Förderprojekt Fabiene

Forschung für die zukünftige Rohstoffversorgung der chemischen Industrie und für fortschrittliche Treibstoffe

Im Rahmen der Entwicklung von Verfahren zur stofflichen Nutzung der Braunkohle und anderer Kohlenstoffquellen wie Biomasse, Klärschlamm und Reststoffe beteiligt sich RWE an einem vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Projekt gemeinsam mit den Projektpartner TU Darmstadt und ThyssenKrupp Industrial Solutions aus Dortmund. Das Projekt hat eine Laufzeit von 2016-2020 und umfasst ein Budget von ca. 9 Mio. €.

Ziel des Projektes ist es, die gesamte Coal-to-Liquid / Coal-to-Gas Kette (CtL/CtG) im Technikumsmaßstab abzubilden. Die einzelnen notwendigen Techniken sind zwar bekannt und werden weltweit bereits eingesetzt, allerdings bedarf es weiterer Entwicklungen, um die Technik auf die jeweiligen Rohstoffe und die geltenden rechtlichen und regulatorischen Randbedingungen in Deutschland anzupassen. Darüber hinaus gilt es, fortschrittliche Techniken zu erproben, die die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens verbessern. Ein weiterer Fokus liegt auf Tests zur Flexibilität der CtL/CtG Kette, um ggf. zukünftig die Kopplung einer solchen Anlage mit einem ebenfalls flexiblen Kraftwerk zu ermöglichen.

Zoom Abbildung 1: HTW-Versuchshalle an der TU Darmstadt Entsprechende Entwicklungen sind nur mit engagierten Partnern möglich, die spezifisches Know-how in ein solches Projekt einbringen. Die TU Darmstadt betreibt am Institut Energiesysteme und Energietechnik einen HTW-Vergaser (Hoch-Temperatur Winkler) mit einer thermischen Leistung von 500 kW. Der Vergaser wurde in Zusammenarbeit mit ThyssenKrupp Industrial Solutions entwickelt und im Jahr 2015 erstmals mit Rheinischer Braunkohle erfolgreich in Betrieb genommen.

Im Rahmen des weiteren Projektverlaufs wird der HTW-Vergaser mit einer Gasaufbereitung erweitert, die das Rohgas des Vergasers auf eine für die abschließende Produktsynthese notwendige Synthesegasqualität aufbereitet. Die Planungen hierfür werden von der TU Darmstadt und ThyssenKrupp Industrial Solutions mit Unterstützung von RWE vorangetrieben. Die Gasaufbereitung wird Tests verschiedener Gasaufbereitungsverfahren ermöglichen.

Den Abschluss der Testanlage bildet die Produktsynthese, die von RWE realisiert wurde. Die Tests zur Synthese finden in zwei Phasen statt. Ziel ist es, die Technik für kundenspezifische Produkte zu entwickeln und potentielle Kunden von der Qualität neuartiger Produkte zu überzeugen. In einer ersten Phase werden hierzu verschiedene Synthesen mit künstlichem Synthesegas, das aus Druckgasflaschen zusammengestellt wird, getestet. Diese Tests finden in Niederaußem statt. Anschließend wird der Synthese-Teststand, der in einem Überseecontainer installiert ist, nach Darmstadt transportiert und mit der Gasaufbereitung verbunden. Auf diese Weise können die Synthesen mit realem Synthesegas getestet werden um damit Aussagen zur Wirkung von z.B. rohstoffbedingten Spurstoffen zu generieren.