Energiepark der besonderen Art

Zwischen dem 12. Mai und 24. September 2010 bot sich den Essenern und ihren Gästen ein ungewöhnlicher Anblick: Mitten im Baldeneysee erhoben sich vier Inseln. Gemeinsam bildeten sie das Ruhr-Atoll – ein Highlight der Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Die schwimmenden Kunstwerke entwickelte jeweils ein Künstler gemeinsam mit einem Wissenschaftler. Unter dem Motto „Kunst ist Energie – Energie ist Bewegung“ verknüpften die scheinbar ungleichen Partner ihre Vorstellungen von Energie. So gesellte sich zu Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne noch eine weitere: die menschliche Kreativität, so Kurator Norbert Bauer. Kunstfreunde und Wissbegierige konnten das Ruhr-Atoll mit Tret- und Ruderboote umschiffen. Eine begrenzte Zahl von Besuchern durfte die Inseln auch betreten und erkunden.

Eisberg: Der Künstler Andreas Kaiser und der Polarforscher Dr. Lars Kindermann holten die Antarktis nach Essen, indem sie einen Eisberg aus Kunststoff zu Wasser ließen. Im Inneren der Skulptur integrierten sie einen Container. Darin konnten Besucher über eine Webcam am Leben und Arbeiten einer Forschungsstation in der Antarktis teilnehmen.

U-Boot: Nebenan ragte ein auf Grund gelaufenes U-Boot aus dem Wasser. Damit näherten sich Andreas M. Kaufmann und Medienwissenschaftler Hans Ulrich Reck dem Thema Energie politisch: Ihr U-Boot holte symbolisch die exportierten Kriege und das Konfliktpotenzial um Energieressourcen nach Europa zurück.

Teehaus: Gleich zwei Inseln schufen Kazuo Katase und der Arichtekturprofessor Michael Wilkens. Die beiden mit einem Steg verbundenen Pontons symbolisierten Geist und Natur: Ein Ponton trug ein Teehaus, das andere einen Garten. Mit dem Projekt entstand ein west-östlicher Dialog über das Wohnen auf unserem Planeten.

Laboratorium: Das Künstlerpaar Ilja und Emilia Kabakow inszenierte ein improvisiertes Energie-Laboratorium mit Windrädern auf dem Baldeneysee. Ihren Beitrag konzipierten sie ohne wissenschaftliche Unterstützung. Der Grund: Ilja Kabakow, aufgewachsen in der Ära Josef Stalins, beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher oder ideologischer Perfektion und der unvollkommenen, dafür aber menschlichen Realität.

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