Essen, 04. März 2014, RWE AGDiese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

RWE mit erstem Nettoverlust seit 60 Jahren



  • Schwierige Ertragslage in der Stromerzeugung
  • Effizienzprogramm kommt schneller voran als erwartet
  • Ergebnisse 2013 im Rahmen der Prognose
  • Ausblick für 2014 bestätigt

Die schwierige Ertragslage in der konventionellen Stromerzeugung in Europa zeigt sich im Geschäftsjahr 2013 deutlich in den Finanzergebnissen der RWE AG. Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, also seit mehr als 60 Jahren, schreibt der Essener Energieversorger einen Nettoverlust – und zwar in Höhe von -2,8 Mrd. Euro. Grund sind Wertberichtigungen von rund 4,8 Mrd. Euro, die RWE im Gesamtjahr vorrangig auf den Kraftwerkspark vornehmen musste.

Beim nachhaltigen Nettoergebnis werden Einmaleffekte wie diese Wertberichtungen nicht berücksichtigt. Dieses Ergebnis sank um 6% auf 2,3 Mrd. Euro. Das EBITDA lag wie erwartet bei 8,8 Mrd. Euro (-6%), das betriebliche Ergebnis bei 5,9 Mrd. Euro (- 8%). Der Außenumsatz stieg leicht auf 54,1 Mrd. Euro.

Den Belastungen standen im Jahr 2013 zwei gegenläufige Effekte entgegen: Zum einen das positive Schiedsurteil im Revisionsverfahren mit Gazprom, das eine hohe Kompensationszahlung zur Folge hatte; zum anderen die Tatsache, dass die Effizienz- und Einsparziele früher erreicht werden konnten als erwartet. Das Ziel, mit Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung bis Ende 2014 einen dauerhaften Beitrag zum betrieblichen Ergebnis von 1 Mrd. Euro zu realisieren, wurde bereits 2013 erreicht. Darüber hinaus geht RWE davon aus, das Gesamtziel von mindestens 1,5 Mrd. Euro bereits 2016 zu erreichen, also ein Jahr früher als geplant.

Angesichts des schwierigen finanziellen Umfeldes haben Vorstand und Aufsichtsrat bereits im September 2013 angekündigt, der Hauptversammlung im April 2014 eine Dividende von 1 Euro vorzuschlagen. Das entspricht rund 27% des für die Ausschüttung maßgeblichen nachhaltigen Nettoergebnisses. Der Dividendenvorschlag für die Geschäftsjahre ab 2014 soll sich an einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50% des nachhaltigen Nettoergebnisses orientieren.

Produktion und Absatz von Strom und Gas

Die Stromerzeugung ist im RWE-Konzern 2013 um 5% auf 216,7 Mrd. Kilowattstunden (kWh) gesunken. Hauptgrund war die verringerte konventionelle Erzeugungskapazität. Allerdings produzierte RWE mehr Strom aus erneuerbaren Energien als im Jahr 2012. Der Stromabsatz ist um 2% auf 270,9 Mrd. kWh zurückgegangen.

Der Gasabsatz ist witterungsbedingt um 9% auf 335,0 Mrd. kWh gestiegen. Konzernweit konnten bei Industrie- und Gewerbekunden sowie bei Weiterverteilern Zuwächse realisiert werden.

Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung

Nach der Gründung der RWE Generation zum 1. Januar 2013 berichtet der Konzern erstmals über ein komplettes Geschäftsjahr der Konventionellen Stromerzeugung. Das betriebliche Ergebnis sank um 58% auf 1,4 Mrd. Euro. Neben den gesunkenen Notierungen im kontinentaleuropäischen Stromterminhandel schlägt sich hier vor allem der Wegfall der kostenlosen Zuteilung von CO2-Emmissionsberechtigungen nieder, die im Vorjahr noch eine Entlastung von rund 1,2 Mrd. Euro gebracht hatten. Der Bereich profitierte allerdings auch von effizienzsteigernden Maßnahmen.

Unternehmensbereich Vertrieb/Verteilnetze Deutschland

Das betriebliche Ergebnis des Unternehmensbereichs, in dem das deutsche Vertriebs- und Verteilnetzgeschäft gebündelt ist, lag mit 1,6 Mrd. Euro in der Größenordnung des Vorjahres. Unter anderem hatte der witterungsbedingt höhere Gasabsatz einen positiven Einfluss auf die Ertragslage. Gegenläufig wirkte die Tatsache, dass der Koblenzer Regionalversorger Kevag und Berlinwasser nicht mehr zum Konzern gehören.

Unternehmensbereich Vertrieb Niederlande/Belgien

Vor allem wegen bilanzieller Einmaleffekte legte das betriebliche Ergebnis des Bereichs um 46% auf 278 Mio. Euro zu. Ergebnissteigernd wirkte auch der höhere Gasabsatz.

Unternehmensbereich Vertrieb Großbritannien

Erhöhte Aufwendungen für staatlich verordnete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Privathaushalten sowie gestiegene Umlagen für die Netznutzung haben das Ergebnis belastet. Vor allem die Effekte des Effizienzsteigerungsprogramms, aber auch Tariferhöhungen wirkten entlastend, so dass das betriebliche Ergebnis in Großbritannien mit 290 Mio. Euro knapp über dem Vorjahreswert lag (währungsbereinigt +6%).

Unternehmensbereich Zentralost-/Südosteuropa

Hauptursache für den Rückgang des betrieblichen Ergebnisses auf 1 Mrd. Euro war der Verkauf von NET4GAS im August. Ohne diesen Effekt und währungsbereinigt legte das Ergebnis um 15% zu. Ein positiver Effekt ergab sich aus Derivategeschäften zur Begrenzung von Währungsrisiken. Verbesserten Verteilnetz- und Vertriebsmargen im tschechischen Gas- und im polnischen Stromgeschäft stand aber in Ungarn die staatlich verordnete Absenkung bei Netzentgelten und Privatkundentarifen gegenüber.

Unternehmensbereich Erneuerbare Energien

Bei RWE Innogy stieg das betriebliche Ergebnis um 7% auf 196 Mio. Euro. Haupttreiber waren der Ausbau der Erzeugungskapazitäten (z.B. der Offshore-Windpark Greater Gabbard) und eine stärkere Auslastung der deutschen Wasserkraftwerke.

Unternehmensbereich Upstream Gas & Öl

Das betriebliche Ergebnis von RWE Dea verschlechterte sich um 24% auf 521 Mio. Euro; ausschlaggebend waren der niedrigere Ölpreis und der schwächere Dollarkurs. Zudem fiel der Explorationsaufwand 2013 höher aus als erwartet.

Unternehmensbereich Trading/Gas Midstream

RWE Supply & Trading steigerte das betriebliche Ergebnis erwartungsgemäß deutlich um 1,4 Mrd. Euro auf 831 Mio. Euro. Ausschlaggebend war das Ende Juni ergangene Schiedsurteil zum Gasbezugsvertrag mit Gazprom. Im Energiehandel konnte der Bereich allerdings nicht an die Performance des Vorjahres anknüpfen.

Cash Flow

Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf 5,8 Mrd. Euro. Gegenüber 2012 hat er sich um 31% erhöht. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ergibt den Free Cash Flow. Dieser lag mit 1,3 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert (-686 Mio. Euro).

Investitionen

Die Investitionen gingen um 17% auf 4,6 Mrd. Euro zurück. Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen von insgesamt 4,5 Mrd. Euro lag auf dem Ausbau konventioneller und erneuerbarer Erzeugungskapazitäten sowie auf dem Erhalt und der Modernisierung der Netzinfrastruktur.

Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2013 beschäftigte RWE – umgerechnet in Vollzeitstellen – 66.341 Mitarbeiter, knapp 3900 oder 6% weniger als am Jahresende 2012. Der Rückgang ergibt sich aus operativem Stellenabbau und dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen. Der Konzern bildet weiterhin deutlich über den eigenen Bedarf hinaus aus: Ende 2013 erlernten 2715 junge Menschen einen Beruf bei RWE.

Ausblick

RWE geht wie im November 2013 angekündigt für 2014 von einem weiteren deutlichen Ergebnisrückgang aus. Aus heutiger Sicht erwartet der Konzern für das laufende Jahr ein EBITDA von 7,6 bis 8,1 Mrd. Euro, ein betriebliches Ergebnis von 4,5 bis 4,9 Mrd. Euro und ein nachhaltiges Nettoergebnis von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro.


Zukunftsbezogene Aussagen
Diese Pressemeldung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des
RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die das Unternehmen auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.

Bei Rückfragen:

Peter Heinacher
RWE AG
Leiter Corporate Affairs
T: +49 201 12-15996

Annett Urbaczka
RWE AG
Leiterin Konzernpressestelle
T: +49 201 12-17441


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