Landwirtschaftliche Rekultivierung

Löss allein ist noch kein voll kulturfähiger Boden. Dazu fehlt der Humus, ein für das Pflanzenwachstum wertvoller Speicher von Nährstoffen und Kleinstlebewesen. Zudem müssen die Bodenfunktionen erst wieder in Kraft gesetzt werden. Dazu werden die neuen Äcker zunächst von RWE Power bewirtschaftet. Landwirte des Unternehmens bauen in den ersten Jahren Pionierpflanzen wie die Luzerne an, die den Boden tiefgründig durchwurzeln und ihn mit Stickstoff anreichern. Dabei geht es nicht darum, gute Ernten einzufahren, sondern den Boden biologisch zu aktivieren. Später werden Getreide und andere Feldfrüchte angebaut, Pflanzen, die auf bodenschonende Weise bestellt und geerntet werden können. Die Fachleute von RWE Power verwenden Schlepper und Landmaschinen mit breiten Reifen sowie spezielle Pflugverfahren, damit der empfindliche junge Boden nicht zu stark verdichtet. Nicht zuletzt spielt der Bodenschutz in der Wiedernutzbarmachung eine zunehmende Rolle.

In der landwirtschaftlichen Rekultivierung geht es auch um ökologische Fragen. Naherholung und Naturschutz haben an Bedeutung gewonnen. Ackerrandstreifen, Hecken, Wäldchen und andere Sonderflächen sollen die neue Landschaft auflockern und anreichern. Wildkräuter können auf sich selbst überlassenen Teilflächen sprießen und Kleintieren der freien Feldflur Nahrung und Deckung bieten.

So kehrt die Natur noch während der Rekultivierung in den neuen Lebensraum zurück.

Nach einer mindestens siebenjährigen Vorbereitung gehen die neuen Ackerflächen in die Hände von Bauern über, die an anderer Stelle Land für den Bergbau bereitgestellt haben. Oft bewirtschaften sie die Flächen von neuen Weilern in der rekultivierten Feldflur aus.

Trotz günstiger Bedingungen müssen die Landwirte vor allem in den ersten Jahren der Bewirtschaftung für den weiteren Humusaufbau mehr düngen. Dafür erhalten sie während der Zwischenbewirtschaftung einen finanziellen Ausgleich.

Zur langfristigen Absicherung der betroffenen Landwirte haftet RWE Power nach der Veräußerung der rekultivierten Flächen zehn Jahre lang und damit über die gesetzliche Mindestdauer hinaus für Mängel wie Mulden, Vernässungen, Verdichtungen oder Steine. Weitere acht Jahre ist RWE Power für die Beseitigung von später noch auftretenden Mulden verantwortlich. Rechnet man die siebenjährige Zwischenbewirtschaftung hinzu, gewährleistet das Unternehmen insgesamt 25 Jahre die gute Qualität der Böden.