Tagebau Garzweiler

Der Tagebau Garzweiler liegt westlich von Grevenbroich und entwickelt sich in Richtung Erkelenz. Der Tagebau berührt im Wesentlichen den Rhein-Erft-Kreis, den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Heinsberg.

Die Braunkohle ist in drei Flözen abgelagert, die zusammen durchschnittlich 40 Meter stark sind. Die Kohle liegt zwischen rund 40 und maximal 210 Metern tief unter der Erdoberfläche. Sie dient ausschließlich zur Stromerzeugung in den nahe gelegenen Kraftwerken.

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Abbau bis zum Jahr 2045

Zur Sicherung der Energieversorgung wurde der Tagebau Anfang 2006 in westlicher Richtung nahtlos in das 48 Quadratkilometer große Anschlussfeld Garzweiler II fortgeführt. Dort lagern 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis 2045 abgebaut werden sollen und rund 40% der rheinischen Braunkohlenförderung ausmachen.

Abraum wird zur Rekultivierung genutzt

Um die Braunkohle freizulegen, bewegt der Tagebau Garzweiler jährlich gut 140 Millionen Kubikmeter Abraum, also Löß, Kies und Sand. Diese Menge wird überwiegend dazu verwendet, um bereits ausgekohlte Bereiche des Tagebaus zu verfüllen. Weite Teile des Abbaufeldes Frimmersdorf / Garzweiler sind heute bereits vollständig rekultiviert.

Der Tagebau Garzweiler hat mit dem Hohenholzer Graben, dem Erholungsgebiet Kasterer See, der Könighovener Mulde, der Vollrather Höhe und mit dem Elsbachtal anerkannt wertvolle Rekultivierungsgebiete als Bergbaufolgelandschaften hinterlassen.

Neues Drehkreuz für Massentransporte

Im Zuge des Übergangs in das Anschlussfeld Garzweiler II hat RWE Power unweit des Autobahndreiecks Jackerath und damit im Südwesten des Abbaufeldes einen neuen Bandsammelpunkt errichtet. Er ist das Drehkreuz für die Massentransporte innerhalb des Tagebaus und der Angelpunkt für die weitere Entwicklung: Der Tagebau wird in einem großen Flügel nach Westen aufgeschwenkt, wobei etwa im Jahr 2017 die Autobahn 61 bergbaulich in Anspruch genommen wird. Zur Aufrechterhaltung der Verkehrsführung wird daher im rückwärtigen Teil des Tagebaues Garzweiler, zwischen dem neu zu errichtendem Autobahnkreuz Jackerath und dem Autobahnkreuz Holz, überwiegend auf Kippenuntergrund die Autobahntrasse A 44n hergestellt. Im Zuge des diesbezüglichen Planfeststellungverfahrens erfolgte am 09.Februar 2010 der Erörterungstermin, das Verfahren befindet sich nun in der Beschlussphase. Mit dem Bau der Straße soll in 2011 begonnen werden.

Daten, Zahlen, Fakten


Tagebau Garzweiler (Stand Ende 2014)
Größe des genehmigten Abbaufeldeskm²110
Betriebsflächekm²31
KohleinhaltMio. t1.175
Verhältnis Abraum zu Kohle (Gesamtlagerstätte)4 : 1
jährliche AbraumleistungMio. m³130-150
jährliche KohlenförderungMio. t35-40

 

Schaufelradbagger
Anzahl der Geräte411
Kapazität ( m³ / Tag )110.000200.000240.000


Absetzer
Anzahl der Geräte42
Kapazität ( m³ / Tag )110.000240.000

 

Bandanlagen
Gesamtlängekm95

 

Rekultivierung
Landinanspruchnahmeha7.079
Wiedernutzbarmachungha4.400
davon landwirtschaftlichha3.300
davon forstwirtschaftlichha900
davon sonstige Flächenha130