
Biomasse-Heizkraftwerk in Goch
Das Biomasse-Heizkraftwerk ist ausgelegt auf eine Leistung von 7,6 Megawatt elektrisch und 28 Megawatt thermisch. Es wird Strom für bis zu 11.000 Haushalte erzeugen und gleichzeitig die Firma Nähr-Engel mit bis zu 130.000 Tonnen Prozesswärme pro Jahr versorgen.
Nähr-Engel setzt den Dampf bei der Produktion von hochwertigen Kartoffelprodukten ein. Johannes Anton van den Boom, Geschäftsführer von Nähr-Engel: „Mit der Umstellung unserer Dampfversorgung auf weitgehend CO2-neutrale Biomasse setzen wir einen Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens. Als Hersteller von Lebensmitteln achten wir im gesamten Wertschöpfungsprozess auf einen schonenden Umgang mit den benötigten Ressourcen. Die Biomasse-Anlage passt zu diesem Verständnis von gelebter Nachhaltigkeit.“
Mit Blick auf die Stromproduktion der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ergänzt Carlo Marks, Geschäftsführer der Stadtwerke Goch: „Das Kraftwerk liefert nicht nur den Dampf für die Produktion der Firma Nähr-Engel und sichert damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und die Arbeitsplätze. Es erzeugt auch Strom. Dezentral. Ökologisch. Klimafreundlich. In Goch wird künftig mehr Strom erzeugt werden, als verbraucht wird. Goch hat damit die Energiewende bereits geschafft.“

(v.l.) Frank Mattat, Martin Tewes, Karl-Heinz Otto, Johannes Anton van den Boom, Thomas Seibel, Carlo Marks, Tobias Schönbeck, Klaus Jobst
Durch den Einsatz von Landschaftspflegehölzern als Brennstoff arbeitet die Anlage weitgehend CO2-neutral. Das CO2-Einsparpotenzial liegt – im Vergleich zu einer konventionellen Anlage gleicher Größe – bei ca. 48.000 Tonnen pro Jahr. Darüber hinaus können in der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage durch die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme vergleichsweise hohe Brennstoff-Nutzungsgrade von bis zu 70 Prozent erzielt werden.
Frank Mattat, Leiter des Bereichs Biomasse Deutschland bei RWE Innogy: „Mit einer Bauzeit von rund 18 Monaten liegen wir voll im Plan. Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde maßgeschneidert – und zwar sowohl mit Blick auf die spezifischen energetischen Anforderungen der Firma Nähr-Engel als auch auf die besonderen Standortbedingungen des ehemaligen Hendicks-Geländes. Die Anlage ist ein gelungenes Beispiel für dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung und steht für Klimaschutz und Energieeffizienz.“