RWE Power wertet Bekenntnis zur stofflichen Nutzung der Braunkohle
als starkes industriepolitisches Signal

RWE Power begrüßt die von der Enquete-Kommission II des nordrhein-westfälischen Landtags „Zukunft der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen“ vorgestellten Ergebnisse. „Es ist ein starkes industriepolitisches Signal, wenn die Kommission über Parteigrenzen hinweg die Potenziale der Braunkohle für eine stoffliche Nutzung so deutlich hervorhebt“, betont Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender der RWE Power. Es sei wichtig, die Diskussion über die Kohle nicht einseitig tagesaktuell auf den Klimaschutz zu reduzieren. Mit ihren Vorschlägen liefere die Kommission einen wichtigen Beitrag, vielfältige Optionen für die Industrie im Land aufzuzeigen.

Gerade in NRW angesiedelte Industriezweige haben einen großen Energie- und Rohstoffbedarf, der mit einer hohen Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verbunden ist. Durch die Umwandlung von Braunkohle in flüssige (CtL – Coal to Liquid) oder gasförmige (CtG – Coal to Gas) Zwischenprodukte lässt sich die industrielle Rohstoffbasis verbreitern. Zudem können stabile, weltmarktunabhängige Preise gesichert werden. Die Nähe der verarbeitenden Industrie zu den heimischen Rohstoffquellen begünstigt dabei die Option der stofflichen Kohlenutzung in Nordrhein-Westfalen. Zudem verfügt das Land über wissenschaftliche Strukturen, die hervorragend für die weitere Entwicklung von CtL/CtG zu nutzen wären. „Mit Blick auf geostrategische Entwicklungen – Stichwort: Ukraine-Krise oder auch Nord-Afrika – dürfen wir solche Chancen nicht leichtfertig aus der Hand geben“, mahnt Matthias Hartung.

WTA NiederaußemBlick in die WTA Niederaußem RWE selbst treibt das Thema stoffliche Nutzung der Braunkohle auf vielfältige Weise voran: Im „Innovationszentrum Kohle“ am Kraftwerksstandort Niederaußem entwickelt und erprobt RWE Schlüsselkomponenten für die stoffliche Nutzung. Eigene Versuchsanlagen wie die WTA*- Prototypanlage, einem hocheffizienten Trocknungsverfahren für Braunkohle, und ein Katalysator-Teststand, der zukünftig auch für Fischer-Tropsch Katalysatoren eingesetzt werden kann, stehen hier zur Verfügung. Analyseeinrichtungen für Braunkohleprodukte wie Naphta, Methan und Methanol geben Aufschluss über die Qualität. Das eigene Mineralogielabor ermöglicht Forschungen zur Charakterisierung von Brennstoffen und Verbrennungs-rückständen. In Gesprächen mit Unternehmen der chemischen Industrie in NRW erörtert RWE bereits Kooperationsmöglich-keiten.

Für die Realisierung großtechnischer Anlagen sind etwa zehn Jahre zu veranschlagen. Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, dass die Enquete-Kommission neben einer Pilotanlage (Handlungsempfehlung 8) auch die wissenschaftliche Stützung mit einem Lehrstuhl der Verfahrenstechnik zum Themengebiet Stoffliche Nutzung von Braunkohle und organischen Reststoffen vorgeschlagen hat (Handlungsempfehlung 24). Diese Ansätze könnten als Referenzprojekt in einem „Low-Carbon-Zentrum“, wie es die Landesregierung in ihrem Klimaschutzplan anregt, aufgenommen werden. Auf diese Weise wären wissenschaftliche Grundlagen für die stoffliche Nutzung von Kohle zu bündeln und zudem das Thema einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Darüber hinaus wäre die Aufnahme so eines Referenzprojekts auch in den nationalen Klimaschutzplan ein Signal dafür, dass es dem Bundeswirtschaftsministerium ernst ist mit der Zukunft der Braunkohle und dass Strukturbrüche in den Regionen tatsächlich nicht vorgesehen sind.

Der Bericht der Enquete-Kommission im Internet
Das entsprechende Kapitel ist auf den Seiten 219 bis 226 zu finden;
Handlungsempfehlung 8 auf Seite 398 und Handlungsempfehlung 24 auf Seite 401

*Wirbelschicht-Trocknungsanlage mit interner Abwärmenutzung