Braunkohlenstaub
Braunkohlenstaub ist ein hochwertiger schwefelarmer aus Rohbraunkohle durch Trocknung und Zerkleinerung hergestellter staubförmiger Industriebrennstoff. Das sehr gute Brennverhalten erklärt sich durch den sehr hohen Anteil an flüchtigen Bestandteilen und der großen inneren Oberfläche. Die Handhabung erfolgt im geschlossenen System, wodurch ein Anwendungskomfort erreicht wird, der mit dem von Heizölanlagen vergleichbar ist. Wesentlicher Vorteil von Braunkohlenstaub ist der hohe preisliche Abstand zu den gängigen Wettbewerbsenergien, wie z. B. Heizöl und Erdgas. Heute werden in einer Vielzahl von energieintensiven Prozessen über 2 Mio Tonnen Braunkohlenstaub pro Jahr eingesetzt. Dies entspricht einer Energiemenge von über 1,2 Milliarden Litern Heizöl! Staubfeuerungen zeichnen sich durch einen geringen Platzbedarf und eine hohe Regelgeschwindigkeit aus. Aufwendige Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Emissionsgrenzwerte sind nicht erforderlich. Eine Umrüstung der vorhandenen Feuerungsanlage von Heizöl oder Erdgas auf den Brennstoff "Braunkohlenstaub" erfolgt oftmals mit standardisierten Bauteilen ohne aufwendige Umbauten an der Feuerungsanlage.
Neben der Verwendung in energieintensiven Industrieprozessen wird Braunkohlenstaub mehr und mehr auch als Brennstoff zur Heißgaserzeugung für z. B. kleinere Trocknungsanlagen zur Trocknung unterschiedlichster Produkte verwendet. Durch die deutlich niedrigeren Brennstoffkosten kann der Einsatz von Braunkohlenstaub bereits ab einer Feuerungswärmeleistung von ca. 2 MW interessant sein.

Richard Dietze