RWE AG, 29. Juli 2005, RWE AGDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Der Molch in der Gasleitung



Sie sehen besser als ihre tierischen Namensvetter, sind größer, schneller und fühlen sich auch unter lebensfeindlichen Bedingungen wohl. Lediglich die Vorliebe für dunkle Gänge teilt der von der RWE Rhein-Ruhr eingesetzte Messmolch noch mit seinem Pendant in der Natur. So genannte Mess- oder Inspektionsmolche sind Geräte, mit denen unterirdisch verlaufende und schwer zugängliche Gasleitungen überprüft und gereinigt werden können.

Ein Messmolch ist mit vielen Sensoren versehen
Ein Messmolch ist mit vielen Sensoren versehen

„Für Transportleitungen haben wir mit einer intelligenten „Molchung“ die Möglichkeit, ohne Aufgraben oder Schneiden der Leitung einen Blick in das Innenleben der Rohre zu werfen, um potenzielle Leitungsschäden rechtzeitig zu erkennen“, so Lutz Reimann vom Bereich Operation Gas der RWE Rhein-Ruhr Netzservice.

Prinzip Rohrpost

Ein Molch wird in die Gasleitung eingeschleust
Ein Molch wird in die Gasleitung eingeschleust

Der Molch wird zu Beginn einer Inspektionstour durch eine eigens dafür entwickelte Schleuse in die Rohrleitung eingesetzt und bewegt sich wie eine Rohrpost durch den Gasdruck vorwärts. Während der Reise durch die Leitungen sammelt der intelligente Molch dabei mit Hilfe von zahlreichen Messgeräten Daten über den Zustand der Rohre. Die Messfühler des Molches können dabei nicht nur oberflächliche Korrosionen und Schadstellen entdecken, sondern mittels des so genannten Magnetflussverfahrens auch den Stahlmantel der Gasleitungen durchleuchten. Die Daten werden direkt im Molch gespeichert und später ausgewertet. Während einer Molchung kommen so große Datenmengen zusammen.
Zuletzt war ein intelligenter Molch des Netzservices in den Rohren der Nordrheinischen Erdgastransportleitungsgesellschaft (NETG) unterwegs. Für die 135 Kilometer lange Strecke benötigte der Messroboter fast 20 Stunden. Da die Fahrt genau verfolgt wird, waren Lutz Reimann und sein Team in zwei Schichten im Einsatz.

Intelligente und andere Molche

Nach getaner Arbeit: Ein Molch wird ausgeschleust
Nach getaner Arbeit: Ein Molch wird ausgeschleust

Neben den intelligenten Molchen gibt es auch noch die „dummen“ Molche. Während die einen ihr Elektronik-Gehirn in erster Linie zum Datensammeln und Überprüfen benötigen, erledigen ihre nicht so üppig ausgestatteten Kollegen eher handfeste Aufgaben. „Dumme“ Molche werden zu Reinigungs- oder Trocknungszwecken eingesetzt, müssen aber auch schon mal als Versuchskaninchen herhalten: Erst wenn der vergleichsweise kostengünstige „dumme“ Molch die Fahrt durch eine Leitung unbeschadet überstanden hat, folgt ihm sein Hightech-Verwandter.



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