Anne Buschmann, 5-monatiges Praktikum bei RWE

Beschäftigungsart: Praktikantin

Dauer: 5 Monate

Abteilung: Personalentwicklung

 

 

 

 

 

Als Studentin der Arbeits- und Organisationspsychologie war mir schon zu Beginn des Studiums klar: Ich möchte „irgendetwas im Bereich Personal“ machen. Doch wie sich dieses „irgendetwas“ gestalten sollte, war mir noch nicht ganz klar. Zum Glück beinhaltete mein Studium ein Praxissemester, so dass ich die Möglichkeit hatte, ein 5-monatiges Praktikum zu absolvieren. Sucht man auf den bekannten Jobportalen nach „Praktikum Personal“ wird man zunächst mit einer Vielzahl von Treffern erschlagen. Fast jedes größere Unternehmen bietet ein derartiges Praktikum an. So musste ich meine Wünsche konkretisieren. Da ich zuvor in einem sehr kleinen Unternehmen gearbeitet habe, sollte es ein größerer Konzern werden. Zudem wünschte ich mir, eine große Bandbreite an Themen kennenzulernen. Auch erhoffte ich mir von dem Praktikum die Möglichkeit zur konzeptionellen Mitarbeit.

Ich entschied mich somit für ein Praktikum in der Personalentwicklung (PE) der RWE GBS GmbH, da es mir die Möglichkeit bot, sowohl nähere Einblicke in eines der – für mich – spannendsten Felder des Personalwesens zu erhalten, als auch das Tagesgeschäft eines international agierenden DAX-Konzerns kennenzulernen. Insbesondere reizte mich die Möglichkeit, an der Konzeption und Durchführung von Assessment Centern (AC) teilzunehmen, da dieses Personalauswahlinstrument schon in der Theorie mein Interesse geweckt hatte und ich mir vorstellen kann, beruflich AC für Unternehmen zu entwerfen und durchzuführen.

Das Center of Expertise People Development (CoE) - dort ist die Abteilung angesiedelt - bündelt Expertenwissen zum Thema PE und Talent Management. Unter dem Leitspruch „Durch die Entwicklung unserer Mitarbeiter leisten wir einen Wertbeitrag für unser Unternehmen und unsere Kunden“ werden somit Themen wie Entwicklungs- und Auswahl Assessment Center (AC), Coaching, Mentoring und Nachfolgeplanung behandelt. Konkret bedeutete dies für mich: Ich begleitete zwölf AC für die unterschiedlichsten Zielgruppen in englischer und deutscher Sprache – sowohl in der Vorbereitung, während des ACs im Back Office als auch anschließend in der Nachbereitung. Die Vorbereitung der AC erfordert sehr viel Genauigkeit und Flexibilität. So müssen diese nicht selten noch kurzfristig an geänderte Anforderungen angepasst werden. Die Back-Office-Tätigkeit während der AC erfordert Gewissenhaftigkeit und Empathie. So ist man für die Einhaltung des Zeitplans verantwortlich und ebenso Ansprechpartner für die Kandidaten. Die Begleitung der AC stellte auf Grund der hohen Vielfalt der Teilnehmer und Positionen den für mich spannendsten Teil des Praktikums dar. Zudem wurden während meiner Tätigkeit Entwicklungsangebote für Potenzialträger entwickelt. Diese erstreckten sich von klassischen Angeboten (Mentoring, Kamingespräche) über gruppenspezifische Maßnahmen (Kollegiale Beratung), bis hin zu digital-innovativen Ansätzen (Webinare). In diesem Zusammenhang unterstützte ich sowohl bei der konzeptionellen Ausarbeitung der Maßnahmen als auch bei operativen Aufgaben, z.B. Visualisierung in PowerPoint und Übersetzungen.

Neben der fachlichen Herausforderung war ein weiterer spannender Aspekt meines Praktikums, dass dieses kurz vor der Gründung von Innogy stattfand und ich somit die organisationale Umstrukturierung des Konzerns aus erster Hand erleben konnte. Zudem informiert das Unternehmen seine Mitarbeiter sehr gut über die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche, was bei mir ein großes Interesse für die Energiebranche weckte. Zahlreiche sportliche Aktivitäten wie die Teilnahme am Essener Firmenlauf und die firmeninterne Drachenbootregatta fördern zudem das Arbeitsklima und die Vernetzung unter den Mitarbeitern.

Insgesamt gewährte mir das Praktikum gute Einblicke in den Arbeitsalltag der PE eines international agierenden Konzerns. Insbesondere die Länge des Praktikums ermöglichte es, vollständig in das Team integriert zu werden und Themen nicht nur oberflächlich, sondern in voller Tiefe kennenzulernen. Mein Praktikum wurde sehr flexibel und auf meine Vorkenntnisse abgestimmt gestaltet, weshalb ich viele Parallelen zu meinem Studium erkannte und somit einiges Wissen einbringen konnte. Das Praktikum hat mich in dem Wunsch bestätigt, beruflich mit AC in Berührung zu kommen, jedoch eröffnete es mir auch neue Perspektiven und begeisterte mich für die Herausforderungen und Möglichkeiten der PE. So habe ich im Anschluss an das Praktikum eine Werkstudententätigkeit in der Führungskräfte-Entwicklung angetreten, um weitere Erfahrung in diesem Bereich zu sammeln.