswerte Ertragseinbußen überstehen.

Die Böden der Niederrheinischen Bucht zählen damit zu den ertragreichsten und besten Standorten weltweit. Aus dieser hohen Ertragsfähigkeit der Altlandböden leitet sich eine hohe Verantwortung für den Herstellungsprozess der sogenannten Neulandböden ab. Die ordnungsgemäße Verwendung des oberflächlich anstehenden Lößes bildet dabei einen wichtigen Baustein zur Erreichung einer hohen Ertragsfähigkeit.

Die Geschichte der Rekultivierung

Die Rekultivierung im rheinischen Braunkohlenrevier hat eine lange Tradition. Erste Auflagen und Aufforderungen zur Rekultivierung führen weit in die Vergangenheit zurück. Bereits im Jahre 1766 findet sich in einem Pachtvertrag für die Roddergrube die Auflage, die hinterlassene Grube mit Erlen aufzuforsten. Dabei ging es nicht um das Landschaftsbild oder gar ökologische Ansprüche, sondern um handfeste wirtschaftliche Gründe: Wald war ein wichtiges Wirtschaftsgut.

Das Allgemeine Berggesetz für Preußen (1865) verlangte ein Jahrhundert später eine ausdrückliche fachliche Kontrolle der Wiedernutzbarmachung. Dabei wachte die Bergbehörde über alle Maßnahmen der Oberflächengestaltung und -nutzung durch die Bergbaubetriebe nach dem Abbau der Braunkohle.

Um die Jahrhundertwende erreichte der Braunkohlenabbau industrielle Größenordnungen. Umso nachdrücklicher musste darauf Wert gelegt werden, die ausgekohlten Flächen wieder wirtschaftlich nutzbar zu machen. In einer „Bergpolizeiverordnung“ aus dem Jahre 1929 erließ das Oberbergamt Bonn: „Beim Braunkohlentagebau müssen alle Abraummassen in die ausgekohlten Tagebaue wieder so eingebracht werden, dass möglichst große land- und forstwirtschaftlich nutzbare Flächen entstehen.“

Bis zum Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Wiedernutzbarmachung zu Recht auf die Herstellung neuer Waldflächen. Schließlich bewegte sich der Braunkohlenbergbau damals hauptsächlich auf dem bewaldeten Villerücken zwischen Bonn und Köln.
Erst als die Tagebaue nach Norden bis hin zu den ackerbaulichen Kerngebieten der Niederrheinischen Bucht vordrangen, änderten sich die Anforderungen an die Wiedernutzbarmachung. So kam es in den 1960er Jahren zum sogenannten Lößabkommen, das für die Rekultivierung die Verwendung des fruchtbaren Lößes vorschreibt. Erst dieser Löß ermöglicht es, bei der Rekultivierung Qualitäten zu erreichen, wie sie der Landwirt von seinen gewachsenen Böden her kennt.

Der technische und biologische Fortschritt führte bereits mit den ausgehenden 1950er Jahren zu einer bis heute fortdauernden Technisierung und Intensivierung der Landwirtschaft. Ging es dabei zunächst um die möglichst große Produktion von Nahrungsgütern, so gewinnen in jüngster Zeit agrarökologische Fragestellungen zunehmende Bedeutung. Für die Landwirtschaft hat Umweltverträglichkeit – ein vielzitiertes Schlagwort – besondere Bedeutung: Landwirtschaftliche Tätigkeit steht schließlich auf der Grundlage natürlicher Ressourcen. Moderne Landwirtschaft kann nicht gegen, sondern nur mit der Natur Erfolg haben.

Anspruchsvollere Kulturpflanzen haben deutlich gemacht, wie empfindlich landwirtschaftliche Produktions- und Nutzungssysteme sind. Davon waren auch umfangreiche Rekultivierungsflächen betroffen: Wo es an der nötigen Sorgfalt bei der Behandlung des Lösses fehlte, haben die Kulturpflanzen nicht die gewünschten Erträge erzielen können. So löste die Kritik der Neuland-Bewirtschafter Anfang der 1980er Jahre ein umfassendes Programm wissenschaftlicher Untersuchungen und Bodenverbesserungen aus. Ihre Erkenntnisse haben geholfen, Rekultivierungstechnik und Landbewirtschaftung weiterzuentwickeln. Schließlich konnte die von der Natur gesetzte und vom Landwirt verlangte Zielvorgabe erreicht werden.

Das gestiegene Umweltbewusstsein, die Notwendigkeit, den EU-Agrarmarkt zu reformieren, und nicht zuletzt die sozialen Bedürfnisse von Landwirtsfamilien setzen heute weitergehende Forderungen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird nicht mehr nur als Produktionsfaktor, sondern als wichtiger Bestandteil der Landschaft verstanden. Die rekultivierten Feldfluren müssen auch der Erholung und dem Natur- und Artenschutz dienen. So ist die Gegenwart der Rekultivierung durch ein Zusammenwirken aller Disziplinen mit einem ganzheitlichen Ansatz gekennzeichnet.

Der Herstellungsprozess

Der im Rheinland reichlich vorhandene Löß ist einer der Erfolgsfaktoren der Rekultivierung. Entsprechend sorgfältig wird er behandelt.
Den Boden für die Rekultivierung bereitet der Tagebaubetrieb selbst: Absetzer verkippen in den ausgekohlten Abbaubereichen zunächst Ton, Sand und Kies und legen anschließend eine Drainageschicht aus wasserdurchlässigem Material darüber. Böschungen und Geländemulden werden heute möglichst naturnah gestaltet, das heißt: so unregelmäßig wie die Natur selbst.

Wo eine Aufforstung vorgesehen ist, tragen sie eine Mischung aus Lößlehm und Kies als oberste Bodenschicht auf, den so genannten Forstkies. Dieses Material ist zum einen so locker, dass die Wurzeln der Bäume tief in den Boden eindringen können; zum anderen ist es lehmig genug, dass es ausreichend Wasser auch für trockenere Jahreszeiten speichern kann. Mit Forstkies rekultivierte Bereiche werden heute nicht mehr eingeebnet, um Verdichtungen und damit Staunässe und Erosion zu vermeiden und um die mikroklimatischen Vorteile von Kipprippen und Kleinmulden zu nutzen.

Wo neues Ackerland geplant ist, bringen die Absetzer reinen Löß und Lößlehm auf. Gleiches gilt für aufzuforstende Flächen in der Ebene. Diese Schicht muss nach einer gewissen Setzung mindestens zwei Meter mächtig sein. Anschließend wird der Löss bodenschonend eingeebnet. Auch Wasserflächen und wechselfeuchte Standorte sind Teil der Rekultivierung. In den Restlöchern älterer Tagebaue breiten sich heute Seen aus; große Gewässer sind unter anderem wegen des zu erwartenden Massendefizits nach Kohleabbau auch in den Restlöchern heutiger Tagebaue geplant.

Landrückgabe/Flurbereinigung

In einem zwischen Eigentümer und Bergbautreibendem geschlossenem bergbaulichen Überlassungsvertrag werden im Vorfeld der Inanspruchnahme des Grundstücks die Modalitäten der Entschädigung bzw. die Rückgabe in Form von rekultiviertem Neuland geregelt. Die Landrückgabe erfolgt im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens durch eine öffentliche Behörde.

Dabei werden die für bergbauliche Zwecke genutzten Ackerflächen gegen neu hergestelltes rekultiviertes Ackerland getauscht. Das Tauschverhältnis bei der Rückgabe der Flächen nach Beendigung der bergbaulichen Nutzung wird auf Basis der Ackerzahlen (Bonität) für das Altland und das Neuland ermittelt. Dazu erfolgt nach Abschluss der Rekultivierung eine Neubewertung (Bonitierung) der hergestellten Neulandböden durch einen unabhängigen Schätzungsrat (Delegation von Gutachtern). Die dabei festgelegte Bonitierung der Neulandböden ist maßgeblich für das Tauschverhältnis.Zum Ausgleich von Unwägbarkeiten in den Ertragsvoraussetzungen und der Bodenentwicklung gewährt RWE Power über den Tausch nach Ertragsmesszahlen hinaus noch einen zehnprozentigen Aufschlag gemäß der zwischen dem Rheinischen Landwirtschafts-Verband e.V. und RWE Power vereinbarten Gewährleistungsvereinbarungen für Neulandböden.

Verträge / Regelwerke – Rahmenwerk für Umsiedlungen

Die Bilanz

Die rheinische Rekultivierung gilt nicht nur unter Fachleuten weltweit als vorbildlich.

Die Methoden der Rekultivierung haben sich im Laufe eines langen Lernprozesses stets weiterentwickelt. Sie wurden über die Jahrzehnte immer wieder an veränderte Zielvorstellungen und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.

Das Lernen geht weiter. Wissenschaftliche Arbeiten von Hochschulinstituten begleiten die Rekultivierung und kommen so der Arbeit in und an der neuen Landschaft zugute. RWE Power hat in Jüchen die Forschungsstelle Rekultivierung eingerichtet. Sie dient Wissenschaftlern als Anlaufstelle, Bibliothek und Labor für ihre Studien (www.forschungsstelle-rekultivierung.de). Auf bisher zwei Rekultivierungskongressen haben internationale Fachleute auf Einladung von RWE Power ihre Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht.

Eine hochwertige Rekultivierung ist wichtig, weil die neue Landschaft nicht nur vorübergehend Ersatz und Ausgleich bieten, sondern auch auf Dauer vielseitig und nachhaltig nutzbar sein muss – als Lebens- und Wirtschaftsraum für viele kommende Generationen.

Die rheinischen Tagebaue haben bisher rund 290 Quadratkilometer Land in Anspruch genommen. Davon sind bis heute etwa 200 Quadratkilometer wieder nutzbar gemacht worden. Gut 103 Quadratkilometer sind Ackerland, 77 Quadratkilometer Forstflächen und 20 Quadratkilometer Wasser- und sonstige Flächen.

Ausblick

Auch wenn nachweislich über die Jahrzehnte große Fortschritte und Erfolge erzielt wurden, bleibt die Rekultivierung in jeder Hinsicht ein Lernprozess. Die Fachleute von RWE Power sind offen nach allen Richtungen: Erkenntnisse, ob aus der eigenen Arbeit, aus der Forschung der Hochschulen oder aus dem Erfahrungsaustausch bei den von RWE Power veranstalteten Fachkongressen, fließen in  die tägliche Arbeit der zuständigen Fachabteilung ein und helfen die Rekultivierung weiter zu entwickeln. Nichts ist so gut, dass es nicht weiter verbessert werden kann.

Die Rekultivierungsforschung verfolgt drei Ziele: Erstens soll sie die Entwicklung der neuen Landschaftsbereiche dokumentieren und zeigen, wo helfend und unterstützend eingegriffen werden sollte. Zweitens soll sie die ökologische Wirksamkeit überprüfen. So zeigte eine Studie, dass die heute übliche Verkippung ohne Planierung im forstlichen Bereich die spätere Artenvielfalt steigert und die Wuchsleistung wichtiger Baumarten fördert. Drittens liefert die Forschung Ideen zur Verbesserung der Rekultivierung, wie zum Beispiel die Ansiedlung und Vermehrung heimischer Sträucher und Bäume: Heute zieht RWE Power aus dem Saatgut des Altwalds Pflanzen für das neue Land oder nimmt das Heu von Naturschutzwiesen und sät damit neue Flächen mit heimischen Wildpflanzen ein und erhält so die genetische Vielfalt, ein Element der Biodiversität.

Rekultivierung bleibt für alle Beteiligten ein Lernprozess. Je mehr sachkundige Beteiligte daran intensiv mitwirken, desto besser werden die Ergebnisse. Das Ziel bleibt ehrgeizig: die vom Bergbau in Anspruch genommene Landschaft so in den übrigen Kulturraum wieder einzugliedern, dass sie vielseitig nutzbar und ökologisch hochwertig den künftigen Generationen alle Optionen für die Zukunft offen lässt.

 

Kontakt

Fragen zum Thema Rekultivierung richten Sie bitte an unser Sekretariat:

Fr. Kübbeler-HeckerT0221-480 23811
E-Mail an Fr. Kübbeler-Hecker
Fr. Angela SchlaffnerT0221-480 22103
E-Mail an Fr. Angela Schlaffner