CO2-Emissionen der Energiewirtschaft sinken weiter

Niedrigster Energieverbrauch seit den 1970er Jahren: AG Energiebilanzen geht von einem Rückgang der gesamten energiebedingten CO2-Emissionen um 6 Prozent aus – BDEW erwartet 11 Millionen t weniger CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2018 mit einem Minus von 5 Prozent im Vergleich zu 2017 deutlich gesunken. Mit 12.900 Petajoule liegt er damit auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1970er Jahre. Dieses Ergebnis veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. heute, 19. Dezember, in einer Pressemitteilung. Die Verbrauchsrückgänge betreffen alle fossilen Energieträger, während bei den erneuerbaren Energien Zuwächse verzeichnet wurden. So prognostiziert die AG Energiebilanzen einen Rückgang der gesamten energiebedingten CO2-Emissionen von 6 Prozent. Wichtige Faktoren für den verminderten Verbrauch seien vor allem gestiegene Preise, die milde Witterung sowie eine Steigerung der Energieeffizienz gewesen.

Die Ergebnisse zum Rückgang des Energieverbrauchs spiegeln sich in den Zahlen der Stromerzeugung 2018 des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): Während der Anteil der Erneuerbaren zum Erzeugungsmix um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr anstieg, ging der Beitrag fossiler Energieträger zurück. Die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle sank um 2 Prozentpunkte, sodass Erneuerbare nun mit der Kohleverstromung gleichziehen und beide jeweils 35% des deutschen Stromerzeugungsmix ausmachen.

Der Rückgang der konventionellen Erzeugung führte 2018 wie in den Vorjahren erneut zu sinkenden Treibhausgas-Emissionen: In diesem Jahr sank der Ausstoß von CO2 aus der Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr um ca. 11 Millionen Tonnen. „Damit bleibt die Energiewirtschaft auf dem Zielpfad einer Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 – im Gegensatz zu anderen Sektoren“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, heute in Berlin. „Die beschleunigte Verlagerung der Stromerzeugung aus CO2-intensiven hin zu CO2-armen und nahezu CO2-freien Energieträgern ist in vollem Gang. Die Energiewirtschaft ist mit Blick auf die Energie- und Klimaziele eindeutig auf Kurs.“

Laut AG Energiebilanzen sank der Energieverbrauch aus Braunkohle im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent und damit zum sechsten Mal in Folge. Bis 2020 sieht die AG Energiebilanzen einen Rückgang des Braunkohleverbrauchs um insgesamt 13 Prozent gegenüber 2015. Maßgebliche Ursache ist die Überführung von Anlagen in die Sicherheitsbereitschaft. Mit der Sicherheitsbereitschaft werden die Vorgaben der Bundesregierung aus dem Energiewirtschaftsgesetz von 2015 umgesetzt. Es schreibt den deutschen Kraftwerksbetreibern vor, dass sie insgesamt 2,7 Gigawatt auf Basis von Braunkohle in eine vierjährige Sicherheitsbereitschaft versetzen müssen. RWE Power hat bereits vier Blöcke mit einer Kapazität von insgesamt 1,2 Gigawatt in die Sicherheitsbereitschaft überführt. Insgesamt sind bei RWE Power 1,5 Gigawatt Kraftwerkskapazität betroffen. Die Sicherheitsbereitschaft ist Teil des Fahrplans, mit dem RWE Power ihren CO2-Ausstoß konsequent vermindert. Allein bis 2030 wird das Unternehmen die Emissionen um bis zu 50 Prozent gegenüber 2015 reduzieren.

Die gesamte Pressemitteilung der AG Energiebilanzen finden Sie hier. Die Ergebnisse des BDEW können Sie hier nachlesen.

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