"Kohle für die Energieverorgung"

Das Thema Rodungen am Hambacher Forst und die Gerichtsentscheidungen der vergangenen Tage und Wochen dazu, stoßen auf großes Medieninteresse. Unsere Pressesprecher stehen Rede und Antwort, um die Entwicklungen aus Sicht von RWE einzuordnen. Auch Lars Kulik, im Vorstand von RWE Power für Braunkohle zuständig, gibt Auskunft.

Beispielhaft ist eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Antworten von Lars Kulik auf die Fragen liefern umfangreiches Faktenmaterial, das wir unten auf team:news dokumentieren. Ein wesentlicher Aspekt: Die Rodungen sind notwendig, damit der Tagebau fortschreiten und die „erforderliche Kohle für die Energieversorgung“ bereitgestellt werden kann.

Dies wird von weiten Teilen der Bevölkerung offensichtlich auch geteilt. Der Kölner Stadt-Anzeiger und die Aachener Zeitung fragen auf Ihren Internetseiten ihre Leser, ob die Rodungen fortgesetzt werden sollten oder nicht. Die Umfragen fallen jeweils im unseren Sinne aus. Von 9.449 Nutzern der Aachener Zeitung sprachen sich 76% für eine planmäßige Rodung aus. (Stand 30.11.2017, 13 Uhr)

Kann der neuerliche Stopp dazu führen, dass die Bagger stehen müssen, weil das Gebiet für den Abbau nicht vorbereitet ist?
„Beim Thema ,Rodung‘ geht es um den unmittelbaren Nahbereich des Tagebaus Hambach. Der hier anstehende Restwald muss in diesem und in den nächsten Jahren gerodet werden, damit der Tagebau in den kommenden Jahren weiter fortschreiten kann. Nur damit kann er die erforderliche Kohle für die Energieversorgung bereitstellen. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass dem OVG die Bedeutung des Tagebaus für die Energieversorgung, für die Region und die Beschäftigten und damit auch die Dringlichkeit der Entscheidung über die Beschwerde bekannt ist und deshalb der Vorgang beim Senat Priorität besitzt. Dies haben die Bergbehörde und auch wir bereits schriftlich deutlich gemacht. Wir gehen deshalb davon aus, dass der Senat in angemessener und überschaubarer Zeit eine Entscheidung trifft.“

Wann wäre ein potenziell kritischer Punkt erreicht?
„Wenn bis zum Ende der zulässigen Rodungsperiode die beantragten Rodungen nicht möglich wären, würde dies bereits relativ kurzfristig zu einem Stillstand des Tagebaus und damit zu einem deutlichen Einbruch in der Kohleförderung führen. Der zeitliche Vorlauf von der Rodung bis zum tatsächlichen Baggereinsatz im jeweiligen Bereich ist zwingend erforderlich, um die Naturschutzaspekte voll umfänglich zu beachten sowie die Vorfeldberäumung ordnungsgemäß und genehmigungskonform durchzuführen.“

Welche Schwierigkeiten entstehen alternativ durch diesen zeitlich erst einmal nicht definierten Stopp?
„Das Zeitfenster für die erforderlichen Rodungsarbeiten, das durch den Aufschub wegen des Gerichtsverfahrens bereits um zwei Monate kleiner geworden ist, wird durch die Unterbrechung erneut kleiner. In Abhängigkeit von der Dauer der Unterbrechung ist der Punkt erreicht, ab dem wir selbst bei höchster Anstrengung letztlich die geplante Rodung logistisch und vom Umfang her nicht mehr insgesamt durchführen können. Denn aus Naturschutzgründen (Beginn der Vogelbrut) dürfen Bäume prinzipiell nur bis Ende Februar gefällt werden.“