Essen/Köln, 30. Juni 2011, RWE Power AGDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Baum aus der Urzeit im Tagebau Garzweiler geborgen



  • 12 bis 15 Millionen Jahre alte Zypresse entdeckt

  • Fossiler Stamm dient Forschungszwecken und Museumsbesuchern

  • Ulrich Lieven, Fossilien-Experte Tagebau Garzweiler
    Ulrich Lieven, Fossilien-Experte Tagebau Garzweiler

    Eine ganz besondere Entdeckung machten die Mitarbeiter im Tagebau Garzweiler: Mehr als 12 Millionen Jahre alt und neuneinhalb Meter lang ist der gut erhaltene Zypressen-Stamm mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Im Alter von über 500 Jahren stürzte der Nadelbaum vor Jahrmillionen um und wurde bald darauf von mächtigen Meeres-Sandschichten bedeckt. Der außergewöhnliche Fund kam unterhalb von Flöz Frimmersdorf rund 150 Meter tief im Erdboden bei Abbauarbeiten ans Licht. Damit das fossile Holz an der Luft nicht zerfällt und für die Nachwelt erhalten bleibt, soll der Urzeitstamm nun konserviert werden.

    Lutz Kunde, Tagebauleiter
    Lutz Kunde, Tagebauleiter

    Heute wurde der anderthalb Tonnen schwere historische Baumstamm aus dem Tertiär-Zeitalter vollständig geborgen. Per Kran kam das Fundstück in einen speziell mit Sand ausgelegten Transport-Container und verließ die fünfte Sohle des Tagebaus.
    „In den letzten Jahrzehnten wurde im rheinischen Revier kein vergleichbarer Fund gemacht. Für die Forschung, aber auch für die Bevölkerung ist das ein echter Glücksfall. Daher wollen wir dieses gut erhaltene erdgeschichtliche Dokument für wissenschaftliche Zwecke und für Museumsbesucher zur Verfügung stellen“, erklärt Tagebauleiter Lutz Kunde.

    Die Nachfrage nach dem beachtlichen Stamm für Forschungszwecke ist groß. Daher wurde der Urzeit-Nadelbaum noch am Fundort für Forschungszwecke in drei Teile zerlegt. Eines der Stücke wurde in 15 Zentimeter dicke Scheiben gesägt, die nach der Präparation an Museen und geologische Institute aus dem Umkreis gehen. Die beiden anderen Abschnitte bleiben als Stamm erhalten und werden dem Geologischen Dienst NRW in Krefeld und dem RWE Power Informationszentrum auf Schloss Paffendorf übergeben. Der Konservierungsprozess wird rund vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. In einem mit Sand gefüllten Container kann das fossile Holz langsam entwässern und verhärten und dann endlich von Besuchern bewundert werden.

    Nach Untersuchungen der Uni Utrecht handelt es sich bei der seltenen Entdeckung um einen Baum der Art Taxodioxylon germanicum. Die fossile Zypresse belegt einmal mehr: Im Tertiär, dem Zeitalter der Braunkohlen-Entstehung, herrschte im Revier im Vergleich zu heute ein deutlich wärmeres und vor allem viel feuchteres Klima.

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