Umsiedlung

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Die RWE Power AG ist mit ihren etwa 17.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stromerzeuger im RWE-Konzern. Durch die Verstromung des heimischen und subventionsfreien Energieträgers Braunkohle wird die Umsiedlung von ganzer Ortschaften erforderlich.

Warum sind Umsiedlungen notwendig?

Revierkarte Tagebauentwicklung Zoom Revierkarte Tagebauentwicklung Die rheinische Braunkohle sichert rund 15 Prozent der deutschen Stromversorgung und trägt damit nachhaltig zu einer sicheren Versorgung bei. Sie bietet fast 20.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze bei RWE Power und bei den zahlreichen Zulieferern und Dienstleistern, viele davon aus der Region. Die geologischen Vorräte der Braunkohle reichen noch für Generationen.
Wegen der lockeren Erdschichten über den Lagerstätten, den sogenannten Flözen, kann die Braunkohle nur im offenen Tagebau gewonnen werden. Das macht die Umsiedlung ganzer Ortschaften erforderlich. Damit ist die Umsiedlung der unbestritten gravierendste Eingriff des Braunkohlentagebaus in die intensiv genutzte und dicht besiedelte Kulturlandschaft der Niederrheinischen Bucht und in das Leben der davon Betroffenen.

Wie versucht RWE Power, die Belastungen für die Umsiedler abzufedern?

  • Eine Umsiedlung stellt einen deutlichen Eingriff in die persönliche Lebenssituation jedes einzelnen betroffenen Bürgers dar. Sie belastet jeden Einzelnen – in unterschiedlicher Intensität – über Jahre hinweg, etwa mit Fragen nach der Lebensplanung, mit der Wahl des neuen Umsiedlungsstandortes, mit der Gestaltung des neuen Ortes, mit der Wahrnehmung materieller Interessen bei den Entschädigungsverhandlungen sowie mit der Planung und dem Bau des neuen Heims.
  • Rein fachlich betrachtet ist das Thema Umsiedlung natürlich sehr umfassend und komplex. RWE Power setzt daher auf kontinuierliche und verständliche Information sowie zielgerichtete Beratung; parallel sind die Betroffenen in die Entwicklungen eng eingebunden, so dass die jeweilige Entscheidungsfindung ein Stück weit erleichtert wird.
  • Natürlich gibt es auch Konflikte, wenn einzelne und gemeinschaftliche Interessen aufeinandertreffen. Hier zeigt aber die Erfahrung, dass diese sich in der Regel nach einer gewissen Übergangszeit auflösen – nämlich dann, wenn das Angebot am Umsiedlungsstandort überzeugt. Es überzeugt dann, wenn sowohl persönliche als auch gemeinschaftliche Vorstellungen verwirklicht werden können. Der Umsiedlungsprozess ist also gekennzeichnet vom steten Bemühen eines fairen Interessenausgleichs.

Wie geht RWE Power mit dem Thema Umsiedlung um?

RWE Power geht es nicht nur um faire Entschädigungen für den in Anspruch genommenen materiellen Besitz, wie Wohnhäuser, Grundstücke und Betriebe. Natürlich ist dies die Grundlage für die Betroffenen, an ihrem neuen Wohnort einen wirtschaftlich unbeschadeten Neubeginn zu ermöglichen. Ebenso wichtig sind aber auch immaterielle Werte, wie Tradition, Gemeinschaft und Heimat, die mit Geld nicht entschädigt werden können. Deshalb ist es Ziel einer jeden Umsiedlung, Belastungen für den Einzelnen und für die einzelne Familie dadurch abzufedern, dass der Erhalt der Dorfgemeinschaft ermöglicht und die Umsiedlung im Miteinander bewältigt werden. Der Name dieses Konzepts: Die gemeinsame Umsiedlung.

Das Angebot der gemeinsamen Umsiedlung ist die Grundlage einer sozialverträglichen Umsiedlung. Zwei Aspekte gilt es dabei zu beachten, einen räumlichen und einen zeitlichen. Der räumliche Aspekt ist der Umzug an einen gemeinsam bestimmten, eigenständig wahrnehmbaren und gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Angeboten im Umfeld nachhaltigen Standort. Der zeitliche Aspekt ist der Umzug in einem begrenzten Zeitraum. Umsiedlungsstandort und -zeitraum werden im jeweiligen Braunkohlenplan, einem Instrument der nordrhein-westfälischen Landesplanung festgelegt.

Was sind die wesentlichsten Ziele bei der gemeinsamen Umsiedlung?

Das Konzept der gemeinsamen Umsiedlung hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Oberstes Ziel ist der Erhalt der Dorfgemeinschaft. Dieses soll erreicht werden, indem möglichst viele Bewohner des alten Dorfes möglichst zügig in einen neuen, gemeinsam mit ihnen ausgewählten und geplanten Standort umsiedeln.

Folgender Handlungsrahmen hat sich dabei bewährt:

  • Der eigentliche Umsiedlungszeitraum wird auf einen relativ kurzen Zeitraum begrenzt.
    Damit soll erreicht werden, dass die räumliche Trennung zwischen Verwandten, befreundeten Familien, Vereinsmitgliedern, Spielkameraden möglichst vermieden oder zumindest absehbar überbrückt wird.
  • Das soziale Leben im alten Ort bleibt so bis kurz vor Abschluss der Umsiedlung weitgehend erhalten.
  • Im Zuge der Umsiedlung und beim Aufbau des neuen gemeinsamen Ortes stehen das Vertrauen und die Hilfsbereitschaft unter den Dorfbewohnern im Vordergrund. Das steigert das Zusammengehörigkeitsgefühlt und ist die Voraussetzung dafür, auch am neuen Standort rasch eine gemeinsame Basis und Identität zu finden.
  • RWE Power bindet die Bewohner bei der Planung für den neuen Standort ein und kann so die Bedürfnisse und Wünsche so weit wie möglich berücksichtigen.
  • Letztlich wird mit der gemeinsamen Umsiedlung für den Handel und Gewerbetreibende mit örtlichem Einzugsbereich die Voraussetzung geschaffen, die Kundschaft auch über die Umsiedlung hinweg zu binden.

Gewähr

Die auf dieser Internetseite dargestellten Informationen sollen von einer Umsiedlung betroffenen Bürgern und sonstigen Interessierten einen vereinfachten und strukturierten Überblick zu Umsiedlungen im rheinischen Braunkohlenrevier geben. Naturgemäß erfasst diese Zusammenfassung nicht alle Details der teilweise vielschichtigen und sehr komplexen Sachverhalte. Entsprechend erhebt sie weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch lassen sich auf dieser Basis der hier angebotenen Informationen Rechtsansprüche geltend machen. Geltende Verfahrensgrundlage für die Umsiedlungspraxis bei RWE Power als auch die Entschädigungsermittlung sind allein die an den entsprechenden Stellen in Bezug genommenen Erklärungen und Vereinbarungen.

Verträge / Regelwerke – Rahmenwerk für Umsiedlungen

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