Beraten, begleiten, qualifizieren
Bildung ist der Schlüssel für beruflichen Erfolg. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlen heute aber bereits die Grundlagen, um Bildung zu erwerben: Sie bleiben im Schreiben, Lesen und Rechnen zurück. Diese Defizite können sie später kaum noch ausgleichen. Das beeinträchtigt ihre Ausbildungschancen und womöglich ihr gesamtes Arbeitsleben.
Die RWE Stiftung unterstützt ein Projekt nördlich von Osnabrück dabei, Bildungshemmnisse früh abzubauen. Die Bildungs- und Lernberatung im nördlichen Osnabrücker Land, kurz Bilnos, unterstützt junge Menschen mit Lernschwierigkeiten sowie deren Eltern und Lehrer. Mit diagnostischen Tests gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Lese- und Rechtschreibproblemen nach. Danach stehen Lerntherapien oder Förderunterricht an. Kinder, die Probleme beim Schreiben und Lesen haben, klatschen beispielsweise Silben, setzen sie in Bewegung um, schreiben Gehörtes auf oder setzen Silben neu zusammen. Das schult das Sprachgefühl. Außerdem vermittelt Bilnos bei Bedarf Erwachsene als Lernpaten, die mit den Kindern gemeinsam lesen.
Das Credo von Bilnos ist ein Dreisatz: beraten, begleiten, qualifizieren. Jeder Schüler soll nach seinem Lernbedürfnis individuell gefördert werden. So gibt es beispielsweise neben Lehrbüchern individuell abgestimmte Übungsmaterialien. Außerdem erfahren die Schülerinnen und Schüler, welchem Lerntyp sie jeweils angehören und mit welchen Lerntechniken sie am besten weiterkommen.
Wie notwendig es ist, Risikoschüler früh und konsequent zu fördern, zeigt nach Ansicht von Bildungsforscher Jürgen Baumert die PISA-Studie 2010. Förderkonzepte gebe es genug, so der Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft. Eine Online-Befragung habe aber ermittelt, dass drei Viertel der Lehrerinnen und Lehrer davon allenfalls einmal gehört haben. Bilnos setzt auch hier den Hebel an und vermittelt Lehrkräften, wie sie auf gravierende Lernschwächen reagieren können. Grund-, Haupt- und Realschulen können sich ebenso beteiligen wie Gymnasien, Berufsschulzentren und sogar Kindergärten. Interessierte Einrichtungen werden individuell beraten, wie sie mit den vorhandenen Mitteln passende Förderkonzepte umsetzen können.

