Tagebau Inden

Der Tagebau Inden erstreckt sich zwischen der Gemeinde Aldenhoven und der A 44 (Düsseldorf-Aachen) im Norden und der A 4 (Köln-Aachen) im Süden. Er berührt damit die Landkreise Düren und Aachen.

22 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr

Mit seiner Jahresförderung von rund 22 Millionen Tonnen Braunkohle sichert der Tagebau Inden die Versorgung des Kraftwerks Weisweiler. Seine Kohleflöze sind bis zu 45 Meter stark und liegen bis zu 230 Meter tief unter der Erdoberfläche. Um die noch im Abbaufeld befindlichen 510 Millionen Tonnen Kohle gewinnen zu können, müssen 1,6 Milliarden Kubikmeter Abraum bewegt werden.

Mehr über den Tagebau Inden

Neues Flussbett entstanden

Im Jahr 2005 erreichte der Tagebau nördlich von Lamersdorf den früheren Verlauf der Inde, dem Fluss, der dem Ort Inden und damit auch dem Tagebau seinen Namen gegeben hat. Bereits 1996 war im Bereich der Rekultivierung des Tagebaus mit der Herstellung des neuen Flussbettes begonnen worden. Nördlich von Lamersdorf verlässt nun die neue Inde ihr altes Flussbett und verläuft auf etwa 12 Kilometern frei durch eine neue, bis zu 300 Meter breite Aue. Südlich von Kirchberg erreicht sie wieder ihr altes Flussbett kurz vor der Einmündung in die Rur. Dieser neue Indeabschnitt ersetzt damit rund fünf Kilometer des alten, begradigten Flusslaufes. Der gesamte Bereich der neuen Flussaue wurde mit 400 000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt und durch Wildwiesen, wechselfeuchte und dauerfeuchte Bereiche und stellenweise flache Uferzonen zusätzlich ökologisch aufgewertet.

Naherholungsgebiet durch Rekultivierung

Weiter westlich, bei Eschweiler-Dürwiß, hat die RWE Power AG in der Rekultivierung des ehemaligen Tagebaus Zukunft-West die Voraussetzungen für den rund 100 Hektar großen Blausteinsee geschaffen. Er gehört zu einem insgesamt 180 Hektar großen Naherholungsgebiet, das durch einen Geländeeinschnitt – das so genannte Schlangengrabental – gegliedert ist. Die Befüllung des Sees und seine Nutzung stehen unter der Regie eines Zweckverbandes der anliegenden Städte und Gemeinden, der Blausteinsee GmbH. Schon heute ist der Blausteinsee ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler.

Indener See

Nach der Auskohlung, also nach 2030, wird das Abbaufeld Inden nicht komplett mit Abraum verfüllt und rekultiviert. Stattdessen ist im östlichen Bereich zwischen Lamersdorf, Kirchberg, Schophoven, Merken und Lucherberg ein etwa 1.100 Hektar großer See geplant. Das hat der Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln, ein parlamentarisches Gremium aus Vertretern der Region, Ende 2008 entschieden. Der See soll von Wald, Wiesen und Ackerflächen eingefasst werden und 30 bis 35 Jahre lang im Wesentlichen mit Wasser aus der Rur befüllt werden. Schon kurz nach dem Beginn der Befüllung werden der See und seine Umgebung vielfältige Nutzungen zulassen. Voraussichtlich um 2060 steht er für eine uneingeschränkte Nutzung zur Verfügung.

"indeland"

Mit dem Gemeinschaftsprojekts „indeland“ stellt die Region, die noch viele Jahre vom Tagebau geprägte sein wird, früh die Weichen für die Zeit nach der Braunkohle. Bis ins Jahr 2030 wird ein Großteil ihrer Fläche vollkommen neu gestaltet; mit dem geplanten See, den der Tagebau Inden nach 2030 hinterlassen wird, und der wegen seiner Größe manchmal humorvoll als „Indescher Ozean“ bezeichnet wird. Die Region will sie sich mit einer planmäßigen Strukturentwicklung rechtzeitig sichern – auch um mit dem Ende des Bergbaus im Westrevier neue Arbeitsplätze zu schaffen. Symbol der regionalen Initiative ist der so genannte Indemann, ein weithin sichtbarer Aussichtsturm aus Stahl und Glas, der bei Inden-Lucherberg steht. RWE Power arbeitet mit den Partnern in der Region eng zusammen. Ziel ist es dabei, die Wirtschaftskraft der Region insbesondere durch den Erhalt und die Entwicklung von Arbeitsplätzen zu stärken und Innovationspotenziale mit gemeinsamer Forschung und Entwicklung zu erschließen.

Daten, Zahlen, Fakten

 

Tagebau Inden (Stand Ende 2015)
Größe des genehmigten Abbaufeldesha4.500
Betriebsflächeha1.681
KohleinhaltMio. t320
Verhältnis Abraum zu Kohle (Gesamtlagerstätte)2,2 : 1
jährliche AbraumleistungMio. m³70-90
jährliche KohlenförderungMio. t19

 

Schaufelradbagger
Anzahl der Geräte113
Kapazität ( m³ / Tag )60.00080.000100.000

 

Absetzer
Anzahl der Geräte4
Kapazität ( m³ / Tag )110.000

 

Bandanlagen
Gesamtlängekm45

 

Rekultivierung
Landinanspruchnahmeha4.400
Wiedernutzbarmachungha1.964
davon landwirtschaftlichha3.450
davon forstwirtschaftlichha700
davon sonstige Flächenha210