Logbucheintrag vom 29.06.2004

Wetter: 21 Grad, heiter bis wolkig

Ein Pfund Baggerkruste kostet 1,65 Euro – ein Souvenir aus der Hand des Transportleiters, der festgebackene Ackerkrume von der Raupenkette schält? Keineswegs. Bäcker Immerath im Elsdorfer Café Dampflok baggert seine Kunden mit Spezialitäten zum Großgerätetransport an: mit dem Kastenbrot „Karl Klütte“ und der süßen Kreation „Findlinge“. Geschäftstüchtig auch die Politesse der Gemeinde Elsdorf: Sie verteilt den Falschparkern im Umfeld der Baggertrasse 15-Euro-Knöllchen.

„Absetzer 744 gehört noch lange nicht zum alten Eisen“, steht auf einer gelblackierten Fahrwerksplatte, die am Rumpf des Großgerätes hängt. „ALLEN helfenden Händen sei DANK. Tschüß Tagebau Garzweiler – Hallo Tagebau Hambach“ heißt es weiter, darüber die Unterschriften von Transportleiter Dr. Harald Marx und des ganzen Transportteams – ein ziemlich schweres Souvenir, kaum geeignet für Wohnzimmerschrank oder Fotoalbum.

Die handlichsten Erinnerungsstücke sind digital: Baggerführer Thomas Müller hat unterwegs mehr als 200 Fotos geschossen. „Die brenne ich auf CDs und schenke sie meinen Kollegen.“ Bald kann er sich an die Heimarbeit machen, denn das Ziel ist fast erreicht: Der 37-jährige Baggerführer hat von seinem Führerstand aus den freien Blick auf den Tagebau. Er parkt sein Gefährt gegen 10.45 Uhr vor dem Immissionsschutzwall, der die Abbaugrenze des Tagebaus Hambach markiert. Zuvor hat er mit seinem 7,5-Tausendtonner die Jackerather Straße (L 277) und die Nußbaumallee, eine innerörtliche Verbindung überquert.

Ganz beendet ist die Reise natürlich nicht, schon gar nicht für den Absetzer. Er muss vom Tagebaurand bis auf die oberste Sohle der Innenkippe noch 29 Kilometer fahren – genauso viel, wie Absetzerführer Siegmund Ast während der vergangenen Wochen auf öffentlich zugänglichem Gelände hinter sich gebracht hat.