RWE Zukunftspreis
1. Preis Dissertation
Martin Wolter: „Netzzustandsidentifikation von Verteilnetzen“: Für Laien erschließt sich die Bedeutung des Themas nicht auf den ersten Blick, aber was Martin Wolter vom Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik mit seiner Arbeit „Netzzustandsidentifikation von Verteilnetzen“ herausgefunden hat, ist für Netzbetreiber von großer Bedeutung. Der Diplom-Ingenieur hat nämlich eine Methode entwickelt, mit der es ohne aufwendige Messtechnik möglich ist, auf den Systemzustand von Stromnetzen zu schließen. Dies ist vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl dezentraler Stromerzeuger wie Solar- oder Windkraftanlagen von großer Bedeutung, da die Kenntnis des Systemzustands unter anderem die Basis für Energiemanagementsysteme und intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, ist.
1. Preis Abschlussarbeiten
In der Kategorie der besten Abschlussarbeiten gab es gleich zwei erste Plätze.
Sebastian Göke: „Wasserzugabe macht Gasturbinen effizient“: Sebastian Göke von der TU Berlin untersuchte in seiner preisgekrönten Diplomarbeit, wie sich die Verbrennung in Gasturbinen durch die Zugabe von hohen Wassermengen verbessern lässt. Er zeigte, dass die Zugabe von Wasser bei der Verbrennung sowohl die Effizienz als auch die Leistung einer Gasturbine deutlich verbessert. Außerdem wird CO2 leichter abgeschieden und die Stickoxid-Emissionen werden um bis zu 90 Prozent verringert.
Pascal Dresselhaus: „Kommunikation von Windanlagen“: Der Soester Elektrotechnik-Student Pascal Dresselhaus hat sich in seiner Diplomarbeit mit der Kommunikation von Windkraftanlagen beschäftigt. Ziel seiner Arbeit war es, die unterschiedlichen „Sprachen“, in denen Windkraftanlagen verschiedener Hersteller kommunizieren, zu harmonisieren – eine wichtige Voraussetzung für ein stabiles Stromnetz. Dafür integrierte Dresselhaus den internationalen Kommunikationsstandard „IEC 61400“ in eine computerbasierte Steuerung. So lassen sich von einem einzigen PC sämtliche Windkraftanlagen unterschiedlicher Hersteller kontrollieren und steuern und die Kommunikation mit der Leitstation realisieren. Inzwischen wurde die Diplomarbeit in Kooperation mit der Beckhoff Automation GmbH in Verl, bei der Dresselhaus als Softwareentwickler beschäftigt ist, zur Marktreife weiterentwickelt.
3. Preis Abschlussarbeiten
Johannes Schwippe: „Optimierung von Spannungsnetzen“: Für die Planung von Stromnetzen ist die Kenntnis der Spannungen, Ströme und Leistungsflüsse im Netz von großer Bedeutung. Johannes Schwippe, Absolvent der TU Dortmund, hat im Rahmen seiner Diplomarbeit ein neues, auf Wahrscheinlichkeitsrechnung basierendes Verfahren zur optimalen Stromverteilung in Mittel- und Hochspannungsnetzen entwickelt.
Über den RWE Zukunftspreis
Der RWE Zukunftspreis wurde 2009 zum ersten Mal vergeben. Mit diesem Preis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Absolventen ingenieurwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Studiengänge zum Thema „Energieversorgung der Zukunft“ ausgezeichnet. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 35 000 Euro. Eine unabhängige Jury aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Journalismus bewertet die Arbeiten und legt die Gewinner fest. Künftig soll der RWE Zukunftspreis alle zwei Jahre mit einem aktuellen Thema neu ausgeschrieben werden.
