CO2-Zertifikate: Handel im Wandel

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Prinzipiell funktioniert der Handel so: Die EU legt eine Obergrenze dafür fest, wie viel Kohlendioxid (CO2) innerhalb ihrer Grenzen jedes Jahr emittiert werden darf. Für jede Tonne CO2, die sie verursachen, müssen Kraftwerksbetreiber ein Verschmutzungsrecht oder Zertifikat an der Börse ersteigern. Wenn ein Unternehmen mehr CO2 verursacht, als es Zertifikate besitzt, muss es Emissionsrechte dazukaufen. Umgekehrt gibt es Unternehmen, die weniger CO2 ausstoßen. Sie haben somit Zertifikate übrig und können sie verkaufen. Ein Zertifikat entspricht dabei einer Tonne CO2. Damit haben CO2-Emissionen einen Preis, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Zertifikatpreis auf niedrigem Niveau

Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass zu viele Zertifikate am Markt sind und ihr Preis, dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend, scheinbar zu niedrig ist. Kritiker monierten, dass Unternehmen dadurch keine Anreize mehr hätten, in den Klimaschutz zu investieren. Deshalb beinhaltet das neue Energie- und Klimapaket der EU deutliche Veränderungen: Derzeit wird die Zahl der europaweit verfügbaren Zertifikate bis 2020 jährlich um 1,74 Prozent verringert. Dieser lineare Reduktionsfaktor wird ab 2021 auf 2,2 Prozent festgesetzt. Gleichzeitig soll eine sogenannte Marktstabilitätsreserve (MSR) eingeführt werden. Das geht so: Steigt der Überschuss an Zertifikaten auf eine bestimmte Menge an, so werden welche vom Markt genommen und für eine bestimmte Zeit in die MSR gestellt – eine künstliche Verknappung. Sinkt der Überschuss unter eine bestimmte Grenze ab, werden Emissionsrechte wieder auf den Markt gebracht.

Reform stärkt Vertrauen

RWE begrüßt diese Entscheidungen. Die Reform kann zwar zu höheren CO2-Preisen führen, stärkt aber insgesamt das Vertrauen in den europäischen Marktmechanismus. Das ist allemal besser als nationale Alleingänge.