Die Verlegung der Inde – Ein Fluss auf neuen Wegen
„Panta rhei – Alles fließt“ steht in altgriechischen Buchstaben auf einem Findling am neuen Ufer des Flusses Inde bei Eschweiler. Dieser Ausspruch, der auf den Philosophen Heraklit zurückgeht, beschreibt auch die Veränderungen, die das rheinische Braunkohlenrevier in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat. Mit den technischen Möglichkeiten und den damit verbundenen Eingriffen in die Kulturlandschaft ist jedoch auch die ökologische Verantwortung gewachsen. Dieser Verantwortung trägt RWE Power unter anderem mit der Verlegung der Inde Rechnung.

Die Inde ist der größte Nebenfluss der Rur und gehört zum Einzugsgebiet der Maas. Sie entspringt am Nordrand des Hohen Venns in Belgien. Nach 44 Kilometern mündet sie bei Jülich in die Rur. Auf etwa fünf Kilometern zwischen Inden-Lamersdorf und Jülich-Kirchberg durchfloss sie das Abbaufeld des Tagebaus Inden. Der Tagebau wird den Flusslauf im Herbst 2005 erreichen und unterbrechen. Rechtzeitig musste daher auf der Verkippungsseite des Tagebaus und damit innerhalb der Rekultivierung eine dauerhafte Umleitung eingerichtet werden. Die Inde war zwischen 1957 und 1965 begradigt worden. Durch die Verlegung in sein neues, geschlängeltes Bett ist der Fluss jetzt ökologisch hochwertiger als vorher.
Um die anspruchsvolle ökologische Zielsetzung zu erreichen, investierte RWE Power rund 24 Millionen Euro in das europaweit einzigartige Rekultivierungsprojekt, nach rund acht Jahren Bauzeit fließt die Inde seit Sommer 2005 nun in ihrem neuen Bett. Über 400.000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, um die Ufer der „neuen“ Inde zu begrünen, sieben neu gebaute Brücken überqueren den Flusslauf. Eine besondere ingenieurtechnische Herausforderung war die Sicherstellung eines gleichmäßigen geringen Gefälles des neuen Flusslaufes. Das neue Indebett wurde dabei dem alten historischen Bett nachempfunden, das mit Hilfe von teilweise 200 Jahre alten Karten rekonstruiert werden konnte.
Mit der Indeverlegung ist es gelungen, die Grundlagen für eine ursprüngliche, ökologisch intakte Flusslandschaft zu schaffen und in die Kulturlandschaft einzugliedern.
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