Alles ist möglich
Unternehmen, die sich wie die Schlering GmbH bei ihren Kunden um „Energie, Klima und Umwelt“ kümmern, müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Für Hermann und Oliver Schlering war deshalb von Anfang an klar, dass der anstehende Neubau ihres Ausstellungsgebäudes auch in energetischer Hinsicht das Nonplusultra demonstrieren musste.
Die ausgesprochen gut gedämmte Außenhülle des Hauses am Göttendorfer Weg erfüllt beispielsweise die verbundenen Anforderungen des Passivhausstandards spielend. Heizung, Warmwassergewinnung, Lüftung und Kühlung sind ebenfalls vom Feinsten. So gibt es unter anderem eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die ihre Wärmeenergie aus einer 94 Meter tiefen Bohrung bezieht. Zusätzlich ist auf dem Dach ein solarthermischer „Energiesammler“ mit Vakuumröhrenkollektoren installiert. Daneben sind Photovoltaik-Elemente montiert, die übers Jahr gesehen mehr Strom liefern als die Wärmepumpe verbraucht.
Heizen, kühlen, lüften bei minimalem Energiebedarf
Für die Fußbodenheizung, die im Sommer zur Kühlung genutzt wird, reicht dank des Passivhausstandards eine Heizleistung von sechs Kilowatt. Überschüssige Wärmeenergie wird in einem unterirdischen Akku-Wärmespeicher für Zeiten höheren Bedarfs „zwischengelagert“. Insgesamt liegt der Heizenergiebedarf des Hauses unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die Verluste der Lüftungsanlage werden durch die Wärmerückgewinnung auf nur neun Prozent beschränkt. Zusätzlich werden der warmen Abluft 72 Prozent der enthaltenen Feuchtigkeit entzogen, um damit die Frischluft anzureichern. Angesaugt wird die Außenluft über einen Edelstahlpilz, der im Garten steht. Auch damit spart man Energie: Im Winter wird die angesaugte Luft in der rund 20 Meter langen unterirdischen Leitung vorgewärmt, im Sommer wird sie vorgekühlt.
Daneben wurden in diesem Haus weitere Sparideen umgesetzt. Beispielsweise spielen in der Beleuchtung Energiesparlampen und LED-Leuchtmittel die Hauptrolle, und die Nutzung des Grauwassers für die WC-Spülungen reduziert den Trinkwasserbedarf um fast die Hälfte.
Wer so viel gute Ideen hat, will selbstverständlich jederzeit demonstrieren können, wie viel Energie das Haus gerade verbraucht – oder sogar gewinnt. Dafür gibt es im Foyer einen Bildschirm, auf dem die aktuellen Werte abgelesen werden können. Gleichzeitig bietet die zentrale Elektronik die Möglichkeit, sich die Werte überall auf der Welt per Internet anzusehen und bei Bedarf steuernd einzugreifen.
Auszeichnung: 1. Preis im Jahr 2010
Kategorie: Dienstleistungsgewerbe
Objekt: Passivhaus als Ausstellungshaus eines Heizungs- und Sanitärinstallationsbetriebes
Inbetriebnahme: Mai 2009
Heizungsart: Fußbodenheizung (im Sommer mit Kühlfunktion); zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Wärmepumpensystem: Sole-Wasser-Wärmepumpe Viessmann Vitocal 300-G BWC mit 1000-Liter-Pufferspeicher, Geothermiebohrung und Vakuumröhrenkollektoren auf dem Dach
Besonderheit: Potenzielle Kunden lernen hier am praktischen Beispiel eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Energiesparen bzw. zur effizienten Nutzung von Energie kennen und werden angereizt, solche Techniken im eigenen Haus zu nutzen.
Bauherr/Installation: Schlering GmbH, Drensteinfurt-Rinkerode
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Schlering GmbH, Drensteinfurt-Rinkerode

