Kickstart ins Berufsleben
Von der Schule nahtlos in Ausbildung und Beruf – so wünschenswert ein solcher Übergang ist, so schwierig gestaltet er sich manchmal auch. Das Projekt „Formel Ausbildung Grand Prix” will 150 Hauptschüler aus der Region Emscher-Lippe und der Stadt Herne in die Poleposition auf dem Lehrstellenmarkt bringen. Denn Schulabgänger mit Abschlüssen unterhalb der mittleren Reife finden immer seltener direkt einen Ausbildungsplatz.
Die Initiative des Castrop-Rauxeler Vereins „move on work!” geht mit finanzieller Unterstützung der RWE Stiftung dagegen an. Acht Projektmitarbeiter begleiten Hauptschüler von der achten bis zur zehnten Klasse und helfen ihnen bei der Berufswahl. Den Anfang machen Kompetenzchecks zur Ausbildungsreife. Hierbei müssen die Schülerinnen und Schüler unter anderem logisches Denken, Merkfähigkeit, Bearbeitungsgeschwindigkeit oder auch ihre Frustrationstoleranz unter Beweis stellen. Im zweiten Schritt ermitteln die Teilnehmer in einem Berufswahltest ihre beruflichen Interessen und Neigungen.
Die Ergebnisse der beiden Tests münden in die Empfehlung eines passenden Praktikums. Jeder Teilnehmer schnuppert in mindestens drei verschiedene Berufe hinein und kann so seine Berufsentscheidung festigen oder korrigieren. Nach dieser Vorbereitungsphase geht es in der zehnten Klasse ins Qualifying. Ein Jahr lang zeigen die Hauptschüler in Bäckereien und Tischlereien, in Sportstudios oder beim Hörgeräteakustiker, was sie können.
Parallel zur Schule verbringen die Teilnehmer des Aus-bildungs-Grand Prix etwa acht Stunden in der Woche in ihrem künftigen Ausbildungsbetrieb. Gleichzeitig verpflichten sie sich, die vereinbarten schulischen Leistungen zu erreichen. In der Boxengasse überprüfen die Sozialpädagogen und Bildungsreferenten von „move on work!“ die Fortschritte ihrer Starter. Bei Pannen helfen beispielsweise Kommunikationstrainings weiter. Am Ende der Zielgeraden wartet dann der Ausbildungsplatz. Garantiert! Da lohnt es sich, richtig Gas zu geben.

