Extended Reach Drilling
Heutzutage werden die Bohrungen überwiegend abgelenkt gebohrt, da häufig das Bohrungsziel nicht vertikal vom Bohransatzpunkt erreicht werden kann oder weil die Gas- oder Öllagerstättenbereiche durch horizontale Bohrungen besser aufgeschlossen werden können. Dazu müssen die Bohrungen aus der Vertikalen heraus in die Waagerechte "umgeleitet" werden. Diese Richtungsänderungen werden durch den Einsatz von Knickstücken von 0,5 bis 2 Grad am Übergang Gestänge/Meißel erzielt. Dabei wird der Meißel direkt durch einen von der Spülung hydraulisch angetriebenen Untertagemotor in Drehung versetzt. Die Überwachung und Steuerung der Bohrrichtung erfolgt von der Oberfläche aus. Lage und Ort werden durch einen elektronisch überwachten Kreiselkompass in einer unmittelbar am Meißel befindlichen Messeinrichtung ermittelt. Diese Messdaten werden über die Spülung durch Druckpulse an die Oberfläche gesendet und dort ausgewertet. Zur Korrektur des Bohrpfades werden Signale als Druckpulse zurück an die Steuereinheit untertage geschickt, um so den Knickwinkel und die Bohrrichtung zu beeinflussen.
Extended Reach-Bohrungen sind weit abgelenkte Bohrungen, die im Fall der landseitigen Erschließung der Lagerstätte Mittelplate vom Bohrplatz Dieksand (bei Friedrichskoog) aus fast zehn Kilometer Länge erreichen.
