Grundwasserkonstruktionen im Rheinischen Braunkohlenrevier

Im Rheinischen Braunkohlenrevier werden die Grundwasserverhältnisse im oberen Grundwasserstockwerk und in den tieferen Grundwasserleitern anhand von mehr als 17.000 Grundwasserpeilrohren regelmäßig beobachtet. Hierbei sind sowohl die Grundwassermessungen der RWE Power und des Erftverbands als auch die Erfassung von Grundwasserständen über den Landesgrundwasserdienst NRW berücksichtigt.

Basierend auf diesen Daten konstruiert die RWE Power im dreijährigen Turnus für die Hauptgrundwasserleiter der niederrheinischen Bucht die Grundwassergleichen sowie die Grundwasserdifferenzen und die von der bergbaubedingten Grundwasserabsenkung (auch Sümpfung genannt) beeinflussten Flächen.

Diese Darstellungen bilden die Grundlage für den sogenannten Revierbericht, der einen großräumigen Überblick über die aktuelle Situation der Grundwasserstände und des Sümpfungseinflusses im gesamten Rheinischen Braunkohlenrevier gibt. Die wasserwirtschaftlichen Konstruktionen des Revierberichtes vom oberen Grundwasserstockwerk bis hin zum tiefen Liegendgrundwasserleiter 09 sind in den nachfolgenden Karten dargestellt. Für das obere Grundwasserstockwerk wurden die Konstruktionen des Erftverbands zugrunde gelegt.

Erläuterungen zu den Konstruktionen:

Mit den Grundwasserstandsdaten aus dem Oktober des jeweiligen Berichtsjahres werden zum großen Teil rechnerisch mit einem Interpolationsalgorithmus die Grundwassergleichen, also die Linien gleicher Grundwasserhöhe, für einen großräumigen Überblick der aktuellen Situation konstruiert. Im Einzelfall und Detail können die Grundwassergleichen von den tatsächlichen hydrogeologischen Vorstellungen abweichen. Für kleinräumige Fragestellungen sind folglich in aller Regel tiefergehende Auswertungen und Informationen erforderlich. Ansprechpartner hierfür ist in unserer Region der Erftverband.

Die Konstruktion der Grundwasserdifferenzen, also der Linien gleicher Grundwasserabsenkung, erfolgt ebenfalls zu großen Teilen mit Hilfe eines Interpolationsprogramms. Gebiete mit geringer Grundwassermächtigkeit und trocken gefallene Grundwasserleiter werden in den Karten entsprechend gekennzeichnet. Als Ausgangswasserstände werden die durch bergbauliche Entwässerungsmaßnahmen noch nicht beeinflussten Grundwasserspiegel vom Oktober 1955 zu Grunde gelegt. Diese werden mit den Messungen der Grundwasserstände zum Oktober des jeweiligen Berichtsjahres in Bezug gesetzt.

Die Fläche der bergbaubedingten Beeinflussung des Grundwassers ist in den verschiedenen Grundwasserleitern als grün hinterlegte Fläche gekennzeichnet. Selbst bei mittleren hydrologischen Verhältnissen und nicht gegebener Grundwasserentnahme Dritter ist eine Null-Einflusslinie der bergbaubedingten Grundwasserabsenkung nicht eindeutig abgrenzbar, weil auch bei mittleren hydrologischen Bedingungen die Grundwasserstände innerhalb eines Jahres um ± 1 Meter und darüber hinaus schwanken können. So ergeben sich gegenüber dem mittleren Grundwasserstand Grundwasserabsenkungen von bis zu über einem Meter, die teils dem natürlichen Gang des Grundwasserspiegels zuzuordnen sowie teils auf Gewässerausbau, Flächenversiegelung usw. zurückzuführen sind. Da es sich bei der Ermittlung der Abgrenzung des realen bergbaubedingten Grundwasserabsenkungsbereichs im oberen Grundwasserstockwerk nicht um eine theoretische Erwägung, sondern um die Festlegung einer nachweisbaren, über das Maß der normalen natürlichen Schwankungen hinausgehenden Absenkungsgrenze handelt, wird in der Regel das Absinken des Grundwasserspiegels um einen Meter als Grenze des realen bergbaubedingten Grundwasserabsenkungsbereichs angesehen. In Bereichen, in denen die natürlichen Grundwasserschwankungen über diese Differenz hinausgehen bzw. sich randlich die bergbauliche Grundwasserabsenkung mit örtlichen Grundwasserentnahmen Dritter überlagert, wird der Sümpfungseinfluss auch bei höheren Absenkungsbeträgen abgegrenzt.

Die Bezeichnung der Grundwasserleiter erfolgt nach SCHNEIDER & THIELE (1965). Sofern keine stockwerkstrennenden Geringleiter verbreitet sind und somit zwei oder mehr Grundwasserleiter direkt aneinandergrenzen, werden die wasserwirtschaftlichen Konstruktionen in dem tiefer liegenden Grundwasserhorizont dargestellt.

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