Essen, 30. März 2006, RWE Power

RWE plant weltweit erstes
CO2-freies Großkraftwerk für
Kohle inklusive CO2-Speicherung



RWE plant weltweit das erste großtechnische Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung, CO2-Abtrennung und -Speicherung. Das Kohlenkraftwerk mit einer voraussichtlichen Brutto-Leistung von etwa 450 MW könnte bei einem optimalen Planungs- und Umsetzungsverlauf bereits 2014 ans Netz gehen.

Insgesamt könnte sich das Investitionsvolumen für das Kraftwerk sowie für den Transport und die Speicherung von CO2 auf ca. 1 Mrd. Euro belaufen. Voraussetzung für dieses integrierte Projekt sind neben der erfolgreichen technischen Umsetzbarkeit die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und Genehmigungen sowie die Zustimmung der zuständigen Aufsichtsratsgremien des RWE-Konzerns.

Erste konkrete Planungsschritte sind bereits eingeleitet worden. So sollen parallel einerseits der Einsatz von Steinkohle geprüft und andererseits die Vergasung von Braunkohle erprobt werden. Auf Basis der Erkenntnisse wird sich RWE in der zweiten Jahreshälfte 2007 entscheiden, welcher Primärenergieträger für das erste CO2-freie Kraftwerk genutzt werden soll und an welchem Standort. Dabei liegt die Präferenz bei der heimischen Braunkohle, einem subventionsfreien deutschen Energieträger.

RWE wird auch mit der Erschließung eines onshore CO2-Speichers Neuland betreten. In diesem Zusammenhang wird das Unternehmen die Entwicklung der Kriterien zur geologischen Bewertung der Eignung einer Lagerstätte vorantreiben.

RWE ist das einzige Unternehmen, das mit RWE Power das Kraftwerks- und Kohlevergasungs-Know-how und mit RWE Dea das Basiswissen für die Speicherung im eigenen Haus hat.

„Das weltweit erste großtechnische Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung, nachgeschalteter CO2-Abtrennung und -Speicherung ist nicht nur ein großer Schritt für eine klimaschonendere und hochmoderne Energieumwandlung, sondern unterstreicht auch unseren technologischen Führungsanspruch vor allem in der Kohleverstromung. Letztlich werden wir als erste in unserer Branche ein derartiges Projekt im großtechnischen Maßstab realisieren“, so Harry Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.

Bereits heute baut und plant RWE Kraftwerke nach dem neuesten technologischen Kenntnisstand. So werden beispielsweise für die nächste Kraftwerksgeneration, die nach 2010 errichtet werden soll, neue Technologien entwickelt, um noch höhere Wirkungsgrade zu erreichen. Im Mittelpunkt steht hier die Braunkohlen-Wirbelschichttrocknung, bei der RWE weltweit führend ist. Darüber hinaus testet RWE Hochtemperaturwerkstoffe, die eine Dampftemperatur von 700 Grad Celsius, gegenüber 605 Grad Celsius heute, zulassen.

Beide Maßnahmen zusammen werden den Wirkungsgrad von Braunkohlenkraftwerken auf über 50 Prozent steigern. Parallel zu dem großtechnischen Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung,
nachgeschalteter CO2-Abtrennung und Speicherung entwickelt RWE derzeit auch Verfahren zur nachgeschalteten CO2-Wäsche. Dieses Verfahren könnte nach erfolgreicher Entwicklung in Zukunft nicht nur bei dem Bau neuer CO2-freier Dampfkraftwerke, sondern auch zur Nachrüstung bestehender Kraftwerke eingesetzt werden.

Milliardeninvestitionen in Kraftwerkspark

Insgesamt will RWE allein in Deutschland bis 2020 rund 12 Milliarden Euro in den Erzeugungsbereich investieren. Allein 2,2 Milliarden Euro fließen in den Bau des zweiten und dritten BoA-Blocks in Neurath. Darüber hinaus befindet sich ein neues Steinkohlekraftwerk in Hamm in Planung.

Neben dem konventionellen Kraftwerkspark sind in den kommenden fünf Jahren konzernweit auch Investitionen in Höhe von bis zu 650 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien geplant.

Schließlich wird sich RWE weltweit in Projekten zur Verringerung der CO2-Emissionen, also den so genannten Joint Implementation und Clean Development-Projekten, in den Ländern engagieren, wo RWE entsprechend dem Kyoto-Protokoll anrechenbare Emissionszertifikate erwerben kann.

„Im Sinne einer sicheren, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung von morgen setzt RWE weiterhin auf einen breiten Energiemix, der auf allen verfügbaren Energieressourcen aufbaut und keinen Energieträger aus ideologischen Gründen von vorne herein ausschließt. In diesem Mix hat jeder Primärenergieträger einschließlich der erneuerbaren Energien seinen spezifischen Einsatzbereich und seine Berechtigung. Die dominierende Rolle der Braun- und Steinkohle bei der Stromerzeugung“, so Harry Roels, „wird aber aus Gründen der Versorgungssicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit noch mehrere Jahrzehnte erhalten bleiben. Umso wichtiger ist es uns, mit dem Projekt CO2-freies Kraftwerk und effizienzsteigernden Innovationen diesen Energieträger noch umweltschonender und besser nutzbar zu machen.“