Großkraftwerke und erneuerbare Energien - kein Widerspruch

Deutschland braucht eine neue Architektur der Energie- und Stromversorgung. Sie muss den Klimazielen – also: Treibhausgasemissionen reduzieren, Anteil der Erneuerbaren Energien ausbauen und Energieeffizienz verbessern – ebenso genügen wie der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit. Um das zu erreichen, muss die Stromerzeugung tiefgehend und intelligent, also smart, umgebaut werden.

Die Herausforderung

Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse spielen eine wachsende Rolle im Energiemix, nicht nur in Deutschland und bei RWE. Erneuerbare Energiequellen stehen zumindest theoretisch in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung. Da sie praktisch keine klimawirksamen Rückstände freisetzen, werden sie in Deutschland und anderen Ländern politisch gefördert.

Stromerzeugung von Wetterbedingungen abhängig

Die meisten erneuerbaren Energieträger können aber bis auf weiteres nur dank direkter oder indirekter Subventionen wirtschaftlich überleben. Darüber hinaus sind gerade die Wind- und die Sonnenenergie nicht immer verfügbar, denn hier ist die Stromerzeugung von schwankenden Wetterbedingungen abhängig, die sich nicht nach den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft richten. Die Möglichkeiten Strom zu speichern sind begrenzt: Heute stehen 26.000 MW Wind einer Speicherkapazität von 7000 MW gegenüber.

Erneuerbare Energien brauchen flexible konventionelle Partner

Aus diesem Grund brauchen Erneuerbare Energien flexible konventionelle Partner. Ihren Ausbau stützt ein Kraftwerksportfolio, das sehr schnell Leistung hochfahren oder drosseln kann. Das ist die Voraussetzung, um das hohe Versorgungsniveau weiter zu garantieren.

Ziel: Standortvorteil erhalten

Deutschland hat die wenigsten Stromausfälle in Europa, und diesen Standortvorteil gilt es zu bewahren. RWE dreht deshalb längst an der „Flexibilitätsschraube“, um den eigenen Kraftwerkspark für diese Herausforderungen zu wappnen und um einseitige Abhängigkeiten von einem Brennstoff zu vermeiden.

Kein Widerspruch

Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke agieren auf technischer Augenhöhe mit Gaskraftwerken. Sie tragen dazu bei, Schwankungen zum Beispiel bei der Windenergie auszugleichen. Sie stehen bereit, wenn der Wind nicht bläst – sie sind Garanten für die Versorgungssicherheit. Solange eine Verstetigung des Windaufkommens z. B. durch Speichermöglichkeiten noch nicht gegeben ist, sind wir auf moderne, flexible konventionelle Kraftwerke angewiesen. Sie stehen nicht im Widerspruch zu Erneuerbaren Energien – ganz im Gegenteil - sie bleiben auf lange Sicht der unerlässliche, verlässliche, flexible Partner.