Förderbetrieb Holstein

Zum Förderbetrieb Holstein gehören die Landstation Dieksand und die Bohr- und Förderinsel Mittelplate. Sitz des Förderbetriebs ist der an der Westküste Schleswig-Holsteins gelegene Nordsee-Ort Friedrichskoog, 120 Kilometer nordwestlich von Hamburg an der Elbemündung.
Seit 1987 koordiniert der Förderbetrieb Holstein mit seinen rund 80 Mitarbeitern die sichere und umweltschonende Ölproduktion aus dem Feld Mittelplate, dem größten und förderstärksten Ölfeld Deutschlands. Seit Förderbeginn im Jahr 1987 wurden 24 Millionen Tonnen Öl aus dem Feld Mittelplate gewonnen. Weitere 20 bis 25 Millionen Tonnen Erdöl gelten noch als gewinnbar.
Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate liegt sieben Kilometer westlich der Küste im Wattenmeer. Das dort gewonnene Erdöl wird seit dem Jahr 2005 über eine Pipeline transportiert, die direkt an der Landstation Dieksand ankommt. Seit dem Jahr 2000 erschließen wir das Ölfeld nicht nur vor der künstlichen Insel aus, sondern auch von der Landstation Dieksand: Extrem weit abgelenkte Horizontalbohrungen reichen bis zu neun Kilometer unter das ökologisch sensible Wattenmeer und zählen zu den weltweit am weitesten abgelenkten Bohrungen. Die Bohrung Dieksand 6 reicht 9.275 Meter weit in den Zielhorizont in rund 2.000 Metern Tiefe und ist die längste Bohrung Deutschlands.
Eine weitere zentrale Aufgabe der Landstation Dieksand ist die Aufbereitung des geförderten Öls. Dabei stehen hochmoderne prozesstechnische Anlagen zur Verfügung: In flachliegenden Separatoren wird das Erdöl von Gas und Wasser getrennt. Die Nachklärung des Öls findet in vier Flachbodentanks mit je 2.500 Kubikmetern Fassungsvermögen statt. Fernleitungspumpen befördern es von dort in die Transportleitung nach Brunsbüttel.
Das mitgeförderte Gas führen wir Verdichtern zu, die es über eine Gastrocknungsanlage in die Gasfernleitung nach Brunsbüttel drücken. Das abgeschiedene Kondensat wird parallel über eine separate Leitung verpumpt. Alle Behälter, sofern sie nicht doppelwandig sind, stehen in Auffangwannen aus Beton. Die Gesamtanlage wurde unter Berücksichtigung wasserrechtlicher Vorschriften so erstellt, dass eine Gewässerverunreinigung ausgeschlossen ist.
Auch für den Betrieb der Anlagen zur Erdölaufbereitung gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen und Umweltschutzmaßnahmen. Ein Prozessleitsystem, das automatisch alle Anlagen im Störfall abschaltet, überwacht sämtliche Förder- und Betriebseinrichtungen. Die Sicherheitstechnik ist mehrfach vorhanden, so dass bei Ausfall eines Systems ein anderes automatisch dessen Aufgabe übernimmt. Das bauliche Konzept der auf 55.000 Quadratmetern Fläche errichteten Landstation Dieksand orientiert sich ausdrücklich an der Forderung, Auswirkungen für Umgebung und Natur zu minimieren. Seit Inbetriebnahme der Landstation verlaufen alle Arbeitsprozesse reibungslos und störungsfrei.
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